Negativbeispiel Buttenheim

Nach wie vor ist der Flächenverbrauch ungezügelt. In Bayern sind es täglich 10 ha Fläche die für Siedlung, Gewerbe und Verkehr in Anspruch genommen werden. Von den angepeilten 5 ha sind wir also weit entfernt. 

Auch im Landkreis Bamberg geht es mit dem Flächenverbrauch immer weiter. Ein besodners krasses Beispiel sind die geplanten Versiegelungen in Buttenheim. Unter dem Vorwand einer Ortsumgehungsstraße ist die Erschließung neuer Gewerbe- und Wohnflächen von bis zu 82 ha geplant. Dies würde einer Verdoppelung der bisherigen Ortes (außer Gewerbegebiete) bedeuten. Für die geplante Straße läuft gerade das Planfeststellungsverfahren, in dem der BUND Naturschutz seine ablehende Haltung unterstrichen hat.

Allen Verantwortlichen ist klar, dass es sich bei der geplanten Straße nicht um eine Ortsumgehung, sondern um eine Erschließungsstraße für eine geplante Siedlungserweiterung mit Wonhgebieten und Gewerbegebieten im Norden von Buttenheim im Umfang von bis zu 82 ha handelt.

Das geringe Verkehrsaufkommen in Buttenheim rechtfertigt in keiner Weise eine Umgehungsstraße. Zumal mit der St 2960 im Süden von Buttenheim schon eine leistungsfähge Umgehung in Richtung Deichselbachtal, Drügendorf, Ebermannstadt besteht. Die Straße nach Seigendorf hingegen hat nur Ortsverbindungsfunktion. Weiterhin sind die Gewerbegebiete im Westen von Buttenheim bereits optimal an die Autobahnausfahrt Buttenheim angebunden. Würde es zu einer größeren Siedlungserweiterung im Norden Buttenheims kommen, so ist sogar davon auszugehen, dass der Verkehr in Buttenheim zunehmen würde.

Weiterhin ergeben sich Probleme bei der überkommunalen Verkehrsführung. So besteht die Gefahr, dass Schwerverkehr vom Rewe-Logistikzentrum sowie ggf. weiterer Verkehr von geplanten Siedlungs- und Gewerbegebieten im Norden Buttenheims auf die Ortsverbindungsstraße Buttenheim- Seigendorf geführt würde. Damit würde es zu Verkehrskonflikten in Seigendorf und darüber hinaus kommen.

Die Maßnahme würde einen gigantischen Eingriff in das Landschaftsbild bedeuten. Neutrassierung durch landwirtschaftliche Fläche, Bau gigantischer Kreisel mit bis zu 80 m Durchmesser, Trassenverlegung der Straße nach Seigendorf mit Eingrabung in einen Westhang. Der dörfliche Charkater von Buttenheim ginge verloren. Das Regnitztal droht immer mehr zu einem einzigen Siedlungs- und Gewerbebrei zu werden. 

Die Planung zur sog. Ortsumgehung von Buttenheim wirken wie aus der Zeit gefallen. Als ob es die Jahrzehnte langen Diskussionen über Flächenfraß und Klimaschutz nicht gegeben hätte. Gerade in Zeiten des demographischen Wandels, wirtschaftlicher Umstrukturierungsprozesse und des Klimawandels widersprechen sie in eklatanter Weise u.a. den gesetzlichen Vorgaben zum Flächenschutz und Klimaschutz.

Unserer Meinung nach ist kein verkehrsmäßiger Handlungsbedarf gegeben. Bei der zukünftigen Entwicklung des Ortes sollte der Innenentwicklung Vorrang gegeben werden. Eine verkehrsmäßige Anschließung einer evtl. behutsamen gewerblichen Entwicklung im Westen des Ortes ist ohne Probleme über die Autobahnausfahrt Buttenheim gewährleistet. Auch eine behutsame Erweiterung der Wohnflächen (Arrondierungen) ist ohne Umgehungsstraße möglich. Zu erwähnen sei noch, dass die Wohngebiete aus einzeln stehenden Einfamilienhäusern den Flächenverbrauch und auch ein sich änderndes Wohnverhalten (Stichwort demographischer Wandel) betreffend sicherlich nicht die Wohnform der Zukunft sind.