Sonntagswaldspaziergang - Hände weg vom Hauptsmoorwald

Am Sonntag Nachmittag des 08.07 demonstrierte die Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald" gegen den geplanten Bebauungsplan 429 "Gewerbepark Geisfelder Straße" und die Errichtung eines Polizeistandorts an der Armeestraße aufgrund der damit einhergenden Rodung von Teilen des Hauptsmoorwaldes. Damit wurde ein deutliches Zeichen für den Erhalt des Hauptsmoorwaldes im Rahmen eines unterhaltsamen Waldspaziergangs gesetzt: Für Lebensqualität, Umwelt- und Gesundheitsschutz! Um 14 Uhr startete der ca. drei Kilometer lange barrierefreie Rundweg von der Ecke Moosstraße/Armeestraße aus.

Die Resonanz war überwältigend. Etwa 550 Gegner versammelten sich und hielten Schilder, wie Transparente in die Höhe. Die BI begrüßte die Teilnehmer und Gerhard Spörlein vom BUND Naturschutz sprach sich zu dem umstrittenen Vorhaben der Stadt aus: Gigantische Gebäudekomplexe ohne Längenbeschränkung! Stellvertretend für weitere Bürger aus dem Landkreis, drückte Michael Hemm - Organisator der Demo - die Solidarität vieler Nicht-Bamberger aus. Musikalische Beiträge und Geschichtenerzähler sorgten für eine lockere Unterhaltung der Teilnehmer von denen viele im Anschluss den Nachmittag beim Fest des Kleingartenvereins im Amselfang ausklingen ließen.

Das Bürgerbegehren gegen diese Pläne läuft noch bis Ende Juli und kann unter dem entsprechenden Reiter abgerufen werden. Dort finden Sie auch Informationen, wie Sie sich beteiligen können. Jede Stimme zählt!

Die Teilnehmer der Demo werden begrüßt
Es geht los!
Der Wurm schlängelt sich über den Rundweg.
Gerhard Spörlein spricht sich gegen die Pläne aus.
Die Bürgerinitiative: Für den Hauptsmoorwald
 

Ein Prost für den Hauptsmoorwald

Am Samstag, 27. Januar stießen die Gäste unseres Neujahrsempfangs mit leckerem Rauchbier auf das Wohl des Hauptsmoorwaldes an. Beim gemeinsamen Ansingen des neuen Jahres wünschten sie dem Wald und allen Menschen, die ihn nutzen, viel Glück.

Als Gastgeber dankte der damalige Vorsitzender Heinz Jung dem Hauptsmoorwald für seine vielfältigen Erholungsfunktionen: „In einer Zeit der ständigen Überflutung mit Lärm, der zunehmenden Luftverschmutzung, der wachsenden Hast im Alltag, der erhöhten nervlichen Anspannung und des zunehmenden Bewegungsmangels, können wir hier spazieren gehen, Radfahren, Joggen und mit den Kindern Spielen“.  Er ging in seiner Neujahrsansprache zudem auf die Wirkung des Waldes als Frischluftschleuse und Luftfilter ein und verdeutlichte, wie der Wald das Klima in der Stadt positiv beeinflusst. Der Hauptsmoorwald leiste damit einen enormen Beitrag für die Lebensqualität in Bamberg. Der zu dem Zeitpunkt Vorsitzende des BUND Naturschutz Bamberg appellierte deshalb an die Polizeidirektion und die Verantwortlichen der Stadt Bamberg: „Hände weg vom Hauptsmoorwald. Nicht der Wald braucht den Menschen, sondern die Menschen brauchen den Wald“. Er versprach dem Hauptsmoorwald weiter für seinen Erhalt zu kämpfen, denn „Was wir für Dich tun, tun wir für die Menschen in Bamberg!“

In weiteren Gruß- und Dankesworten an den Hauptsmoorwald bestärkten folgende RednerInnen diesen Aufruf:  Iris Funk für den Reit- und Fahrverein, Moritz Angstwurm für die JBN (Jugendorganisation des BUND Naturschutz), Andrea Dittrich für die Naturfreunde Bamberg, Dietmar Schneider von Greenpeace Bamberg, Dieter Volk vom VCD Bamberg (Verkehrsclub Deutschlands), Elke Pappenschaller vom ADFC Bamberg (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub), Petra Friedrich für die GAL sowie Karin Hartl und Mandy Baum für die Bürgerinitiative Hauptsmoorwald, die sich zu dem Zeitpunkt in der Gründungsphase befand.

Musikalisch wurde der Neujahrsempfang mit wunderschönen poetischen Liedern von Yildiz Asar und ihrer Ukulele gestaltet. Die Gäste nutzten zum Abschluss die Gelegenheit, um bei Bier und grünen Bamberger Hörnla miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über weitere Aktivitäten für den Schutz des Hauptsmoorwaldes auszutauschen.

Bunter Fahrradprotest für den Hauptsmoorwald

Am Samstag, 24.06.17 zogen rund 300 Radlerinnen und Radler vom Hauptsmoorwald in die Innenstadt, um für den Schutz des Waldes vor einem großflächigen Industrie- und Gewerbegebiet einzutreten.

Auf dem Maxplatz angekommen begrüßte Heinz Jung, der damalige Vorsitzende des BUND Naturschutz die Teilnehmer zur Abschlusskundgebung. Er führte aus, dass es gerade bei der Hitze der letzten Tage offensichtlich sei, wie wichtig der Wald ist, um kühle und frische Luft in die Stadt zu bringen. Der Hauptsmoorwald sei deshalb nicht nur für die Bewohner von Bambergs Osten bedeutsam, sondern für alle Bamberger. „Angesichts des Klimawandels passt das Fällen von Bäumen nicht mehr in die Zeit!“, betonte Jung.

Martin Bücker von der Naturforschenden Gesellschaft (heute Vorsitzender BUND Naturschutz Kreisgruppe Bamberg) erläuterte die Eingriffe, die von der Stadt Bamberg und der Verkehrspolizei geplant werden. Er stellte dar, warum der Hauptsmoorwald aus Naturschutzsicht so bedeutsam sei. Das Aussterben von Vogelarten sei in und um Bamberg dramatisch und es werde noch zunehmen, wenn weitere Lebensräume zerstört werden. „Deshalb fordern wir Respekt vor der Natur und Anerkennung ihres Wertes, auch wenn er sich nicht in Euro und Cent ausdrücken lässt!“ so der Redner. Von Greenpeace Bamberg ergänzte Dietmar Schneider: „Wir müssen Verantwortung für die nachkommenden Generationen übernehmen, anstatt den Wald kurzfristigem Nutzen zu opfern“. Er machte außerdem auf die Bedeutung des Hauptmoorwaldes für die Gewinnung des Bamberger Trinkwassers aufmerksam.

Ilse Funk, Vorsitzende des Reit- und Fahrverein wies auf eine weitere wichtige Funktion des Hauptsmoorwaldes hin: „Für die vielen Freizeitaktivitäten wie Reiten und Joggen brauchen wir den Hauptsmoorwald so wie er ist“.

Zum Abschluss der Fahrraddemo rief Heinz Jung die Teilnehmer auf, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und weiter für den Schutz des Hauptsmoorwaldes aktiv zu bleiben.

1900 Unterschriften gegen Industriegebiet im Hauptsmoorwald

Am Mittwoch, 27.07.16 übergab Heinz Jung, der Vorsitzende unserer Kreisgruppe, 1900 Unterschriften an den Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke.

Wie breit die Ablehnung der Planung  für ein 100 ha großes Industriegebeit ist, zeigte auch das Spektrum der Bamberger Organisationen, die sich an der Unterschriftensammlung beteiligten: der Reit- und Fahrverein, die Gartenstadtinitiative, der Kleingartenverein Amselfang, der Landesbund für Vogelschutz, Greenpeace, der Verkehrsclub Deutschlands und die Naturforschende Gesellschaft. Sie alle lehnen die Rodung von 85 ha Wald für ein 100 ha großes Industrie- und Gewerbegebiet ab, denn sie sehen in der Planung, die von der Stadt vorgelegt wurde, eine massive Gefährdung für Natur, Stadtökologie und Lebensqualität der Menschen.

„Die Bamberger lieben ihren Hauptsmoorwald. Sie werden seine weitere Zerstörung nicht zulassen“, so das Fazit von Heinz Jung aus dem Erfolg der Unterschriftensammlung. Bürgermeister Starke zeigte Gesprächsbereitschaft und  bot an, bei einem Termin nach der Sommerpause mit den beteiligten Organisationen Kompromissmöglichkeiten auszuloten. „Wir werden sehen, zu welchen Kompromissen die Stadt bereit ist. Wenn die Planung nicht massiv verbessert und in ihren Ausmaßen verkleinert wird, sind wir zu  weiteren Schritten bis hin zu einem Bürgerbegehren bereit“, machte der Vorsitzende des BUND Naturschutz Bamberg deutlich.

Infranken und  BR haben über die Übergabe der Unterschriften berichtet:

Aktion "MAI BAAM" - Hände weg vom Hauptsmoorwald

Die Protestaktion zum Schutz des Hauptsmoorwalds am 07.05.16 war mit nahezu 1000 Unterschriften ein voller Erfolg.

Danke an alle Besucher, die bei dieser Protestbewegung gegen das geplante Industriegebiet der Stadt Bamberg mitgemacht haben und sich "ihren" Baum ausgesucht haben.