Einspruch gegen den Bebauungsplan

Bis zum 18.05 können noch Einwände gegen den Bebauungsplan Nr. 429 "Gewerbepark Geißfelder Straße" vorgenommen werden. Damit hat die zweite und letzte Phase der Bürgerbeteiligung begonnen. Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch!

Falls Sie bereits am ersten Bürgerbeteiligungsverfahren teilgenommen haben, dann bitte noch einmal die Einwendung abgeben, sonst wird sie nicht berücksichtigt!

Sie können Ihre Stellungnahme schriftlich an das Stadtplanungsamt senden:

Stadtplanungsamt

Stadt Bamberg

Untere Sandstraße 34

96049 Bamberg

oder die Einwendung direkt online hier abgeben.

Argumente und Textbausteine für die Stellungnahme finden sich gleich im Anschluss.

Bei Fragen zum Verfahren können Sie sich gerne bei uns melden!

 

 

So könnte Ihre Stellungnahme aussehen:

Eigene Adresse einfügen

 

 

 

 

Stadt Bamberg

Baureferat

Untere Sandstraße 34

96049 Bamberg

 

Datum einfügen

 

 

Einspruch Bebauungsplanverfahren Nr. 429 „Gewerbepark Geisfelder Straße“ mit integriertem Grünordnungsplan für den Bereich des ehemaligen Schießplatzes östlich der Armeestrasse und den Bereich der ehemaligen MUNA östlich der Gutenbergstraße



Sehr geehrte Damen und Herren im Baureferat der Stadt Bamberg,

im Rathausjournal Nr-05/2018 vom 23.3.2018 habe ich von den Plänen zur oben genannten Änderung gelesen. Gerne möchte ich mein Recht auf Einspruch und zu Anregungen wahrnehmen.
Ich lehne den Bebauungsplanentwurf Nr. 429 ab.  Insbesondere habe ich folgende Einwände:
(oder: Ich bitte um Berücksichtigung folgender Einwände:).

 

Hier eigener Text, eigene Begründung ....

(Beispiele für eine Begründung finden sich im Anschluss)

 

 

 

Mit freundlichen Grüße

 

Beispielargumente für Ihre Stellungnahme

Nun folgt eine Reihe von Anregungen, die Sie als Argumente für Ihre persönliche Stellungnahme verwenden können. Günstig ist eine eigenständige und persönliche Formulierung, damit die Verwaltung Ihre Stellungnahme auch würdigen muss. Falls Fragen sind, können Sie sich gerne an die Geschäftsstelle des BUND Naturschutz (0951/5190611 oder bamberg@bund-naturschutz.de) wenden.

 

Mustertext

Ich lehne den Bebauungsplan Nr. 429 "Gewerbepark Geisfelder Straße" mit integriertem Grünordnungsplan aus folgenden Gründen ab:

 

Waldverlust

Nach wie vor ist die Eingriffsfläche mit ca. 74 ha immens. Über 60 ha Wald sollen gerodet werden. Das entspricht in etwa einer Fläche von 90 Fußballfeldern. Diesen riesigen Eingriff in den Hauptsmoorwald lehne ich ab. Neben den vielen Waldfunktionen kommt gerade dem Hauptsmoorwald als stadtnahem Wald insbesondere in Bezug auf seine klimatischen Funktionen und als Erholungsraum eine herausragende Bedeutung zu.

 

- Vernichtung von unberührtem Staatswald, der überhaupt nicht zur Konversionsfläche gehört, für den Bau der Polizeiinspektion nördlich des Schießplatzes und im Bereich des geplanten Gewerbefeldes GE1 südlich des Schießplatzes. 

- Vernichtung von Wald, der für Bamberg von wichtiger Bedeutung für die Luftqualität, Frischluftzufuhr und für den Schallschutz ist.

 

Flächenverbrauch

Da Fläche nicht vermehrt werden kann, muss so sparsam wie möglich mit ihr umgegangen werden. Aktuell beträgt der Flächenverbrauch in Bayern 13 ha pro Tag.


- Sorge wegen des hohen Flächenverbrauchs. Dieser zählt lt. Bayerischem Landesamt für Umwelt zu den bedeutendsten Umweltproblemen in Bayern.


- Der geplante Flächenverbrauch für das Industriegebiet im Hauptsmoorwald ist enorm. Neue Gewerbe- und Industrieflächen sowie neue Verkehrsflächen machen in der Summe ca. 62 ha aus. 


- Flächenversiegelung ist der Hauptgrund für den Rückgang der Biodiversität, für Probleme beim Bodenschutz und bei der Bereitstellung von Wassermenge und –qualität


- Kritik wegen des hohen Flächenverbrauchs an bislang unbebauter Fläche anstelle einer effektiven Reduzierung des Flächenverbauchs durch die Nutzung erschlossener Flächen (Leerstand von Gewerbeimmobilien oder Aufstockung bestehender eingeschossiger Gewerbeimmobilien) auf dem bisherigen Stadtgebiet.


- Ziel: Nachhaltige und zukunftsorientierte Flächennutzung anstelle von neuer Inanspruchnahme von Fläche

      - Kritik an der Darstellung, dass das Eingriffsgebiet bereits stark versiegelt sei. Es sind real aber nur kleinere Teilbereiche stärker versiegelt. Der gesamte Bereich nördlich der Geisfelder Straße sowie der gesamte östliche und südliche Teil des Eingriffsgebietes innerhalb der Muna sind durch bereits bestehende Versiegelungen nicht oder kaum beeinträchtigt. 

 

Schutzgut Mensch

     - starke Verkehrszunahme im ganzen Umfeld des geplanten Industriegebietes, so auch im Bereich Geisfelder  Straße/Pödeldorfer Straße      

       - Gesundheitliche Beeinträchtigung durch Lärm, Abgase und Feinstaub

- Sorge um die gesundheitliche Beeinträchtigung insbesondere der Kinder in den Wohngebieten zwischen Pödeldorfer und Geisfelder Straße. 

-  Gefährdung der Kinder im Straßenverkehr / durch erhöhtes Verkehrsaufkommen.

-  Einschränkung der Lebensqualität  durch Lärm und Abgase sowie erhöhtes Verkehrsaufkommen auf allen Straßen und Zubringern zum neuen Gewerbegebiet und der Polizeiinspektion.

-    massive Beeinträchtigung der Naherholungsfunktion des Hauptsmoorwaldes

-   Trennende Wirkung durch den Ausbau der Armeestraße mit drei Spuren und deutlich höherem Verkehrsaufkommen. 

 

Schutzgut Wasser

-   Gefährdung von Trink- und Grundwasser.

 

Schutzgut Arten und Biotopschutz

 - Sorge um die Vernichtung, Verdrängung und Beeinträchtigung des Lebensraumes von seltenen Tier- und   Pflanzenarten auf dem gesamten Eingriffsgebiet

 

Gewerbe

-          Kritik an der Planung, eine Fläche mit sehr hohem naturschutzfachlichen Wert (Sandmagerrasenkomplex nördlich des bestehenden Naturschutzzgebietes) für die Umsiedlung eines Garten- und Zoofachmarktes zu verwenden. Am neuen Standort soll vor allem mehr Parkplatzfläche entstehen


-          Kritik wegen mangelnder oder unterlassener Prüfung von alternativen Standorten für die Polizeiinspektion. Diese soll auf Staatswaldfläche am von Erholungssuchenden häufig genutzten Eingang in den Hauptsmoorwald an der Verlängerung der Moosstraße errichtet werden.

-          Kritik an der Informationspolitik der Stadt Bamberg, die ein riesiges  Industrie- und Gewerbegebiet plant und dabei völlig im Unklaren lässt, welche Unternehmen konkretes Interesse und konkreten Flächenbedarf angemeldet haben.

-          Kritik an der Informationspolitik der Stadt Bamberg, die auch nicht darüber informiert, welche Art von Industrie und Gewerbe ihr Interesse angemeldet hat. Von der Art der Betriebe wird aber die zukünftige Verkehrsbelastung und der Schadstoffausstoß durch Verkehr und Betriebe abhängen.

 

Waldausgleich

Obwohl über 60 ha Wald verloren geht, wird der notwendige Waldausgleich auf nur 35 ha Erstaufforstungen festgelegt.

Nach dem Bayerischen Waldgesetz müssen jedoch die Waldfunktionen ausgeglichen werden. Dazu gehört der Bodenschutz, der Wasserschutz, klimatische Funktionen, die Erholung, die Holznutzung, die Kohlenstoffspeicherfunktion, die Lebensraumfunktion.

Ein Ausgleich dieser Waldfunktionen auf über 60 ha Wald durch 35 ha Neuanpflanzungen ist völlig unzureichend, entspricht sicher nicht dem im Bayerischen Waldgesetzt geforderten Funktionsausgleich und kann auch nicht durch den zusätzlich geplanten Waldumbau ausgeglichen werden. Ich fordere daher mindestens einen Waldausgleich im Flächenverhältnis 1:1.


Die Bürgerinitiative "Rettet den Hauptsmoorwald"

Die Initiative - hier geht's zur Website - setzt sich seit dem 13.03.2018 speziell für den Erhalt des Hauptsmoorwaldes ein. Sie sehen sich als die Erben von Bamberg, welche die Verantwortung tragen den Wald als Schatz für die Zukunft zu erhalten. Gründe für dieses Engagement sind im untenstehenden Beitrag aufgeführt, v. a. im Vordergrund steht die Verhinderung der Rodung, sowie der verkehrlichen Belastung. Der Hauptsmoorwald soll seine wichtigen Funkten als grüne Lunge Bamberg erhalten und weiterhin ein Stück Lebensqualität sein. Aus diesem Grund hat die Initiative auch eine Petition gegen das geplante Industriegebiet erstellt und setzt sich jetzt auch für das Bürgerbeteiligungsverfahren ein.

Bedeutung des Hauptsmoorwaldes

Dass der Hauptsmoorwald ein wichtiges Gut der Stadt Bamberg und ein schützenswerter Teil der Natur ist bedarf keiner Argumentation. Der Wald erfüllt wichtige Funktionen, wie die Frischluftzufuhr und dient zur Naherholung, deswegen muss die Aufmerksamkeit der geplanten Zerstückelung gelten und sich auf den Schutz des Hauptsmoorwaldes konzentriert werden.

Bamberg soll eine Stadt der kurzen Wege bleiben und die starke Innenentwicklung beibehalten. Die geplanten städtebaulichen Entwicklungen würden diese stark an die Randgebiete forcieren. Bürger sollten zu diesem Zwecke, genau wie Vereine und Verbände mit in die Planung einbezogen werden können um ein kreatives Ergebnis zu ermöglichen. Angesichts des demographischen Wandels müsste man auch eher an Schrumpfung, denn an Wachstum denken.

Weiterhin befinden sich in dem Gebiet Sandmagerrasen und Zwergstrauchheiden, sowie Borstgrasrasen - das entsprechende Gutachten finden Sie hier - allesamt Biotypen, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Schutz stehen. Auch in der europäischen FFH-Richtlinie (Flora Fauna Habitat) werden diese Lebensräume als besonders schützenswert eingestuft. Die Fläche müsste also eher in ihrem jetzigen Zustand erhalten bleiben und auf Dauer gesichert werden.

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Wald muss Wald bleiben.