Der Abzug der US-Armee aus Bamberg - ein Gewinn für Mensch und Natur

Am Montag den 6. Mai 2013 lud die Kreisgruppe Bamberg zu einem Vortrag von BN Regionalreferent  Tom Konopka zur bevorstehenden Konversion in den Saal der Gemeinde St. Heinrich in Bamberg ein.

Zu Beginn seines Vortrags gab Konopka einen Überblick über das betroffene Gebiet, das mit 450 ha  immerhin 8% des Bamberger Stadtgebiets ausmacht. 155 ha wurden bereits durch die Amerikaner  für Kasernen, Siedlungen, Sportstätten etc. städtebaulich genutzt. An dieser Stelle mahnte der Referent , man dürfe die durch die Konversion neu gewonnenen Flächen nicht automatisch und unmittelbar für den Wohnungs- und Hausbau nutzen, sondern sollte dies nur soweit verfolgen, wie es im Hinblick auf den demographischen Wandel sinnvoll ist.

Wie unterschiedlich Konversionsflächen genutzt werden können, zeigte Konopka an Beispielen aus Franken in denen die Konversion bereits zum großen Teil abgeschlossen ist:

Beispiel Fürth

In Fürth zogen die US-Streitkräfte bereits 1995 ab. Hier wurden 37 % der Fläche dem Naturschutz zugeführt, darunter auch wertvolle Flächen mit Sandmagerrasen. Außerdem entstanden auf dem Grund der ehemaligen W.O. Darby Kaserne ein neues Wohngebiet und der Südstadtpark, welche die Attraktivität Fürths als Wohnort stark verbessert haben. Die ausführliche Projektbeschreibung können Sie hier als pdf downloaden.

Naturschutzgebiet  Tennenloher Forst

Die Aufgabe der Erlangener Ferrisbarracks wurde 1993 angekündigt. Bereits 1997 erfolgte dann der Kauf durch die Stadt Erlangen, welche die alte Kaserne in einen Wohnpark mit Stadtpark, genannt Röthelheimpark, umbaute. Insgesamt sind von 50 ha Fläche 25 ha als Naturschutzpark ausgeschrieben worden. Zudem wurde der Tennenloher Forst, welcher heute das größte Naturschutzgebiet in Mittelfranken ist, nach dem Abzug der Amerikaner zum Naturschutzgebiet erklärt.Um die wertvollen Sandmagerrasen auf Dauer zu erhaltemn, beweiden heute Pferde die Flächen. Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es unter www.wildpferde-tennenlohe.de .

In Nürnberg wurden fast alle militärischen Gebäude abgerissen und vielerorts moderner Wohnraum geschaffen. In Feucht wurde viele wertvolle Feuchtlebensräume durch Gewerbegebiete vernichtet, nur der Übungsplatz zwischen Oberasbach und Stein wurde zum Naturschutzpark, da dieser als einer der Kernräume der Sandachse Franken gilt.

Perspektiven für Bamberg

Für Bamberg als Teil der Sandachse Franken fordert Konopka die Kerngebiete, wie zum Beispiel den Flugplatz Breitenau, unter Schutz zu stellen. Dem Erhalt des Hauptsmoorwalds muss besondere Aufmerksamkeit gelten. Er befürchtet, dass es nach dem Abzug Amerikaner durch den Bau von Straßen und die Ausweisung von Gewerbeflächen zu einer Zerstückelung des Waldes kommt. Konopka sieht die Zukunft des Hauptsmoorwalds als Bannwald, ähnlich dem Nürnberger Reichswald, der die Stadt begrenzt, wichtige Funktionen, wie die Frischluftzufuhr, erfüllt und der Bevölkerung zur Naherholung dient. Außerdem verwies der Referent auf Versprechen der Regierung von Oberfranken die Flächen unter Naturschutz zu stellen, sobald die US-Streitkräfte die Areale verließen.

Abschließend mahnte Konopka, Bamberg solle eine Stadt der kurzen Wege bleiben. Es wäre wichtig die starke Innenentwicklung beizubehalten und durch die Konversion die städtebauliche Entwicklung nicht zu stark an den Randgebieten zu forcieren. Hier sollte vielmehr Raum für die Natur und die Erholung der Menschen erhalten werden.  Die Konversion müsse von Unten nach Oben verlaufen, d.h. es müssen Bürger, Vereine und Verbände mit in die Planung mit einbezogen werden und es solle Raum für Kreative gelassen werden. Letztendlich verwies Konopka nochmal auf den demographischen Wandel und gab zu bedenken, dass auch Bamberg nicht immer Wachstumsregion bleiben wird und möglicherweise schon in den nächsten zwei Dekaden Schrumpfungsprozesse einsetzen werden.

 

Markus Breidenstein