Per Rad durch das grüne Muna-Paradies

Biologe Bücker erklärt die Besonderheiten des Sandmagerrasens
Knorrige Eiche in der Muna
Libellenballett in der Muna

Einen noch unbekannten Teil des Bamberger Hauptsmoorwaldes konnten die Teilnehmer der Radexkursion im Juni 2016 kennenlernen. Die beiden Exkursionsleiter Martin Bücker vom Bund Naturschutz und Anan Adeili vom Bundesforst zeigten auf „verwunschenen“ Wegen die ökologische Bedeutung des Schießplatzes und der sogenannten Muna, einem ca. 145 ha großem Areal.

Zu Beginn erklärte Bücker anhand der vorhandenen Sandmagervegetation des Schießplatzes die Überlebensstrategien der Pflanzen. Wer auf so extremen Standorten überleben will, muss Überlebensstrategien entwickeln, so Bücker.

Am Beispiel des Silbergrases mit seinen eingerollten, schmalen Blättern, der silbrigen Färbung und dem massiven Wurzelwerk konnten schon drei der  Überlebenstaktiken erklärt werden. Einige Pflanzen behelfen sich durch zweijähriges Wachstum. Im ersten Jahr werden die Blätter gebildet, im zweiten Jahr die Blüten und Samen. Bei den Tieren kann es die Strategie der langen Beine sein, wie z.B. beim Sandlaufkäfer. Hier wird der Abstand zum heißen Sandboden vergrößert.

Beim Schießplatz handelt es sich um einen „Hot Spot“ der Artenvielfalt und einen besonders wertvollen Lebensraum. Der BN hat mit einem eigenen Gutachten diese Wertigkeit bereits bei der Regierung von Oberfranken gemeldet und fordert die Ausweisung als Naturschutzgebiet. Von diesen artenreichen Sandmagerflächen existiert in Bayern gerade noch 1 Prozent. Früher wurden durch freifließende Flüsse wie der ursprünglichen Regnitz sandige Flachufer gestaltet. Durch die Begradigung der Flüsse und Bäche und die Versteinung der Ufer wurde dies in vielen Flussabschnitten unterbunden.

Im Anschluss radelten die Naturinteressierten weiter zu den bereits gut eingegrünten Bunkern auf der Muna. Hier verwies Adeili auf die Mächtigkeit des Stahlbetons der Gebäude. Ein Abriss ist, wenn überhaupt, nur mit enormem Kostenaufwand machbar. Einige dieser Bunker könnten künftig allerdings für Fledermäuse als Quartier belegt werden. Genutzt werden sie bereits jetzt als Unterstand der vorhandenen Mufflonherde. Die eingesetzten Mufflons beweiden die Offenlandbereiche als Landespfleger mit dem Ziel, diese auf Dauer frei zu halten.

Am sogenannten Öllager konnten die Besucher die hinterlassenen Altlasten begutachten. Im Erdreich versenkt und kaum erkennbar wurden von den Amerikanern Tanklager errichtet, die nun auf eine ordnungsgemäße Entsorgung warten. Eine bereits ausgewiesene Naturschutzfläche der Muna mit malerischen, verzweigten Eichenbäumen und einer Weiherfläche mit Schilf- und Röhrichtsaum waren der Endpunkt der Radexkursion.

Für die Teilnehmer war klar, dass solch ein naturschutzfachlich interessantes Gelände mit einem geschichtlichen Hintergrund, wie z. B. den Herstellungshallen der Flugzeugbauerfirma Messerschmitt, auf keinen Fall für ein Gewerbe- und Industriegebiet geopfert werden darf. Die Naherholung, Freizeitnutzung und der Naturschutz sind für dieses Areal die richtige Entwicklung. Eine Stadt wie Bamberg muss es sich leisten können solch hochwertige Flächen zu schützen, so der Referent Bücker.