Bundestag erklärt Hauptsmoorwald zum Nationalen Naturerbe

Nach langem Hin und Her hat der Haushaltsausschuss des Bundestags dem rund 305 Hektar großen Abschnitt des Hauptsmoorwalds den Status eines Nationalen Naturerbes (NNE) zugesprochen. Damit wird der zweijährige Kampf des BUND Naturschutz für eine umweltfreundliche Nutzung des ehemaligen Standortübungsplatzes der US-Army nun endlich belohnt. Noch im Frühjahr wurde für die Konversionsfläche seitens einiger Bamberger Politiker ein gemeinsames Gewerbegebiet von Bamberg, Memmelsdorf, Litzendorf und Strullendorf ins Spiel gebracht. Doch nun steht das Gebiet östlich der A73 auf der Liste der bundesweit geschützten Flächen und soll damit in Zukunft nach den Vorgaben des Naturschutzes entwickelt werden. Mit der Verhinderung einer weiteren Zersiedelung können Lebensräume gerettet werden und die Waldentwicklung gefördert werden. Im Hauptsmoorwald befindet sich ein wertvolles Naherholungsgebiet, in dem diverse nach dem EU-Artenschutzrecht geschützte Arten und Lebensraumtypen vorkommen und zahlreiche gefährdete Arten der Roten Listen ihren Lebensraum haben. Deshalb zeigt sich Heinz Jung, Vorsitzender der Kreisgruppe Bamberg, über diesen Beschluss „hocherfreut“, warnt aber gleichermaßen vor einer Privatisierung des Gebiets, sowie vor verschärften Rahmenbedingungen zu Lasten der Verbände und Stiftungen. Denn anders als bei vorherigen Tranchen, die bundesweit als NNE-Gebiete ausgewiesen wurden, geht der Besitz nicht in die Hände einer Naturschutzstiftung, sondern bleibt beim Bund. Doch gerade Umweltverbände sind wegen der Sicherung der Gebiete vor Ort als Flächenempfänger geeignet und können eine hohe regionale Akzeptanz der Idee des Nationalen Naturerbes garantieren.

Noch unklar ist, was mit der ehemaligen Panzerwaschanlage des US-Militärs geschieht, die ebenfalls Teil der Konversionsfläche ist, jedoch nicht mit in das Gebiet des NNE eingegliedert wurde. Bisher wurden von Seiten der Politik unterschiedliche Signale gesendet, inwiefern die Fläche in Zukunft genutzt werden soll. Für den BUND Naturschutz wäre es wünschenswert, dass auch die ehemalige Panzerwaschanlage bald im Sinne des Umweltschutzes gestaltet werden darf.