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Klimaschutz und Energiewende

Die Notwendigkeit von Klimaschutz und einer Energiewende sind angesichts des Klimawandels mit Hitzesommern und Baumsterben sowie angesichts der kaum zurückgehenden Treibhausgasemissionen unübersehbar. Konsequentes Handeln ist auf allen Ebenen dringend geboten!

Unsere Frage:

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie das Ziel der Klimaallianz, bis 2035 den Energiebedarf der Region zu 100% aus erneuerbarer Energie zu decken, umsetzen?

Vollständige Antworten:

Starke: Die Stadtwerke Bamberg gestalten unsere regionale Wertschöpfung in den Bereichen Energie, Telekommunikation und Mobilität. Als Oberbürgermeister unterstütze ich die Lösungsstrategien zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen, wie sie die Digitalisierung, der demografische Wandel oder die Energiewende mit sich bringen.

Die Stadtwerke Bamberg betreiben aktuell insgesamt 19 Photovoltaikanlagen. Diese generieren Strom für rund 660 Drei-Personen-Haushalte. In den vergangenen Jahren wurden drei Anlagen neu errichtet: 2018 auf dem P+R-Parkplatz Kronacher Straße. 2019 auf dem Gesundheitszentrum Ulanenpark, der Strom wird dabei überwiegend direkt in den Gebäuden im Rahmen des angebotenen Mieterstrommodells verbraucht, und ebenfalls 2019 eine Photovoltaik-Anlage auf einer Lagerhalle am Margaretendamm zur überwiegenden Eigenstromnutzung der Stadtwerke. Das will ich ausbauen und zusätzliche Anlagen errichten lassen.

Zudem sind die Stadtwerke derzeit an 5 Windparks beteiligt. Davon sind zwei in Franken und einer in der Oberpfalz. Aufgrund der 10-H-Regelung ist der Windkraftausbau in Bayern zum Erliegen gekommen. Weitere regionale Beteiligungsmöglichkeiten werden gesucht und ich will unterstützen, dass die Windkraft auch in unserer Region bei der regenerativen Engergieerzeugung einen neuen Schub erhält.

Bei der Wärmeversorgung setze ich auf eine energieeffizente Wärmeversorgung und Nutzung von Abwärme sowie Kraft-Wärme-Koppelung in Kombination mit regenerativen Energieträgern. Schwerpunkte des Wärmeausbaues waren einerseits die Innenstadt und anderseits abgeschlossene Baugebiete und Stadtteile. In der Innenstadt wurden in den letzten Jahren das ERBA-Gelände und die Leitungstrasse Königstraße bis Nürnberger Straße erschlossen. Dieser Ast wird 2020 bis zum Atrium und Landratsamt erweitert. Die Stadtgebiete Gereuth, 1860er-Gelände, Schaeffler 2.0, Hochgericht, Föhrenhain und Ulanenpark wurden mit Nahwärme erschlossen.

Durch die Energiewende und insbesondere der damit einhergehenden Elektrifizierung des Mobilitäts- und Wärmesektors steigt der Bedarf an Flexibilität. Wir beteiligen uns aktuell an einem Forschungsprojekt, in dem sie zusammen mit der Robert Bosch GmbH stationäre Brennstoffzellensysteme (SOFC) im Stadtgebiet Bamberg erprobt werden. Für die Lagarde-Kaserne ist dies eine zusätzliche Chance, um das Energieziel 2035 zu erreichen.

Für die Zukunft planen wir gleich zwei herausragende Projekte: Das  Wärmenetz 4.0 Lagarde und ein Heizwerk mit Hackschnitzeln in der Gereuth/Südflur: Das sind wichtige Bausteine, um den Energiebedarf aus erneuerbaren Energieträgern zu decken.

Lange Wir wollen das Ziel einer Klimaneutralität in einer gemeinsamen Kraftanstrengung mit allen Bürgerinnen und Bürgern durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen erreichen. Dazu gehören beispielsweise Initiativen wie

+ die weitere energetische Sanierung von Gebäuden;

+ die oben beschriebene Mobilitätswende;

+ die Umgestaltung der Energieversorgung auf klimaneutrale Energieformen, wie sie derzeit auf der Lagarde-Kaserne projektiert wird;

+ den Ausbau des Angebots von regionalen Produkten und die Vermeidung von Plastik und Einwegsystemen;

+ die Renaturierung von Grünflächen und das Pflanzen von mehr Bäumen auf Flächen, die der Stadt oder von der Stadt verwalteten Stiftungen gehören.

Glüsenkamp: Ich will die Stadtwerke zu Klimawerken machen, die auch selbst in erneuerbare Energieprojekte investieren. Auf dem Gebiet der Stadt brauchen wir eine Erhebung welche öffentlichen Gebäude mit PV-Anlagen ausgestattet werden können. Alle neu entwickelten Wohngebiete sollen unter neuesten energetischen Standards gebaut werden. Darüber hinaus will ich mich im Städte- und Gemeindetag dafür einsetzen, dass die 10H-Regelung in Bayern gekippt wird und die Windkraft nicht weiter ausgebremst wird. Darüber hinaus müssen wir weiter in die Gebäudesanierung investieren und bei den Schulen beginnen.

Redler: In einer Stadt kommt insbesondere die intensive Nutzung der Sonnenenergie infrage. Andere Initiativen – wie z.B. häusliche Wärme-Kraftkopplung, oder „Balkon-Kraftwerke“ – müssen im Einzelfall geprüft und dann nach Möglichkeit unterstützt werden. Konkrete Fördermaßnahmen durch die Stadt gilt es hier zu prüfen.
Grundsätzlich kann eine Stadt durch gemeinsame Maßnahmen mit anderen Gebietskörperschaften die Gewinnung von erneuerbarer Energie steigern.

Kettner: Neben den verkehrspolitischer Maßnahmen halte ich die folgenden Punkte für zentral:
Zeitnahe Umsetzung anstehender energetischer Sanierungen an städtischer Gebäude, wie z.B. der Schulen. Die Ausweitung von Photovoltaikanlagen (unter Berücksichtigung von Denkmalschutz, Tragfähgkeit , etc.) als eine einfache und auch kostengünstige Lösung um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Hier gibt es noch viel ungenutztes Potential in der Stadt. Dies müssen wir stärker nutzen.

John: Man darf nicht vergessen, dass die meisten Gesetze, die hierfür relevant sind, auf Bundeseben beschlossen werden müssen. Durch die oben genannten Projekte und Ideen können wir in unserer schönen Stadt einen wesentlichen Beitrag leisten. Durch den Ausbau des Radwegenetzes und des ÖPNV müssen die Anreize so hoch sein, dass das Auto freiwillig stehen gelassen wird.

Reinfelder: Energie muss vor allem für die Vielzahl der Bambergerinnen und Bamberger bezahlbar bleiben. Deshalb setzen wir auf neue Technologien und einen bunten Mix von Energieträgern.

Zusammenfassung und Kommentierung der Antworten:

Starke führt die Bedeutung der Stadtwerke als zentraler Akteur in Sachen Energiewende auf. Er möchte das Engagement fortsetzen.
Er hebt den Betrieb von Solaranlagen und die Beteiligung an Windparks hervor. Starke „will unterstützen, dass die Windkraft auch in unserer Region bei der regenerativen Engergieerzeugung einen neuen Schub erhält.“
Bei der Wärmeversorgung setzt Starke auf die energieeffiziente Nutzung von Abwärme sowie Kraft-Wärme-Koppelung in Kombination mit regenerativen Energieträgern.Für die Zukunft planen wir gleich zwei herausragende Projekte: Das  Wärmenetz 4.0 Lagarde und ein Heizwerk mit Hackschnitzeln in der Gereuth/Südflur.“
Weiterhin beteiligt sich die Stadt an einem Forschungsprojekt, in dem zusammen mit Bosch stationäre Brennstoffzellensysteme im Stadtgebiet Bamberg erprobt werden sollen.

Lange zählt als Initiativen für die Klimaneutralität die energetische Sanierung von Gebäuden, die Mobilitätswende, die Umgestaltung der Energieversorgung auf klimaneutrale Energieformen, aber auch regionale Produkte, Vermeidung von Plastik und das Pflanzen von Bäumen auf.

Glüsenkamp will die Stadtwerke zu Klimawerken machen, die auch selbst in erneuerbare Energieprojekte investieren. Er möchte PV-Anlagen ausbauen, neu entwickelte Wohngebiete unter neuesten energetischen Standards bauen, in Gebäudesanierungen, vor allem den Schulen, investieren. Darüber hinaus möchte er sich „im Städte- und Gemeindetag dafür einsetzen, dass die 10H-Regelung in Bayern gekippt wird und die Windkraft nicht weiter ausgebremst wird.“

Redler sieht vor allem die Möglichkeit die Sonnenenergie zu nutzen. Weiterhin möchte sie andere Initiativen wie z.B. häusliche Wärme-Kraftkopplung oder „Balkon-Kraftwerke“ prüfen und unterstützen. 

Kettner hält neben verkehrspolitischen Maßnahmen die energetische Sanierung städtischer Gebäude, z.B. der Schulen und die  Ausweitung von PV-Anlagen für zentral.

John sieht vor allem Möglichkeiten in der Verkehrspolitik, um das Auto stehen zu lassen.

Reinfelder mahnt, dass Energie bezahlbar bleiben müsse und setzt deshalb auf „neue Technologien und einen bunten Mix von Energieträgern.