MenuKreisgruppe BambergBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Mehr Grün in der Stadt

Für Luft-  und Lebensqualität sowie zur Naherholung ist reichlich Stadtgrün von großer Bedeutung. Die Zahl der Hitzetage steigt immer weiter an. Durch fehlendes Grün im gesamten Stadtgebiet ist die sommerliche Aufheizung der Stadt deutlich größer. Hinzu kommt, dass durch die letzten beiden trockenen Sommer zahlreiche Straßenbäume abgestorben sind.

Unsere Fragen:

Wie stehen Sie zum Erhalt der in Bamberg vorhanden Grünflächen und werden Sie sich ganz konkret für den Erhalt des Parks auf dem „Maiselgelände“ einsetzen?

Inwieweit können Sie sich einen weiteren und ausgewogen Ausbau von Grünflächen für alle Stadtteile und Quartiere Bambergs vorstellen und wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Vollständige Antworten:

Starke: Der Grünflächenanteil in Bamberg ist im Vergleich zu anderen fränkischen Städten nachweisbar hoch. Das muss so bleiben. Konkret will ich dazu umsetzen:

- Die Ausweisung des Sonderlandplatzes, des Schießplatzes und Teile der Muna als Naturschutzgebiete

- Angemessener Grünflächenanteil bei neuen Bebauungsplänen

- Naturnahe Pflege kommunaler Grünflächen

- Die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes und des Landschaftsplanes, wobei ökologische Aspekte besonders berücksichtigt werden sollen

- Ausgleichsflächen für Eingriffe in die Natur sollen nur innerhalb des Stadtgebietes und nicht außerhalb nachgewiesen werden

Zum Maiselgelände: Sicherlich eine beachtliche Grünfläche im Bamberger Osten. Aufgrund des relativ hohen Anteils fremdländischer Baumarten ist sie nicht als Biotop kartiert. Eine artenschutzrechtliche Untersuchung im Vorfeld der Bebauungsplanung hat ergeben, dass dort keine streng geschützten Arten vorkommen. Bei einer Bebauung sollte eine möglichst große Grünfläche erhalten bleiben. Das Quartier muss ökologisch aufgewertet werden durch Dachbegrünung, vertikales Grün und Pflanzung einheimischer Bäume.

Lange: Es ist das Ziel der CSU, vorhandene Grünflächen zu erhalten. Deshalb setzen wir uns beispielsweise für die Weiterentwicklung der Kulturlandschaft rund um den Michelsberg unter dem Gesichtspunkt der Biodiversität ein. Wir wollen ferner den Volkspark aufwerten und in Richtung Lindenanger erweitern, sobald sich dort durch die Auflösung des derzeitigen Ankerzentrums neue Perspektiven eröffnen. Was das Maiselgelände angeht, so unterstützen wir dort die Ansiedlung der Bartolomei-Garelli-Schule und eines Kinderhauses sowie die Entstehung von neuem, seniorengerechten und geförderten Wohnraum. Bei diesen Überlegungen soll nach unserem Wunsch möglichst viel Grün erhalten bleiben. Dies wird Aufgabe des laufenden Bebauungsplanverfahrens sein.

Es ist unser Anliegen, mehr Grünflächen in Bamberg zu erhalten und sogar Flächen wieder zu entsiegeln. Dies gilt für alle Stadtteile – vielleicht sogar besonders für den Bamberger Osten. Deshalb wollen wir – über die genannten Beispiele hinaus – etwa die Zollnerstraße alleeartig begrünen und durch Aufenthalts- und Ruhezonen aufwerten. Wir möchten grüne Verbindungsschneisen von Bamberg-Ost in die Innenstadt erhalten und neue schaffen. So wünschen wir uns im Bereich der Lagarde-Kaserne neue Grünflächen, gerade rund um das Kulturquartier Lagarde bei der Post- und Reithalle. Großes Potenzial erkennen wir auch auf dem Gelände der heutigen Flüchtlingseinrichtung rund um den Lindenanger.

Glüsenkamp: JA, der Park im Maiselgelände soll erhalten werden und öffentlich zugänglich sein. Zu diesem Thema ist bereits im Januar eine Pressemitteilung von mir erschienen.

Im Hinblick auf die Klimaziele von Paris und unsere lokale Verantwortung zur Erreichung derselben und auf Grund der beschriebenen Zunahme der Hitzetage gibt es dringenden Handlungsbedarf in der gesamten Stadt!

Besonders betroffen ist auch der Bamberger Osten, in dem deutlich weniger Grünflächen zur Verfügung stehen. Wir müssen mit unseren Flächen sparsamer umgehen und Naturschutz ernst nehmen. Ich setze mich dafür ein, statt den bisherigen Blumenrabatten in der Innenstadt eher klimafeste Bäume zu pflanzen. In vom Umweltamt und EBB geförderten Nachbarschaftsprojekten möchte ich Straßenzüge im Rahmen der Verkehrswende von Autos befreien und begrünen.

Redler: Die Grünflächen in der Stadt müssen erhalten bleiben und gegebenenfalls neue hinzugefügt werden. Im konkreten Fall „Maiselgelände“ wird deutlich, dass eine Planung bzw. Bebauung mit sinnvoll-notwendigen Objekten grundsätzlich überlegenswert ist. Auch der Ausbau von Grünflächen muss diesen Überlegungen unterzogen werden.

Ein weiterer und ausgewogener Ausbau von Grünflächen für alle Stadtteile und Quartiere Bambergs hat grundsätzliche Bedeutung. Der größte Handlungsbedarf besteht u.E. in den östlichen und nördlichen Stadtbereichen.

Kettner: Im vergangenen Sommer wurde von uns der Antrag auf Klimanotstand im Stadtrat eingebracht. Dieser wurde stetig weiter verschoben und soll nun erst nach der Wahl behandelt werden.Hierbei sollen alle städtebaulichen Vorhaben unter dem Aspekt des Schutzes unseres Klimas betrachtet werden. Damit hätten wir einen Hebel, um den Verlust von Grünflächen entscheidend entgegen zu wirken.

Vorhandene Grünflächen in der Stadt müssen geschützt und neue geschaffen werden. Ich spreche mich u.a. für die Begrünung des Maxplatzes, bei gleichzeitiger Beseitigung der Tiefgarage aus. Nach einer Reduktion der Autoabstellflächen in der Stadt müssen diese in Teilen auch entsiegelt werden. Auf diesen Flächen sollen Blühstreifen, Bäume, aber auch Hochbeete mit Gemüse entstehen.

Für den Erhalt des Parks auf dem „Maiselgelände“ werde ich mich jederzeit aktiv einbringen und unterstütze die Initiativen dazu ausdrücklich!

John: Der Erhalt der Grünflächen muss ein wesentliches Ziel für den neuen Statdrat sein. Ich gehe hier noch weiter: durch einfache Mittel lassen sich die Flächen sogar ausbauen. Hier verfolge ich das Konzept der „Eh-da-Flächen“, bei dem betonierte Flächen z.B. auf Verkehrsinseln, begrünt werden.

Der Park am Maiselgelände sollte in jedem Fall erhalten bleiben und als Naherholungsgebiet für die Bürger zugänglich gemacht werden.

Wie bereits oben erwähnt möchten wir gerne das Konzept der „Eh-da-Flächen“ umsetzen. Dies geht sicherlich auch in Zusammenarbeit mit engagierten Bürgern.
Ein weiterer Punkt wäre der Ausbau von Urban Gardening Konzepten, wie beispielsweise am Kanalufer. Dies könnte auch in den Stadtteilen, z.B. auf Spielplätzen, weiter ausgebaut werden. Auch brachliegende Gärtnerflächen könnten als Gemeinschaftsprojekte ausgewiesen werden.

Reinfelder: Grünflächen sind wichtig und richtig. Wir plädieren für begrünte Dacher auf allen flachen Bushaltehäuschen, für mehr Fassadenbegrünungen in der ganzen Stadt und eine Kampagne für nicht versiegelte, sondern grüne Vorgärten. Beim Maiselgelände sehen wir einen „neuen“ grünen Park und den Erhalt der wertvollen Bäume als wichtig an. Den gößten Bedarf sehen wir bei der Verbindung der Quartiere bis in den Osten als grüne Spange.

Zusammenfassung und Kommentierung der Antworten:

Erwartungsgemäß wollen alle Kandidat*innen die Grünflächen in Bamberg erhalten und erweitern. Wobei vergangenes Handeln nicht unbedingt bzw. selten mit diesen Zielen im Einklang steht.

Der „Maisel-Park“ - zwar unscheinbar, aber dennoch einer der größten Baumbestände im Bamberger Osten – soll durch Bebauung zerstört werden (vgl. Artikel „Maisel-Park wird zerstört“).
Hierzu drücken sich Starke und Lange sehr verhalten aus. Sie wollen „möglichst viel“ Grün erhalten. Zu vermuten ist, dass sie wissen, dass die Investoren nicht bereit sind das Wäldchen zu erhalten und vermutlich wollen sie sich auch nicht dafür einsetzen.
Glüsenkamp, Kettner und John wollen das Wäldchen erhalten und öffentlich zugänglich machen.

Reinfelder sieht „einen „neuen“ grünen Park und den Erhalt der wertvollen Bäume als wichtig an.“ Allerdings spricht sie im FT vom 1.2. ganz anders: Sie mahnt, dass die Gesamtentwicklung im Vordergrund steht, auch wenn dafür Bäume zum Opfer fallen. „Einzelne Bäume ließen sich bestimmt in die Planungen einbeziehen.“

Starke will Natur erhalten durch Ausweisung von Schutzgebieten (Sonderlandeplatz, Schießplatz, Teile der Muna), Berücksichtigung von ökologischen Aspekten in den Bebauungsplänen und in der Flächennutzungsplanung und durch naturnahe Pflege kommunaler Grünflächen.

Lange möchte Flächen wieder entsiegeln. Als Beispiele für mehr Grün nennt er grüne Verbindungsschneisen von Bamberg-Ost in die Innenstadt. Perspektivisch sieht er großes Potential rund um den Lindenanger.

Glüsenkamp sieht dringenden Handlungsbedarf in der gesamten Stadt, besonders im Bamberger Osten. „Wir müssen mit unseren Flächen sparsamer umgehen und Naturschutz ernst nehmen.“ Glüsenkamp möchte anstelle von Blumenrabatten in der Innenstadt eher klimafeste Bäume pflanzen. Er möchte im Rahmen von geförderten Nachbarschaftsprojekten Straßenzüge im Rahmen der Verkehrswende von Autos befreien und begrünen.

Redler macht den größten Handlungsbedarf in den östlichen und nördlichen Stadtteilen aus.

Kettner sieht die Feststellung des Klimanotstandes als wirksamen Hebel, um den Verlust von Grünflächen entgegen zu wirken.
Er spricht sich für die Begrünung des Maxplatzes bei gleichzeitiger Beseitigung der Tiefgarage aus. Nach Reduktion von Autoabestellflächen sollen diese begrünt werden.

John verfolgt „das Konzept der „Eh-da-Flächen“, bei dem betonierte Flächen z.B. auf Verkehrsinseln, begrünt werden“. Weiterhin möchte sie Urban Gardening ausbauen.

Reinfelder plädiert für begrünte Bushaltehäuschendächer, für mehr Fassadenbegrünungen und eine Kampagne für nicht versiegelte, sondern grüne Vorgärten.