Bäume schützen Bürger*innen in Bamberg vor Hitze
Die anhaltende Hitze belastet derzeit viele Menschen in Bamberg. Besonders in dicht bebauten Wohngebieten heizen sich Straßen, Plätze und Wohnungen stark auf und kühlen nachts oft nur langsam ab.
Ein wirksamer Schutz gegen Hitze im direkten Wohnumfeld sind Grünflächen, vor allem aber Bäume. Sie spenden Schatten und sorgen dafür, dass es unter ihrer Krone und im Umfeld spürbar angenehmer bleibt. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, dass sich die Umgebung weniger stark aufheizt. „Gerade in dicht bebauten Stadtvierteln macht das an heißen Tagen und in warmen Nächten einen echten Unterschied“, erklärt die Zweite Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Lissy Dörfler-Christa.
In den Jahren 2015 – 2024 betrug der Durchschnitt der Jahrestemperatur in Bamberg 10,2°C. Dieser Wert liegt um + 2,2°C höher als im Zeitraum 1960 - 1990 und sogar + 3°C höher als der vorindustrielle Wert (1881-1910). Seit den 1980er Jahren steigt die Jahresdurchschnittstemperatur um + 0,5°C pro 10 Jahren. Das bedeutet, das bisher wärmste Jahr in Bamberg wird 2050 ein durchschnittliches Jahr sein. Eine heute noch außergewöhnliche Hitzewelle wie die im diesjährigen Juni ist dann eine ganz normale Sommerwetterlage in Bamberg.
In Gegenden mit vielen Bäumen aber ist die Luft meist mehrere Grad kühler. Das hat eine BN-Untersuchung gezeigt, bei der Unterschiede innerhalb Bambergs von bis zu 3°C messbar waren – jeweils im Schatten gemessen.
„Wir sind dem Hitzeinseleffekt also nicht schutzlos ausgeliefert. Mit mehr Grün, neuen Bäumen und zusätzlicher Verschattung lassen sich der Aufenthalt im Freien und auch das Wohnumfeld deutlich angenehmer gestalten. Gleichzeitig müssen wir den vorhandenen Baumbestand konsequent schützen und erhalten. Bäume sind keine Kulisse, sondern ein wichtiger Teil der kommunalen Daseinsvorsorge in Zeiten der Klimakatastrophe. Wer Stadtbäume schützt, schützt Gesundheit, Lebensqualität und Biodiversität.“ so Dörfler-Christa weiter.
Um diese Zusammenhänge aufzuzeigen, lädt der BUND Naturschutz Bamberg am 23. Juli um 18 Uhr am Gabelmann zu einem Abendspaziergang zu den „Lokalen Klimazonen“ Bambergs mit Prof. Dr. Thomas Foken ein. Der Spaziergang führt von der Innenstadt bis zum Haingebiet und zeigt die entsprechenden klimatischen Zonen und ihre Eigenschaften auf. Besonderes Augenmerk liegt auf Stadtbäumen und deren lokalklimatischer Wirkung sowie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel. Exemplarische Messungen der Lufttemperatur verdeutlichen dabei den Unterschied zwischen den Lokalen Klimazonen in der Bamberger Innenstadt.











