Der Wald um Bamberg leidet massiv unter dem Klimawandel
Die Trockenheit und Hitze in diesem Sommer setzten auch dem Bamberger Stadtwald am Krankenhaus erheblich zu. Dies wurde den Teilnehmern*innen bei einer von der Kreisgruppe des Bund Naturschutzes Bamberg organisierten Exkursion im Bruderwald eindrücklich vor Augen geführt.
Geführt wurden die rund 30 Interessierten von Prof. Dr. Foken, dem Leiter des Forstreviers Bamberg, Jonas Gürsching und dem Leiter des Forstbetriebs Forchheim, Stephan Keilholz. Mit 28 Tropennächten, (Nächten mit Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius), wurde diesjährig in Bamberg ein neuer Rekord aufgestellt, mit der Folge, dass die Verdunstung auch im Wald an Fahrt aufnimmt. Ab März gab es zudem mit Ausnahme Juni deutlich zu geringe Niederschläge. Beginnend mit den Extremjahren 2015 und 2018 stehen alle Baumarten bezüglich Hitze und Niederschlag unter einem Hitze- und Trockenstress. Dies führt häufig zu einem Abriss des Wasserstroms im Baum und zu einem Absterben der Baumkrone. So mussten im Raum Bamberg Forchheim schadensbedingt große Mengen an Bäumen gefällt werden. Hinzu kommt, dass die meisten Bäume auch einen Gegenspieler haben: Die geschwächten Fichten können sich kaum gegen den Buchdrucker wehren. Altbuchen sterben häufig durch Kombination aus Käfern und Pilzen ab, Misteln machen den Kiefern zu schaffen und selbst unsere Eichen werden zunehmend von Schädlingen befallen. Die Forstwirtschaft steht daher vor großen Herausforderungen. Keilholz betont, dass es darum gehen wird, klimaresistente und vielfältige Wälder zu forcieren und den Waldumbau zügig voranzutreiben. Der Klimawandel hat aufgezeigt, dass es wichtig ist, die Bestände aufgrund der intensiven Sonnenstrahlen geschlossen zu halten, um ein kühleres Bestandsinnenklima zu wahren. Denn die nächste Generation an Bäumen muss schnell hochkommen. Ziel ist es, so weit wie möglich mit einer Naturverjüngung zu arbeiten, da sich gezeigt hat, dass diese bessere Wurzelausbildung erreicht. Auch der Einsatz von hitze- und trockenheitsresilienten Baumarten wie z.B. die Esskastanie werden ausprobiert. Grundsätzlich geht es darum die Stabilität der Bestände durch eine erhöhte Qualität zu erhalten. Auch die Wasserretention im Wald wird eine große Rolle spielen. Er betonte, wir wissen leider nicht wie viel Zeit wir haben all diese Maßnahmen umzusetzen, denn der Klimawandel schreitet mit einem großen Tempo weiter voran.












