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Naturkundlicher Hainspaziergang und seine Bäume-

Naturkundlicher Hainspaziergang und seine Bäume-

mit dem Baumkontrolleur, Sachgebiet Grünanlagen, Bamberg Service der Stadt Bamberg

 

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutzes Bamberg lud interessierte Bürger und Bürgerinnen zu einem Spaziergang mit Michael Weber, dem Hauptbaumkontrolleur der Stadt Bamberg ein. Thema des Rundgangs waren die „Bäume im Hain, die Auswirkungen des Klimawandels und die Gegenstrategien“. Rund 40 Teilnehmer*innen trafen sich trotz Regenwetters am Donnerstagabend zu einem äußerst informativen Abendspaziergang.

19.06.2026

Unser Hain, eine der ältesten Bürgerparkanlagen Deutschlands, im Still eines englischen Landschaftsgartens mit einer Größe von fast 47 Hektar leidet ebenso unter dem Klimawandel wie der Stadtwald. Entstanden aus einem früheren Hartholzauenwald lagerten sich wichtige Sedimente im Boden ab, die für die Entstehung der Baumgesellschaft des Hains von großer Bedeutung waren und noch sind. Rund 70 Baumarten bieten heute nicht nur eine Frischluftschneise für die Stadt auch viele Tiere und Pflanzen profitieren von der Vielfalt. Großkäfer wie der in Bayern äußerst seltene Heldbock finden neben dem Eremiten hier ihren Lebensraum ebenso auch 51 Vogelarten und 13 Fledermausarten. Doch der Erhalt dieses Lebensraumes und des Naherholungsgebietes stellt das Sachgebiet Grünanalgen von Bamberg Service vor großen Herausforderungen. So verursachten u.a. die extremen Trockenjahre 2018, 2019 und 2020 massive Baumschäden. Da ein großer Baum rund 400 Liter Wasser am Tag verdunstet reagierten die Bäume z.B. mit massiven Laubabwürfen und vertrockneten Kronenspitzen. Die Hitzestrahlungen der letzten Sommer verursachen bei freigestellten Bäumen Sonnenbrand und führen letztendlich zur Ablösung der Rinde. Michael Weber merkte an, dass jedoch gerade Lücken im Baumbestand verstärkt sturmanfällig sind. So sind vermehrt Gegenstrategien seitens des Sachgebietes Grünanlagen des Gartenamtes gefragt. Rund 100 größere Jungbäume wurden in den letzten Jahren gepflanzt, daneben setzt man auch auf die Einbringung von Forstwaren, die in einer Stückzahl von 500 bis 800 Exemplaren an bestimmten Stellen gepflanzt werden. Neben den einheimischen etablierten Arten, die wichtig für den Erhalt der Diversität sind kommen auch heimische Klimabäume zum Einsatz. Um alte geschwächte Bäume als Schattenspender zu erhalten, werden Baumkronen eingekürzt.

Auch auf immer stärkeren auftretenden Schädlings- und Pilzbefall muss mit baumpflegerischen Maßnahmen reagiert werden.

Michael Weber ist mit seinem Team allein im Jahr nahezu 8 Wochen zur Baumpflege und -kontrolle im Hain unterwegs. Es wird alles versucht um alte und große Bäume zu erhalten. So wird zum Beispiel mittels Zugversuchs, eine zerstörungsfreie Methode, die Stand- und Bruchsicherheit eines Baumes bei Windlast simuliert und überprüft. Denn, ob ein heute gepflanzter Baum auch noch so ein hohes Alter erreicht, wie so manche Eiche im Hain ist fraglich. Baumkontrolleur Weber wies auch auf den verstärkten Einsatz von technischen Messgeräten zur Baumerhaltung hin. Seit 2022 wird in Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg im Rahmen eines Smart City Projektes künstliche KI mit Drohnenaufnahmen trainiert, um die Pflege und die Überprüfugn des Baumbestandes zu optimieren. Michael Weber ist optimistisch, dass der Hain in seiner jetzigen Ausprägung, wenn auch mit hoher geforderter Manpower erhalten werden kann – für die Menschen und für die Flora und Fauna.