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Rückschau Nationalparktag

Nationalpark Steigerwald als grüne Klimaanlage schützen!

02.07.2026

Die extreme Hitzewelle Ende Juni macht es überdeutlich: eine Zukunft mit Lebensqualität

braucht einen besseren Schutz von Wald und Klima. Dies wurde insbesondere von

den „jungen Stimmen“ beim Nationalparktag am 28. Juni im Garten des Kloster-

bräu Ebrach gefordert. Trotz der Hitze war das Fest der Pro-Nationalpark-Ver-

bände gut besucht. Mit Reden, Ständen und Live-Musik ging der Appell an die Po-

litikerinnen und Politiker der Region und der Staatsregierung: Der Nationalpark

Steigerwald soll Leuchtturmprojekt für Franken und Bayern sein! Er bedeutet für

die Region hohe Lebensqualität bei gleichzeitig großer wirtschaftlicher Wert-

schöpfung. Ein Nationalpark wäre eine riesige Klimaanlage für die Landschaft.

Ohne bodenverdichtende Maschinenwege kann der Wald wesentlich mehr Was-

ser speichern. Er schützt das Klima, weil aus der Nutzung genommene Buchenwäl-

der große Kohlenstoffsenken und -speicher sind. Er sichert eine hohe Vielfalt an

Arten und Genen, was für einen stabilen, anpassungs- und reaktionsfähigen Wald

überlebenswichtig ist. Erik Stenzel, ein Liedermacher aus Nürnberg, und die fränkischen Musikkabarettisten von "häisd'n'däisd vomm mee!", sorgten für Denkanstöße und gute Unterhaltung.

Chance auf den 1. fränkischen Nationalpark für die jungen Menschen ergreifen!

Eva Maria Weimann, stellvertretende Vorsitzende der Bayern-SPD und Mutter

wünscht sich eine Politik, die schützt, was unbezahlbar ist - nämlich unsere Lebens-

grundlage - und nicht nur, was kurzfristig für Einige Gewinn maximiert.

Jan Schneider, junger Kreisrat der Grünen Kitzingen forderte eine bessere Lebens-

qualität für zukünftige Generationen durch wirksamen Klima- und Naturschutz. Er

appellierte an die Politik, die „Chance Nationalpark“, die auf dem Tisch liegt, zu er-

greifen und sich nicht länger wegzuducken. In Nationalpark-Regionen ist die Mobili-

tät wegen der Nachfrage durch die Nationalparkgäste auch für die Einheimischen

besser ausgebaut, insbesondere auch für junge Menschen ohne Führerschein. Es

gibt mehr Arbeitsplätze und viele weitere Anreize, in der Heimat zu bleiben, in einer

Region mit Zukunft.

Appell an die Staatsregierung für historische Entscheidung

Hubert Weiger, Forstwissenschaftler und Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz,

ging zunächst auf die Klimakrise ein, die mit 40,8 Grad dieser Tage für einen neuen

Temperaturrekord in Bayern sorgte: „Denjenigen, die die Klimakrise leugnen, muss

man den Verstand absprechen. Anstelle eines beherzten Ausbaus der erneuerbaren

Energien geht die Bundesregierung wieder zu den Fossilen zurück.“ Die trocken-heißen

Phasen führen z.B. zum Zusammenbruch der Amphibien-Bestände, zu niedrigen Pe-

geln in Flüssen und Grundwasser und immensen Waldschäden, unter anderem dem

Zusammenbrechen der Fichtenbestände.

Weiger erklärte, dass die Forstdirektion in den 1970er Jahren den Nordsteigerwald

mit Kiefern, Fichten und Douglasien bepflanzen wollte. Wie so ein Wald heute aus-

sähe, kann sich jeder vorstellen. Fortschrittlichen Forstleuten, wie Georg Sperber

und dem damaligen Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann von der CSU ist es zu

verdanken, dass dies nicht geschah. Weiger betonte, dass wir in Bayern wieder sol-

che Ministerinnen und Minister brauchen, die wissenschaftliche Erkenntnisse aner-

kennen und bahnbrechende Visionen haben. Seit 50 Jahren wurde in Bayern kein

neuer Nationalpark mehr ausgewiesen. Dabei muss das Motto „Bayern vorn!“ auch

im Naturschutz gelten. Weiger appellierte an den fränkischen Ministerpräsidenten

Markus Söder, sich für den ersten fränkischen Nationalpark einzusetzen. Das wäre

eine Entscheidung, die ihm seinen Platz in der bayerischen Geschichte für immer si-

chern würde. „Es ist an der Zeit aufzuwachen und zu handeln – Jetzt, hier und

heute! Wir müssen unseren Kindern eine gute Zukunft ermöglichen, die davon ab-

hängt, ob die heutige Politik ihnen noch eine lebenswerte Umwelt mit sauberem

Trinkwasser, kühler Luft und intakten Wäldern hinterlässt. Das lässt sich nicht allein

mit Geld aufwiegen. Unsere Generation wird eines Tages daran gemessen, was wir

ihnen hinterlassen haben!“