Zur Startseite
  • Home  › 
  • Aktuelle Meldungen

Wildkatzen nicht mit Hauskatzen verwechseln

Im Landkreis Bamberg wurden kürzlich Wildkatzenbabys mit Hauskatzen verwechselt und in Bedrängnis gebracht. Der BUND Naturschutz macht auf Gefahren für Wildkatze aufmerksam.

19.06.2026

München, 13.06.2026 - Der BUND Naturschutz in Bayern macht darauf aufmerksam, dass vermeintliche Hauskatzen, die in Wäldern gesichtet werden, im Zweifel Wildkatzen sein können, die in jedem Fall in Ruhe gelassen werden müssen. Anlass ist ein Fall aus dem Landkreis Bamberg, bei dem zwei Frauen vermeintlich ausgesetzte Hauskatzenbabys mit nach Hause genommen hatten. 

Der Artenschutzexperte des BN Uwe Friedel sagt dazu: „Trotz vieler Gemeinsamkeiten mit unseren Stubentigern: Die Europäische Wildkatze ist ein echtes Wildtier, welches von uns Menschen nicht gestört werden darf. Die Tiere sind sehr scheu und wir bekommen sie kaum zu Gesicht. Falls es doch mal eine Sichtung gibt, sollte man den Tieren auf keinen Fall nachstellen, um etwa Fotos zu machen. Hunde sollten sofort an die Leine genommen werden. Am besten sollten Hunde zum Schutz der Tiere generell im Wald an der Leine gehalten werden.“ 

Die Europäische Wildkatze ist eine wilde Verwandte unserer Hauskatze – und eine wahre Überlebenskünstlerin. Nach ihrer fast vollständigen Ausrottung im vorletzten Jahrhundert schleicht sie heute wieder durch viele Teile Deutschlands – auch dank jahrzehntelanger Aktivitäten des BN, bei denen beispielsweise Wildkatzen in ihren ursprünglichen Lebensraum freigesetzt wurden. Das aktuelle Projekt heißt „Wildkatzenwälder von morgen“. Doch die Wildkatze bleibt gefährdet: Zerschneidung der Landschaft durch den Straßenverkehr, Verlust des Lebensraums und Vermischung und Verwechslung mit Hauskatzen setzen ihr weiter zu. 

Der BN rät Katzenhalter*innen, ihre Freigänger konsequent kastrieren lassen. Es stellt einen wichtigen Beitrag dar, um Paarungen mit Wildkatzen zu vermeiden und das Leid der rund zwei Millionen Streunerkatzen in Deutschland einzudämmen.

Hintergrund:

Die Europäische Wildkatze ist nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und gilt laut Roter Liste der gefährdeten Arten Deutschlands bundesweit als „gefährdet“. Unsere Hauskatzen stammen nicht von der Wildkatze ab, sondern von der Afrikanischen Falbkatze. Hauskatzen wurden von den Römern nach Mitteleuropa gebracht. Hybride aus Haus- und Wildkatze weisen veränderte genetische Merkmale auf. Die ursprünglich sehr guten Anpassungen an den Lebensraum können bei Wildkatzen-Hauskatzenhybriden verloren gehen. Hybride sind optisch meistens nicht als solche zu erkennen und können gleichermaßen wie Haus- oder Wildkatzen aussehen. Klarheit liefert nur ein Gentest.

 

Für Rückfragen

Felix Hälbich

Pressesprecher, Referent für Medien und Kommunikation

Tel. 0171 / 337 54 59

E-Mail: felix.haelbich@bund-naturschutz.de

 

Anlage: 

Foto: Wildkatenfamilie

Fotograf: Thomas Stephan

Beiliegendes Foto kann in diesem Zusammenhang bei Nennung des BN als Bildautor honorarfrei verwendet werden.