Pressemitteilung - Nationalpark Steigerwald bleibt Dauerbrenner
Der BUND Naturschutz Bamberg appelliert angesichts der anstehenden
Kommunalwahl an die regionalen Politikerinnen und Politiker, die
„Jahrhundertchance Nationalpark“ endlich umfassend prüfen zu lassen.
„Wir haben einen riesigen Schatz in unserer Region, den niemand
nebenan kopieren kann und dessen Wert immer mehr Menschen klar
wird.“ betont Erich Spranger, der 1. Vorsitzende der BN-Kreisgruppe. Die
letzten Umfragen und der mitgliederstarke, aktive Bürgerverein pro
Nationalpark zeigten: Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet den
Nationalpark, und die Diskussion darüber werde nicht abebben. Es sei
angesagt, die Bürgerinnen und Bürger endlich umfassend und sachlich
über die Auswirkungen des Nationalparks zu informieren und sich nicht
von München die Marschrichtung diktieren zu lassen.
Diplom-Biologe Gerhard Spörlein zeigt sich begeistert von den kleinen,
jedoch schon seit Jahrzehnten nutzungsfreien Naturwaldreservaten des
Steigerwalds: „Hier findet man majestätische, alte Baum-Gestalten, wie
man sie aus Wirtschaftswäldern nicht mehr kennt. Mit ihren bemoosten
Stämmen riesigen Kronen und bizarren Wuchsformen bieten sie
Lebensraum und Nahrungsgrundlage für viele heute seltene Tier- und
Pilzarten.“ Die Fläche der wenigen Naturwaldreservate reiche aber
nicht, um deren Populationen dauerhaft stabil zu halten. Im
umgebenden Forst würden weiter viele dicke Bäume im Staatswald
gefällt, sodass ein flächiges Altwerden des Waldes verhindert werde.
Vorstands-Mitglied Johannes Otto Först stellt den besonderen Wert
eines größeren Schutzgebietes heraus: „Ein Nationalpark bietet Schutz
für die Wiederentstehung eines alten Waldes voller Leben - ohne
bodenverdichtende Maschinenwege, geschädigten Wasserhaushalt und
hitzedurchlässige Löcher im Kronendach durch Baumfällungen.“ Im
Nord-Steigerwald könnte er mit einer Kernzone, die gerade mal 1 % der bayerischen Staatswaldfläche ausmache, ganze Ökosysteme mit ihren
natürlichen Prozessen schützen. „Wichtige Gemeinwohl-Aufgaben wie
Wasserspeicherung, Humusbildung, Kühlung der Umgebung und
Artenschutz haben hier Vorrang und sind die beste Investition in eine
lebenswerte und gesunde Zukunft.“ fasst Vorstandsmitglied Prof. Dr.
Wolf Strecker zusammen. Gleichzeitig speichert ein aus der Nutzung
genommener Buchenwald in den ersten 50 Jahren große Mengen an
Kohlenstoffverbindungen, ist also auch eine herausragende
Sofortmaßnahme für den Klimaschutz.
Das „Trittsteinkonzept“ des Forstbetriebs Ebrach ist nach Auffassung der
Naturschützer zwar für Wirtschaftswälder fortschrittlich, aber kein
gleichwertiger Ersatz für einen Nationalpark - weder für die Natur noch
für die Region. „Trittsteine“ können nutzungsfreie Schutzgebiete im
großen Meer aus Wirtschaftswald miteinander verbinden, so dass einige
Arten wandern können.
Nationalparke dagegen sind etwas Besonderes, es gibt nur 16 in ganz
Deutschland, zwei im Süden Bayerns, keinen jedoch in unserer Heimat
Franken. Nationalparkregionen erhalten feste staatliche Förderung in
Millionenhöhe, neue Arbeitsplätze und den Ausbau von Infrastruktur, z.
B. im öffentlichem Personennahverkehr. Neben regionalen Betrieben
profitieren auch Privatleute, z.B. durch Vermietung von
Ferienwohnungen. „Diese einmalige Chance muss endlich ergriffen
werden!“ so das einstimmige Statement des Vorstands der BN-
Kreisgruppe.
Bild: BN Bamberg
Für Rückfragen:
BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Bamberg
Tel. 0951 5190611
E-Mail: bamberg@bund-naturschutz.de












