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Umweltbildung

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Solarstrom einfach selber machen … mit einem Minikraftwerk auf dem Balkon!

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Der Name Balkonkraftwerk hat sich eingebürgert für ein steckfertiges Solargerät, das elektrische Energie zur direkten Nutzung im Haushalt erzeugt. Sie bestehen aus 1-2 herkömmlichen Solarmodulen, einem kleinen Wechselrichter zur Umwandlung des in den Modulen erzeugen Gleichstroms in haushaltsverträglichen Wechselstrom, Kabel und ggf. Stecker zum direkten Anschluss an das häusliche Stromnetz sowie ggf. einem Montagesystem. Es kann vom Laien montiert und installiert werden. Bei Sonnenschein wird der selbstproduzierte Strom direkt verbraucht. Die Stromrechnung wird günstiger. Die Amortisationszeit beträgt 5 bis 9 Jahre. Nicht direkt verbrauchter Strom geht ins Netz, wird aber nicht vergütet.

Ein steckfertiges Solargerät eignet sich besonders bei geringem Platz, für Mieter oder auch als Einstieg. Die Geräte sind nicht allzu teuer und mobil. Die Bürokratie ist minimal und die Anlagen dürfen selber angeschlossen werden.

Grundvoraussetzungen

1) Sonne auf dem Balkon, Flachdach, an der Wand, im Garten etc.

2) Außensteckdose: Alternativ können Sie auch kreativ werden und etwa ein Verlängerungskabel (ohne Mehrfachstecker!) durch die Katzenklappe legen.

Ich wohne zur Miete, was nun?

Falls Sie zur Miete wohnen, halten Sie Rücksprache mit der Vermieterin oder dem Vermieter, um eventuellen Konflikten vorzubeugen. An der Balkonaußenfläche oder an Wandflächen dürfen Sie ohne Einverständnis des Vermieters kein Solargerät anbringen. Für ein aufgeständertes Solarpanel auf dem Balkon oder der Terrasse hingegen brauchen Sie rechtlich keine Zustimmung.

Sind Steckersolargeräte legal und sicher?

Ja, Mini-Solarkraftwerke für die Steckdose sind bis 600W legal. Sie sind inzwischen auch in die entsprechenden Elektronormen aufgenommen worden. Üblicherweise erfüllen Solarmodule und Wechselrichter gängiger Hersteller die geforderten allgemein anerkannten Regeln der Technik, angezeigt etwa durch das Siegel des DGS 0001 Sicherheitsstandards.

Brauch ich ein vorgefertigtes Montagesystem?

Nein, natürlich nicht. Wichtig ist aber, dass die Module absolut sicher und fest angebracht werden, so dass sie z.B. auch einem Sturm standhalten. Häufig bietet sich dafür ein Montagesystem an.

Brauch ich einen speziellen Stecker?

Nein. Der normale Schutzkontakt-Stecker (Schuko-Stecker) ist zulässig und reicht vollkommen aus. Der DSG Sicherheitsstandard für Modul und Wechselrichter muss allerdings erfüllt sein. Dies ist jedoch der Normalfall. Der VDE (Verband für Elektrotechnik e.V.) empfiehlt in einer entsprechenden Norm eine spezielle Energiesteckvorrichtung (sog. Wieland-Stecker von der gleichnamigen Bamberger Firma). Es stimmt jedoch nicht, dass ein Anschluss nur mit so einer Energiesteckverbindung erlaubt ist. Tatsächlich sind die allermeisten Balkonkraftwerke über einen Schuko-Stecker angeschlossen.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie nur ein Solargerät an eine Steckdose anschließen (keine Mehrfachstecker!).

Die beiden Netzbetreiber im Raum Bamberg, Stadtwerke und Bayernwerk, verlangen allerdings in der Anmeldung der Anlage die Bestätigung, dass die Anlage über einen Wielandstecker angeschlossen ist.

Größe und Kosten

Ein Mini-Kraftwerk mit einem 300-Watt-Modul inklusive Wechselrichter und Kabel ist schon für 350 bis 500 Euro zu haben. Bei zwei Modulen werden entsprechend höhere Kosten fällig. Hinzu kommen ggf. noch die Kosten für die Halterung bzw. Aufständerung.

Die maximale Einspeiseleistung eines Balkonkraftwerkes liegt bei 600 Watt, d.h. der Wechselrichter darf maximal 600 Watt ins Hausnetz einspeisen.

Für Haushalte mit einem elektrischen Verbrauch von bis zu ca. 2.000 kWh pro Jahr wird der Kauf von einem Modul mit einer Leistung von ungefähr 300 Wp (kurz für Watt-Peak) empfohlen, bei höherem Verbrauch entsprechend zwei Module.

Aufgrund von Klimakrise und russischem Krieg ist PV derzeit sehr gefragt. So gibt es derzeit Lieferengpässe und evtl. auch höhere Preise. 

Service der Stadtwerke Bamberg

Die Stadtwerke bieten zweierlei Service in Bezug auf die Balkonkraftwerke an: Zum einen liefern sie die Materialien und man kann die Anlage selber installieren. Zum anderen bieten sie auch einen Komplettservice inklusive Installation an. Derzeit  (zumindest seit April 2022 bis Oktober 2022) werden jedoch keine Balkonkraftwerke aufgrund von Lieferengpässen geliefert. 

Anmeldung und ggf. notwendiger Zählertausch

Ein Mini-Solar-Kraftwerk muss in Deutschland vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet werden.  Das ist ganz einfach mit einem Formblatt möglich, bei dem im Prinzip nur die Adresse und die Leistung der Anlage eingegeben werden muss. Das entsprechende Formular finden Sie bei der Internet-Suche nach “Anmeldeformular steckerfertige Anlage Stadtwerke Bamberg” bzw. “Bayernwerk”. Je nach dem Alter des Stromzählers ist evtl. ein Austausch notwendig. Dies entscheidet der Netzbetreiber. Stadtwerke und Bayernwerk führen den Austausch kostenlos durch.
Das Balkonkraftwerk wird vom Netzbetreiber nicht kontrolliert oder überprüft. Dafür sind sie selber verantwortlich.

Nach der Inbetriebnahme muss das Balkonkraftwerk noch online im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Dies ist auch nicht schwer. Näheres finden Sie im Internet.

Die meisten Balkonkraftwerke sind weder beim Netzbetreiber noch bei der Bundesnetzagentur angemeldet. Allerdings muss ihr Zähler über eine Rücklaufsperre verfügen. Die Sinnhaftigkeit der Anmeldung bei der Bundesnetzagentur lässt sich tatsächlich in Frage stellen. 

Erich Spranger  (Stand April 2022)

 

Der Weg zur eigenen Anlage -
So funktioniert`s

1. Größe wählen

2. Anlage kaufen
Es gibt sie in leicht und schwer, in verschiedenen Größen, mit oder ohne Aufständerung bzw. Wandbefestigung. Wichtig ist eine stabile und vor allem sturmsichere Befestigung.
Eine Marktübersicht finden Sie etwa bei der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) www.pvplug.de/marktuebersicht und beim Portal www.machdeinenstrom.de

3. Ab in die Steckdose
Ggf. normale Steckdose gegen eine Wieland-Steckdose austauschen. Anlage befestigen und ab in die Steckdose.

4. Beim Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur anmelden - fertig!