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Witterungsbericht Bamberg Winter 2024/2025

Der neue Witterungsbericht für Bamberg von Prof. Dr. Thomas Foken ist da!

11.03.2025


Vorbemerkung: Die einzelnen Wintermonate (Dezember bis Februar) als auch der gesamte me-
teorologische Winter weisen die größten Abweichungen vom Normalwert im Vergleich zu den
anderen Jahreszeiten auf. Auch ist die Variabilität zwischen den Jahren sehr hoch. Dies gilt vor
allem für besonders kalte Monate, wenn bei einer stabilen Hochdrucklage sibirische Kaltluft in
unsere Region einfließt, was in den letzten Jahren nicht mehr geschehen ist. Die kältesten Win-
ter waren 1879/80 und 1962/63 mit 6–7 K negativer Abweichung vom Normalwert. Die posi-
tive Abweichung des bislang wärmsten Winters 2023/24 mit +4,1 K ist demgegenüber eher
bescheiden.
Häufige Hochdruckwetterlagen über mehrere Tage führten vor allem im Dezember zu langan-
haltendem Hochnebel, insbesondere im Februar aber zu sonnige Perioden, diese waren dann
aber auch schon wieder sehr trocken. Die häufige Hochnebeldecke verhinderte sehr tiefe Tem-
peraturen und eine stärkere Abkühlung der Luft, so dass am Tage meist positive Lufttempera-
turen herrschten. Bei schon höheren Sonnenständen ab Mitte Februar, kühlte sich die Luft in
der Nacht zwar bis –5 bis –10 °C ab (mit Schneedecke wäre die Abkühlung deutlich stärker
gewesen wie im letzten Jahrhundert), erwärmte sich am Tage dann aber wieder über +10 °C.
Der Winter war mit 1,8 °C (+2,4 K) zu warm (Normalperiode 1961–1990, –0,6 °C) und dies
selbst noch gegenüber der Periode 1991–2020 mit +0,9 K. Er war der 14. zu warme Winter in
Folge in Bamberg und auch Deutschland. Global war der Januar 2025 der wärmste je gemes-
sene. Auch in Bamberg war er der wärmste Wintermonat 2024/25 aber nicht außergewöhnlich.
Insgesamt gab es in dem zu warmen Winter keine außergewöhnlichen Extremwerte wie
2023/24. Das Maximum der Lufttemperatur mit 14,6 °C am 21.02. war nicht außergewöhnlich
hoch. Das Minimum mit –10,1 °C am 18.02. (am Boden –13,4 °C) bestätigt den Trend der
letzten Jahrzehnte, da es auch das einzige Minimum unter –10 °C war, allerdings lag an diesem
Tag das Maximum über 0 °C. Es war also nur durch eine kräftige nächtliche Abkühlung bedingt
und nicht durch eingeflossene Kaltluft. Rechnet man den November 2024 noch zum Winter
hinzu, so gab es bislang 72 Frosttage (Minimum < 0 °C), etwas weniger als trotz Klimawandel
zu erwarten gewesen wäre. Auch die Zahl der Eistage ist mit 8 Tagen außergewöhnlich niedrig,
wobei es im Januar gar keinen Eistag gab.
Der Winter war in Bamberg mit 119,0 mm Niederschlag, das sind 85 % (Normalperiode 1961–
1990), zu trocken wie nahezu überall in Deutschland. Insbesondere der Dezember, aber auch
der Februar waren deutlich zu trocken. Die höchste Tagessumme fiel am 02.01. mit 10,5 mm.
Auffällig waren längere niederschlagsfreie Hochdruckperioden vom 10. bis 21.01., vom 31.01.
bis 09.02. und vom 13. bis 23.02. Abgesehen vom Januar 2025 ist es seit November 2024 deut-
lich zu trocken. Das hat zur Folge, dass mit Beginn des hydrologischen Jahres die übliche Auf-
füllung des Grundwassers nicht stattfand. Der Grundwasserstand ist seit November gleichge-
blieben, so dass er wieder als niedrig bezeichnet wird. Der Dürremonitor des UFZ gibt für den
Oberboden eine moderate Dürre an. Mit der zunehmenden Erwärmung und bei zunehmendem
Wind steigt nun die Verdunstung, so dass, fall es nicht bald Regen gibt, ein trockenes Frühjahr
zu erwarten ist.
Schnee war auch im zurückliegenden Winter Mangelware. Es lag nur am 03. und 05.01. eine
Schneedecke von 1 cm Höhe. Die Zahl der Tage mit einer Schneedecke von mindestens 1 cm
Höhe betrug einschließlich November 3 Tage und war damit nochmals deutlich niedriger als
im Vorjahr. In den Mittelgebirgen (600–800 m Höhe) gab es eine Schneedecke von 10–14 cm
nur im Januar 2025 an 11 Tagen. Die niedrigen Nachttemperaturen ermöglichten es zumindest,
durch Beschneiung bescheidenen Wintersportmöglichkeiten anzubieten.
Insbesondere der Dezember war sehr trüb. Dies ermöglichten auch neben der Warmluftzufuhr
die großen positiven Temperaturabweichungen und die außergewöhnlich geringe Anzahl an
Frost- und Eistagen, da die ständig vorhandene Wolkendecke die nächtliche Abkühlung merk-
lich abschwächte.