Wie geht es weiter?

Mit dem Bürgerentscheid vom 18.11.18 wurde ein deutlicher Schlusspunkt hinter das lange Ringen um den Westrand des Hauptsmoorwaldes gesetzt. Die vom BUND Naturschutz unterstützte Bürgerinitiative „Rettet den Hauptsmoorwald“ erzielte bei der Stichfrage 75% der Stimmen - das Ratsbegehren lediglich 25%. Dennoch kamen aus den Reihen einiger Stadtratsfraktionen bereits Tage nach dem Bürgerentscheid Vorschläge zur „Entwicklung“ der Muna.

Das trotzige Festhalten einiger Politiker an den alten oder nur leicht abgewandelten Plänen veranlassen BUND Naturschutz und Bürgerinitiative, konkrete Schritte zur Sicherung der Naturgebiete auf Muna und Schießplatz einzufordern.

 

    Muna-Sandmagerrasen

    1. Antrag der Stadt bei der Regierung von Oberfranken auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes „Ehemaliger Schießplatz Bamberg“

    Begründung:

    • Auf dem Schießplatz befinden sich überregional bedeutsame Sandmagerrasen, die schon lange unter Naturschutz gestellt worden wären, wenn dort nicht militärisches Gebiet gewesen wäre. Der Stadtrat hat vor dem Bürgerbegehren seine Zustimmung dazu gegeben.
    • Darüber hinaus soll sich die Stadt um die seit Jahren ausbleibende Pflege des Schießplatzes bemühen. Es ist ein Skandal, dass man eines der besten Biotope im Stadtgebiet langsam zuwachsen lässt.
    Rot umrandet: bestehendes Naturschutzgebiet (NSG) „Muna“; Gelb umrandet: die Erweiterung des NSG „Muna“ und das neue NSG „Ehemaliger Schießplatz Bamberg“

    2. Antrag der Stadt bei der Regierung von Oberfranken auf Erweiterung des bestehenden Naturschutzgebietes „Muna“ nach Norden bis zur Geisfelder Straße

    Begründung:

    • Laut Gutachten des von der Stadt beauftragten Büros „Habitat“ befinden sich dort Sandmagerrasen, die in ihrer Qualität mit denen im bereits bestehenden Naturschutzgebiet (NSG) vergleichbar sind. Diese Erweiterung wurde bereits am 08.03.2017 bei einem „Runden Tisch“ durch den Oberbürgermeister vorgestellt, später ist sie allerdings zugunsten eines Gartencenters aus der Planung verschwunden.
    Grün hinterlegt: Bestehender Bannwald "Hauptsmoorwald" auf Stadtgebiet; Grün umrandet: Erweiterung des Bannwaldes

    3. Sicherung der größten Waldanteile der Muna als Bannwald und Landschaftsschutzgebiet sowie Kennzeichnung dieser Gebiete als „Wald und Naherholung“ im neuen Flächennutzungsplan

    Begründung:

    • Der Munawald wurde seit über 70 Jahren durch den Bundesforst sehr behutsam bewirtschaftet - ohne wirtschaftliche Interessen. So entwickelte sich auf und zwischen den Bunkern und Gebäuden ein naturnaher Wald mit wichtiger Funktion als Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sowie als Klimapuffer, besonders für den Bamberger Osten. Flächengleich soll das bestehende Landschaftsschutzgebiet nach Westen erweitert werden. Außerdem soll diese Bannwalderweiterung im neuen Flächennutzungsplan als Fläche für „Wald und Naherholung“ deklariert werden.

    4. Kein LKW-tauglicher Ausbau der Armeestraße

    Begründung:

    • Um einer weiteren Belastung der Bevölkerung im Bamberger Osten entgegenzuwirken, soll die Armeestraße nicht zu einem leistungsfähigen „Bypass“ für den Berliner Ring ausgebaut werden. Der westliche Rand des Hauptsmoorwaldes soll hier seine Naherholungsfunktion behalten. Gegen die Markierung eines Radweges bei gleichbleibender Fahrbahnbreite ist nichts einzuwenden.
    • Auch eventuelle Arbeiten gegen ein „100-jähriges Hochwasser“ (HQ100) sind unabhängig vom Ausbau der Armeestraße zu betrachten.
    • Unter Wahrung dieser Prämissen sind Bürgerinitiative und BUND Naturschutz bereit, im Rahmen einer breiten Bürgerbeteiligung an einer nachhaltigen und naturverträglichen Planung der übrigen Flächen mitzuwirken. Dies sollte immer mit Blick auf „das große Ganze“, also auf die gesamte Stadtentwicklung, geschehen.