Bedenkliche Zusätze im Essen

Duftender, goldgelber Vanillepudding und knallroter Ketchup - Farben, Geruch oder Konsistenz von Lebensmitteln sind oft nicht natürlich, sondern entstehen durch künstliche Lebensmittelzusätze. In Europa sind derzeit 315 Zusätze zugelassen. Farb- und Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Geschmacksverstärker oder Süßungsmittel verbergen sich hinter den so genannten "E-Stoffen" der Packungsangaben. Sie müssen von den Herstellern angegeben werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rät jedoch zur Vorsicht: Verschiedene Zusätze stehen im Verdacht, die Gesundheit zu schädigen.

Schwefeldioxid (E 220) beispielsweise wird als Antioxidationsmittel eingesetzt, um Verfärbungen etwa von Trockenobst zu verhindern. Jedoch kann der Stoff  Kopfschmerzen verursachen und bei Asthmatikern zu Anfällen führen. Farbstoffe wie Cochenillerot A (E 124) können allergische Reaktionen auslösen und Asthma verstärken. Bei verschiedenen Konservierungsstoffen wurde nachgewiesen, dass sie Konzentrationsstörungen bei Kindern auslösen können. Zudem weiß man über Wechselwirkungen von E-Stoffen untereinander und mit anderen Stoffen bisher zu wenig.

Neben den angabepflichtigen Zusätzen können Lebensmittel auch Stoffe enthalten, über die Verbraucher nicht informiert werden: Nano-Materialien oder gentechnisch veränderte Substanzen müssen nicht oder nur zum Teil angegeben werden. Auch über Rückstände von Pestiziden gibt es keine Angaben.

Der BUND empfiehlt, möglichst unbehandelte Produkte oder besser gleich Bio-Lebensmittel zu kaufen. Bei Bioprodukten wird auf den Einsatz von Gentechnik, synthetischen Pestiziden und vielen Zusatzstoffen verzichtet. Joghurt, Fruchtquark oder Erfrischungsgetränke lassen sich mit frischen Obststücken, Saft oder Honig ohne künstliche Aromen oder Süßungsmittel selber herstellen.

Die BUND-Broschüre "Besser iss das!" richtet sich speziell an Kinder. Sie kann im Internet bestellt werden.

Weitere Infos über Zusatzstoffe bietet die Internetseite: http://www.zusatzstoffe-online.de

Mehrwegflasche oder Kartonverpackung?

Glasflaschen oder Tetra-Paks – woraus man sein Lieblingsgetränk trinkt, ist sicher Geschmackssache. Gilt das aber auch für die Umweltbilanz? Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt vor allem Einwegflaschen ab. Besser sind Mehrwegflaschen aus Glas oder Kartonverpackungen. Laut Umweltbundesamt gelten beide Verpackungsarten als „ökologisch vorteilhaft“. Doch welche von beiden ist die bessere?

Mehrwegflaschen werden bis zu 50 Mal wiederbefüllt, ihr Glas wird zum größten Teil für die Herstellung neuer Flaschen recycelt und so wird kaum Müll produziert. Wegen der hohen Schmelztemperaturen für Glas, der Reinigung gebrauchter Flaschen und beim Transport fällt jedoch der Energieverbrauch gegenüber Kartonverpackungen stärker ins Gewicht. Eine leere Literflasche aus Glas wiegt rund 600 Gramm, ein leerer Ein-Liter-Karton weniger als 30 Gramm. In Kartons kann also mit gleichem Energieeinsatz eine wesentlich größere Getränkemenge transportiert werden als in Glasflaschen. Und je länger die Transportwege sind, desto besser erscheint die ökologische Bilanz von Kartonverpackungen.

Tetra-Paks bestehen aus mehreren Schichten Papier, Aluminium- und Plastikfolie. Häufig haben sie einen Kunststoffverschluss. Sofern sie korrekt entsorgt werden, können ihre Bestandteile verwertet werden, wobei die Rückgewinnung des Aluminiums den größten Aufwand bereitet. Die recycelten Papierfasern werden zu minderwertigen Papp- und Kartonprodukten, während Folien- und PET-Reste beim Straßenbau oder zur Herstellung künstlicher Textilfasern verwendet werden. Rund ein Drittel der Getränkeverpackungen kommt jedoch nicht in den Kreislauf zurück und wird zumeist als Restmüll deponiert oder verbrannt. Dabei können Giftstoffe freigesetzt werden.

Um dies zu vermeiden, empfiehlt der BUND, vor allem Getränke in Mehrwegglasflaschen zu kaufen. Die Wahl von Produkten aus der Region garantiert kurze Transportwege zum Verbraucher. Dann haben Kartonverpackungen keinen „ökologischen Vorteil“ mehr.

Mit frischen Lebensmitteln das Klima schützen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt, grundsätzlich auf Lebensmittel aus Konserven und Tiefkühltruhen zu verzichten. Konserven werden haltbar, in dem sie stark erhitzt werden. Dies ist - ebenso wie das Tiefkühlen von Lebensmitteln - mit hohem Energieaufwand verbunden. Darüber hinaus werden auch die Verpackungen energieintensiv hergestellt und müssen aufwendig entsorgt werden. Insgesamt werden in Deutschland etwa 20 Prozent der genutzten Energie verbraucht, um Nahrungsmittel zu erzeugen, zu transportieren und zuzubereiten. Diese Energie wird vor allem aus fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Steinkohle gewonnen.

Der BUND rät daher zum Kauf frischer, unverpackter Lebensmittel. Dies träge dazu bei, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen deutlich zu verringern. Wer regionalen und saisonalen Lebensmitteln aus ökologischem Anbau den Vorzug gibt, leistet einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz. Der Energieverbrauch für Produktion und Transport fällt hier wesentlich niedriger aus.

Auch wer auf einen übermäßigen Fleischkonsum verzichtet, reduziert die klimaschädlichen Treibhausgase. So werden bei der Herstellung einer fleischhaltigen Frikadelle rund 800 Milligramm Kohlendioxid frei, beim fleischlosen Getreidebratling nur rund 60 Milligramm.

Fleisch - Qualität statt Masse

Jeder Deutsche isst im Jahr rund 60 Kilo Fleisch - fast doppelt so viel wie im Jahr 1950. Das hat schwere Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt deshalb Fleisch aus tiergerechter und ökologischer Haltung. Fleisch stammt meist aus industrieller Massenproduktion. Dort werden die Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht und mit Wachstumsbeschleunigern hochgezüchtet, so dass sich beispielsweise Puten manchmal kaum auf den eigenen Beinen halten können.

Wegen der hohen Verletzungs- und Krankheitsgefahr kommen Beruhigungsmittel und Antibiotika zum Einsatz. Tierfabriken belasten die Böden weltweit mit etwa 200 Millionen Tonnen Gülle pro Jahr und treiben die Abholzung von Wäldern voran.

Für den Menschen bedeutet das ein Gesundheitsrisiko. Fleisch enthält im Vergleich zu anderen Lebensmitteln oft mehr Schadstoffe, da diese sich im Fettgewebe der Tiere ablagern. Mit dem Fleischkonsum steigt auch die Anfälligkeit für bestimmte Krebsarten, insbesondere Darmkrebs. Und schließlich kann Antibiotika-Resistenz auf den Menschen übergehen. Bei Tests in der Schweiz enthielten acht von zehn Rohwürsten gegen Antibiotika resistente Bakterien.

Wer sich und die Umwelt vor den Gefahren der industriellen Fleischproduktion schützen will, sollte beim Einkauf auf ökologische Qualität achten - und öfter mal Essen ohne Fleisch genießen. Kochbücher aus aller Welt geben Anregungen für jeden Geschmack. Eine leckere Alternative sind auch Würstchen und Aufschnitt aus Tofu. Bioläden bieten eine besonders große Auswahl dieser Sojaprodukte.