Eintauchen in die Natur des Ellertals

Einladung zu einer virtuellen Panoramatour

Was man liebt, das schützt man. Wir lieben das Ellertal im Bamberger Land. Bunt blühende, artenreiche Wiesen, wie es sie nur noch sehr selten gibt. Klares Wasser, das über faszinierende Terassen im Wald plätschert. Biber, die in ihrem Revier eine faszinierende Auenlandschaft geschaffen haben. Das alles zeigt uns, wofür wir uns mit dem BUND Naturschutz engagieren. Deshalb wurde das Ellertal zum Star eines Foto- und Filmshootings im Frühjahr. Lassen Sie sich auf diesen virtuellen Spaziergang mitnehmen und von der Schönheit der Landschaft faszinieren. Und unterstützen Sie uns dabei, die Schönheit und Vielfalt der Natur zu schützen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an bildwerkart und insbesondere an Dr. Sabine Sense und Brandy Grüner für dieses tolle gemeinsame Projekt und die großartige Zusammenarbeit.


Keine Flächenverschwendung für Brose-Parkplätze!

Beim Ausbau der Firma Brose in Bamberg soll  der Wahnsinn weiter gehen. Wie befürchtet, werden im Bebauungsplan weitere große Flächen für ebenerdige Autoparkplätze verschwendet. 

In einer Stellungnahme des BUND Naturschutz fordern wir, notwendige Parkplätze weitgehend in Parkdecks anzuordnen und dabei auch die bereits bestehenden Parkplätze mit einzubeziehen. Die bisher in der Planung vorgesehen beiden Parkdecks reichen nicht aus, da darüber hinaus eine große Zahl ebenerdiger Parkplätze neu angelegt werden soll. Durch die generelle Anordnung in Parkdecks könnte der enorme Flächenverbrauch deutlich reduziert werden. Und es wäre sogar möglich, zumindest einen Teil der Biotopflächen, die auf dem Flugplatz Breitenau für die Brose-Erweiterung vorgesehen sind, zu erhalten.

Photovoltaik muss auf Dächer und Parkplätze

Ein weiterer Kritikpunkt in unserer Stellungnahme ist, dass im Bebauungs-Plan die Nutzung von Photovoltaik zur Stromerzeugung vollständig fehlt. Wenn schon so große Flächen versiegelt werden, dann müssen die Dächer wenigstens energetisch genutzt werden. Auch die vielen Parkplätze und Parkdecks müssen mit Photovoltaikanlagen bestückt werden (wie z.B. beim P&R-Platz Kronacher Straße).

Solche Planungen mit völlig unnötigem Flächenverbrauch und ohne Photovoltaik müssen  endlich der Vergangenheit angehören!


Naturschutzpreis an Insektenfreundliches Litzendorf

Artenschutz im Mittelpunkt der Versammlung der Kreisgruppe Bamberg

Eine kritische Bilanz der Umsetzung des Volksbegehren Artenvielfalt war das Thema der diesjährigen Jahreshauptversammlung des BUND Naturschutz Bamberg, die vergangene Woche im Bootshaus im Hain stattfand. Auf einen Vortrag von Marion Ruppaner, der Landwirtschaftsreferentin des BUND Naturschutz Bayern, folgte die Ehrung langjähriger Mitglieder, der Jahresbericht des Vorstands sowie die Verleihung des Bamberger Naturschutzpreises.

In seinem Grußwort an die Versammlung bedauerte Bambergs 2. Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, dass die Corona-Pandemie zwischen die zuvor noch hitzig gelieferten Klimadebatten gekommen sei. Es sei wichtig, alle vorhandenen Krisen ernst zu nehmen und hierbei sei der Naturschutz ebenfalls ein zentrales Thema. „Ich hoffe, dass die gleiche Energie, mit der momentan der Kampf gegen das Virus geführt wird, eingesetzt wird, um einen Kipppunkt in Sachen Klimaschutz zu bewirken. Jetzt kommt die Zeit derjenigen, die bereits seit Langem hinter diesen Themen stehen“, so Glüsenkamp. Er wolle Mut machen, weiter laut für diese Ziele einzutreten und sich trotz Pandemie einzubringen. Denn Politik könne nur so handlungsfähig sein, wie Unterstützung von Seiten der Gesellschaft komme.

Naturschutzpreis der Kreisgruppe Bamberg

Besonders hervorgehoben wurde an dem Abend das Engagement der Projektgruppe „Insektenfreundliches  Litzendorf“, in der hauptsächlich Mitglieder des BUND Naturschutz aktiv sind. Martin Bücker, Vorsitzender des BUND Naturschutz Bamberg, verlieh ihr den Bamberger Naturschutzpreis. Diese mit 500 Euro dotierte Auszeichnung wurde bereits zum vierzehnten Mal vergeben. Vor zwei Jahren gegründet, setzt sich die Gruppe seither eifrig dafür ein, dass mehr naturnahe Flächen im Ort angelegt werden. Stolz erzählen die Mitglieder von ihrer Entschlossenheit, mit der sie in der Gemeinde vorgehen. So haben sie unter anderem erreicht, dass öffentliche Flächen später und seltener gemäht werden. Zusätzlich macht sich die Ortsgruppe für das Pflanzen von Obstbäumen stark und bietet dafür auch Patenschaften an. Dies alles geschieht natürlich zum Schutz von Insekten, die von vielfältigen blühenden Wiesen abhängig sind. „Über solch aktive Bürger, die mit unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit zum Erhalt von natürlichen Lebensräumen beitragen, müsste jede Gemeinde glücklich sein“, würdigte Martin Bücker das Engagement der Projektgruppe.

Bilanz des Volksbegehrens Artenschutz

Wie relevant ein derartiger Einsatz für die Bewahrung unserer Umwelt ist, wird im Vortrag von Marion Ruppaner, der Ansprechpartnerin für Landwirtschaft des BUND Naturschutz Bayern klar. In ihrem Referat zur bisherigen Umsetzung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ stellte sie sowohl erste Erfolge wie auch erhebliche Defizite fest. So sei der neue Gesetzestext zum Schutz von Dauergrünland zwar akzeptabel, allerdings fehle es an einer gezielten Kontrolle der Umsetzung. „Ein großes Potenzial sehe ich in der Landschaftspflege. Sie kann viel zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen und bietet gleichzeitig ein sicheres Zusatzeinkommen für Landwirte“, so Ruppaner. Ein wichtiger Knackpunkt bei der Umsetzung des Volksbegehrens sei das Ziel, den Anteil der Biolandwirtschaft auf bayernweit 30 Prozent zu heben. Es gebe aktuell viele Landwirte, die bereit sind, umzustellen und auch bei der Förderung schaue es ganz gut aus. Leider steige die Nachfrage auf Seiten der Konsumenten nicht im gleichen Maß. Ruppaner appellierte deshalb an die Teilnehmer der Versammlung, wann immer möglich Biolebensmittel zu kaufen und auch im Familien- und Freundeskreis dazu zu animieren. „Eine wichtige Vorbildfunktion haben hier öffentliche Einrichtungen. Kantinen, Krankenhausküchen, Schul- oder Kitaverpflegung.  Hier sind auch die Kommunen gefragt“ wandte sich die Referentin direkt an Bambergs grünen Bürgermeister. Im privaten Bereich sei bei vielen Bürgern bereits ein Wandel sichtbar. Viele denken zum Beispiel darüber nach, im eigenen Garten weniger zu mähen und Blumenwiesen statt Rasen anzulegen. Da die Veränderung aber noch nicht in allen Köpfen angekommen sei, sei es wichtig, weiter kontinuierlich Aufklärung zu schaffen.

Rückblick auf ereignisreiches Jahr

Dass der BUND Naturschutz Bamberg hier sehr aktiv ist, wurde beim Jahresbericht deutlich, den der 2. Vorsitzende Erich Spranger vorstellte. „Ob das Projekt `Vom Acker auf den Teller`, die Artenkenner-Seminare, der Einsatz für die Ausweisung des Naturschutzgebietes auf dem Sonderlandeplatz Breitenau oder für den Nationalpark Steigerwald. Unser Engagement  ist breit aufgestellt, um die Artenvielfalt und die natürlichen Lebensgrundlagen in unserer Region zu erhalten“ fasste er die Arbeit der Kreisgruppe zusammen.


Umweltbücherei

Bei uns gibt es jetzt die Möglichkeit Bücher, CDs und Filme auszuleihen!

Wir haben Lehrmaterial für Umweltbildung, vieles zu Naturbestimmung, Wander- und Naturführer, Bücher in Bezug auf Gesellschaft und Politik, für Klima und Energie und noch vieles mehr. Einfach auf
das Bild klicken und  direkt zur online Bibliothek kommen. Dort gibt es unten links die Schlagwörter, über welche die Medien zu finden sind.Oben rechts kann nach Autor und Titelstichwort gesucht werden.

Ausleihe geht dann analog bei uns im Büro in der Kapuzinerstraße 12 in Bamberg.


Solidarisches Wirtschaften als Modell für die Gesellschaft

BUND Naturschutz stellt Stadtrat Urban Gardening Projekte vor

Bamberg. Bei einer Radltour informierte der BUND Naturschutz im Rahmen der Projektwerkstatt  „Vom Acker auf den Teller“ neu gewählte Stadtratsmitglieder über  Bamberger Urban Gardening Projekte und warb um Unterstützung von Seiten der Stadt.

„Solidarische Landwirtschaft und Selbsterntegärten bieten konkrete Zukunftsperspektiven für Bamberg als Gärtnerstadt. Sie sind Modelle für eine Gesellschaft, die auf Solidarität, und gegenseitiges Vertrauen statt auf Egoismus und Gewinnmaximierung ausgerichtet ist“,  so Christian Luplow, einer der Mitgründer der Solawi (Solidarische Landwirtschaft) Bamberg und Mitarbeiter der Projektwerkstatt. Eine Fläche von nur einem Hektar reiche aus, um 80 Familien mit frischem, ökologisch angebautem Gemüse zu versorgen und um die Arbeitskraft eines Gärtners zu finanzieren.

Die Solawi ist als Verein organisiert und beschäftigt den Gärtner. Dessen Stelle wird über die sogenannten Ernteteiler, die pro Monat eine feste Summe zahlen, getragen. Dieser Betrag ist unabhängig davon, wie groß oder klein die Ernte ausfällt. Der Gärtner müsse nicht möglichst viel produzieren, sondern so, dass die Fruchtbarkeit der Bodens auf Dauer erhalten bleibt.

Mit dem Kauf von Billiggemüse, bei dem Unmengen von Wasser eingesetzt wird, ganze Landstriche etwa in Südspanien veröden, der Boden und Menschen als Arbeitssklaven ausgebeutet werden, lasse sich diese Art des Konsums nicht vergleichen. Im Gegensatz dazu werden mit der Solawi die Nachhaltigkeitsziele, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen ganz konkret vor Ort umgesetzt und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. „Allein aus diesem Grund sollte die Stadt Bamberg ein großes Interesse daran haben, diese Gartenbau-Modelle aktiv zu unterstützen“  wünscht sich Martin Bücker, Vorsitzender des BUND Naturschutz Bamberg.

Als Beispiele für die Belebung der Bamberger Gärtnerkultur wurden bei der Stadtrats-Radltour  auch der Selbsterntegarten Süd und der neue Gemeinschaftsgarten in der  Heiliggrabstraße besichtigt. Während bei der Solawi die Hauptarbeit beim angestellten Gärtner liegt, werden die Selbsterntegärten gemeinschaftlich bewirtschaftet.  Konkret wird  jeweils ein Acker mit 1000 Quadratmetern in 20 Parzellen unterteilt, die von 2 bis 5 Leuten bewirtschaftet werden. Im Frühjahr wird das Feld von einem Bamberger Gärtner vorbereitet, dann wird bei Gemeinschaftsaktionen miteinander gepflanzt und gesät.  Die Bewässerung ist zentral organisiert. Für die Pflege und Ernte ist jede  Parzellengemeinschaft selbst verantwortlich. Dabei wird sich aber gegenseitig unterstützt. Garten-Neulinge lernen von den alten Hasen, Tipps und Rezepte werden ausgetauscht und überschüssige Erntemengen verteilt. Alle Beteiligten übernehmen selbst Verantwortung und bringen sich nach ihren individuellen Möglichkeiten in das Projekt ein.

Fachlich werden sowohl die Selbsterntegärten wie die Solawi von Willy Schubert, dem ehemaligen Leiter des Ökologischen Versuchsbetriebs der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau unterstützt. Er entwickelt zum Beispiel die Pflanzpläne, die sich an der Fruchtfolge des ökologischen Landbaus orientieren.

„Uns ist es wichtig, mit den Bamberger Gärtnern zusammen zu arbeiten. Die neuen Initiativen sollen nicht als Konkurrenz sondern als Bereicherung und Ergänzung gesehen werden. Alle die mitmachen, lernen den Wert von regional angebautem und saisonalem Gemüse schätzen. Sie erfahren, wo es Einkaufsmöglichkeiten bei Bamberger Gärtnern und ihren Hofläden gibt.  Einige Gärtner haben  uns schon bestätigt, dass sie durch die Selbsterntegärten und die Infoangebote neue Kundinnen und Kunden gewonnen haben“ freut sich Heike Kettner. Sie koordiniert die Bildungsarbeit der Projektwerkstatt „Vom Acker auf den Teller“, die aus Mitteln des bayerischen Umweltministeriums finanziell gefördert wird.

Es gibt weiterhin sehr großes Interesse, bei der Solawi und bei Selbsterntegärten mitzumachen, aber es ist sehr schwer, neue, geeignete Flächen zu finden und zu erschließen. Die Bamberger Gärtner sind für Kooperationen  offen. Sie sehen, dass hier die Gärtnerkultur und ihre Arbeit wieder mehr Wertschätzung erfährt.  Ein großes Problem ist der Zugang zu den Flächen innerhalb des Welterbes, da die Felder hinter den Häusern liegen und nur über die privaten Eingänge zu erreichen sind. „Hier sind Kreativität und Flexibilität gefragt, damit Gärtnerflächen wieder bewirtschaftet werden und es auch in Zukunft noch eine lebendige Gärtnerkultur im Welterbe gibt. Dabei setzen wir auch auf die Unterstützung der Stadt“  appelliert Heike Kettner zum Abschluss der Veranstaltung an die Stadträte.


Waldschäden nehmen weiter zu!

Bamberg, 19.5.2020. Der BUND Naturschutz Bamberg machte bei einem Pressetermin im Hauptsmoorwald und am Geisberg auf die anhaltend kritische Situation in unseren Wäldern aufmerksam. Fachkundige Erklärungen zu den Schäden gaben Mitarbeiter des Forstbetriebs Forchheim.

„Auch wenn durch die Corona-Krise das Thema Waldsterben durch den Klimawandel aus dem Fokus geraten ist, hat sich an der dramatischen Situation in unseren Wäldern nichts geändert“, so Martin Bücker, Vorsitzender des BUND Naturschutz Bamberg. Nach der Trockenheit und Hitze der letzten beiden Jahren bereitet Bücker der Witterungsverlauf auch in diesem Jahr große Sorge. Durch die Frühjahrstrockenheit hat sich die Situation weiter zugespitzt. Besonders der April war im Raum Bamberg mit nur einem Viertel der sonst üblichen Regenmenge extrem trocken. Auch bei den Temperaturen gab es wieder Rekordwerte. Im Winter lagen sie in Bamberg satte 3 Grad über den Durchschnittswerten. Bücker bringt es auf den Punkt: „Die Waldböden sind nahezu ausgedorrt. Das Sterben der Bäume geht nun bereits in das dritte Jahr.“

„Wir verzeichnen in unseren Wäldern derzeit außerordentliche Schäden bei den meisten Baumarten. Am stärksten betroffen sind die von der extremen Trockenheit um Bamberg geschwächten Fichten. Diese werden von den beiden Borkenkäfern Buchdrucker und Kupferstecher gerade massenhaft zum Absterben gebracht“, so der Leiter des Forstbetriebs Forchheim, Stephan Keilholz. Auch Fabian Tegge vom Forstrevier Strullendorf zeigte sich sehr besorgt wegen der aktuellen Waldschäden im Hauptsmoorwald: „Im Hauptsmoorwald sind bereits große Schadholzmengen angefallen, überwiegend Fichten. Aber Zum Glück sind es hier bisher nur wenige der Kiefern, die für den Hauptsmoorwald so prägend sind“. Im Steigerwald dagegen zeigen bereits viele Kiefern deutliche Schäden durch einen komplexen Befall aus „Diplodia-Triebsterben“, Prachtkäfern, Misteln und Borkenkäfern.

Mit den massiven Schäden an Fichten war aufgrund der Trockenheit zu rechnen. Dass es nun aber seit letztem Jahr vermehrt zu Problemen mit Buchen kommt sei laut Keilholz extrem Besorgnis erregend. Hier sind neben Weißfäulepilzen auch buchenspezifische Borkenkäfer maßgeblich beteiligt. Es gibt deutliche Ausfälle insbesondere bei Altbäumen auf tonigen Standorten. Die Schäden zeigen sich an abplatzenden Rindenstücken, am Absterben von Kronenteilen und schließlich am Zusammenbrechen oder Umfallen der oft mächtigen Bäume. Am Fuß des Geisbergs zwischen Melkendorf und Geisfeld nahe der Wendelinuseiche verdeutlichte Revierförster Gerhard Rühling die verschiedenen Schädigungsgrade. Deprimiert zeichnet Rühling ein düsteres Bild: „In den vergangenen 32 Jahren die ich hier arbeite hat es in meinem Revier bei den Buchen, Fichten und Eschen noch nie so schlimm ausgesehen wie heute“.

Meist ist das Ausmaß der bereits abgestorbenen Bäume im Waldbild äußerlich kaum sichtbar. "Die geschädigten Bäume werden vom Forstbetrieb rasch gefällt“, erklärte Keilholz die vergleichsweise geringe Anzahl an erkennbar abgestorbenen Bäumen. Zum einen soll wenigstens ein Teil des Holzes noch wirtschaftlich genutzt werden. Zum anderen ist die Entnahme der befallenen Bäume notwendig, um eine Verbreitung der Schädlinge einzudämmen und an den Waldwegen das Risiko umstürzender Bäume und herabfallender Äste zu vermindern. Aus der Menge des bereits eingeschlagenen und abtransportierten Schadholzes wird die momentane Ausnahmesituation in den fränkischen Wäldern deutlich. Seit Juli 2019 mussten aus dem Staatswald im Bereich Bamberg-Forchheim aufgrund der Schäden bereits über 90.000 Kubikmeter Fichten entnommen werden. Das war 5 Mal so viel wie in normalen Jahren. Dazu kamen mehr als 30.000 Kubikmeter Kiefern und über 10.000 Kubikmeter Buchenholz.

Konsequenzen für den Waldbau

Um dem Klimawandel zu begegnen setzen die Bayerischen Staatsforsten auf gemischte Wälder aus mindestens vier verschiedenen, klimastabilen Baumarten. „Nur Mischwälder werden gegen die Gefährdungen durch Hitze, Trockenheit, Stürme und Insekten genug Widerstandskraft haben“, so Keilholz.  Bereits seit Jahren werden deshalb vermehrt trockenresistente Pflanzen im Staatswald gepflanzt wie Traubeneiche, Elsbeere, Vogelkirsche oder Spitzahorn. Die bisher etablierten Baumarten sollen künftig auch um neue Herkünfte bereichert werden, so etwa Buchen aus südlichen Regionen oder trockenheitsresistentere Tannen aus den Karpaten. Auch in unserer Region neue Baumarten wie Edelkastanien, Baumhaseln oder Zedern sollen den Beständen beigemischt werden. Diese zusätzlichen Pflanzungen werden im Rahmen des „30-Millionen-Bäume-Programms“ der Bayerischen Staatsregierung von den Bayerischen Staatsforsten in den kommenden fünf Jahren realisiert. So sollen allein im kommenden Herbst/Winter im Forstbetrieb Forchheim auf einer Fläche von etwa 50 Fußballfeldern junge klimaresistente Bäumchen ausgepflanzt werden.

 

Auf großer Waldfläche muss aber die natürliche Waldentwicklung Vorrang, um die vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten der Natur zu nutzen. Dabei spielen heimische Laubbäume und Tannen die zentrale Rolle. Damit die jungen Bäumchen zu einer zukunftsfähigen neuen Waldgeneration heranwachsen können, darf der Rehwildbestand nicht zu hoch sein und muss gegebenenfalls auf ein waldverträgliches Maß reduziert werden. In den sich auflösenden Beständen dürfen die jungen Pflanzen nicht vom Rehwild zu sehr verbissen werden. Wenn in Zeiten der Klimakrise der Wald „oben“ stirbt, muss eine neue Generation „von unten“ ungestört nachwachsen können. Der notwendige Waldumbau zu angepassten Mischwäldern wäre sonst zum Scheitern verurteilt.

Klimakrise als Ursache der Waldkrise stärker bekämpfen

Fraglich bleibt auch, ob all die waldbaulichen Maßnahmen auf lange Sicht Wirkung zeigen, wenn die Klimakrise nicht aufgehalten wird.  Reichlich frustriert zeigten sich die Vertreter des BUND Naturschutz Bamberg deshalb von den bisherigen Klimaschutzbemühungen von Bundes- und Landesregierung. Erich Spranger, 2. Vorsitzender des BUND Naturschutz Bamberg: „Obwohl die Auswirkungen so bedrohlich und offensichtlich sind, passiert viel zu wenig, um dem Klimawandel zu begegnen“. Die Maßnahmen des Klimapakets und der Fahrplan zum Kohleausstieg seien alles andere als ambitioniert.  Der BUND Naturschutz fordere eine Energiewende durch Einsparung, Effizienz und Erneuerbare Energien. Spranger ist überzeugt, dass in Zukunft trotz möglicher Einsparungen mehr Strom benötigt wird. Dieser müsse aber aus erneuerbaren Energien, insbesondere Wind und Sonne erzeugt werden. „Wir brauchen mehr Strom unter anderem für die Elektromobilität und für Wärmepumpen. Zur Speicherung von Energie und für industrielle Prozesse müssen wir darüber hinaus in großem Stil in die Wasserstofferzeugung mittels grünem Strom einsteigen.“ Im Bereich der Klimaallianz von Stadt und Landkreis Bamberg liege der Anteil an erneuerbar erzeugtem Strom derzeit nur bei gut 50%. Aus diesen Gründen fordert Spranger für den Raum Bamberg den Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren, konkret solle sie bei der Windkraft verdoppelt und bei der Solarenergie vervierfacht werden. Für den Ausbau der Photovoltaik hat Spranger in erster Linie die vielen bisher nicht genutzten Dächer im Auge.

„Nur wenn sich der Wald durch naturnahe Waldwirtschaft und Waldumbau an den Klimawandel anpassen kann und wenn wir alles dafür tun, das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu schaffen, gibt es eine reale Chance, dass auch die nächsten Generationen bei uns in Franken noch Wälder erleben, wie wir sie kennen“ zieht Martin Bücker als Fazit aus der Veranstaltung.

 

Foto: Christine Hertrich
Stephan Keilholz (Bayerische Staatsforsten) und Erich Spranger, 2. Vorsitzender BUND Naturschutz Bamberg
Foto: Christine Hertrich
Hauptsmoorwald
Foto: Christine Hertrich
Am Geisberg

Keine Kuh auf der Weide - Folgen der Trockenheit in der Landwirtschaft

Forderungen zu entschiedenem politischen Handeln in der Klimakrise

Laibarös, 23.4.2020.  Normalerweise grasen zu dieser Zeit zufriedene Mutterkühe mit ihren Kälbern auf saftigen Wiesen rund um den Naturlandhof von Otto und Irene Weiß. Doch Leere herrscht auf den Weiden, die gar nicht so saftig sind. Die Rinder müssen noch länger im Stall ausharren, denn auf den Wiesen fehlt das Futter. Seit nahezu sieben Wochen hat es so gut wie gar nicht geregnet. Gräser und Kräuter sind auf den Weideflächen kaum gewachsen, so dass die Tiere hier nicht genug zu fressen hätten.

„Es ist sehr traurig mit anzusehen. Du bereitest alles vor, bringst Mist als Dünger aus, bearbeitest den Boden, säst an und dann herrscht Stillstand auf den Feldern, weil es nicht regnet“, sorgt sich Otto Weiß. Nicht nur das Futter auf den Wiesen wächst nicht nach, auch das Getreide steht nur schwach auf den Äckern, teilweise liegen die Körner der Braugerste trocken im Boden und keimen nicht. „Wenn es in den nächsten ein bis zwei Wochen nicht regnet, dann wird es richtig bitter“, so der Ökolandwirt.

Zum globalen Klimaaktionstag der FridaysforFuture-Bewegung am Freitag, 24. April machte der BUND Naturschutz (BN) Bamberg bei einem Vorort-Termin gemeinsam mit dem Naturlandhof auf die Folgen der Klimakrise für die Landwirtschaft aufmerksam und forderte von der Politik ein entschiedenes Handeln für den Klimaschutz.

Otto Weiß, der auch Vorsitzender des Wasserzweckverbands auf dem Jura ist,  geht davon aus, dass aufgrund des Klimawandels langanhaltende Trockenphasen in Franken eher der Normalzustand werden und sich die Landwirtschaft darauf einstellen muss. Heuer sei zwar im Februar überdurchschnittlich viel Regen gefallen, aber das reiche nicht, um die Trockenheit in den tieferen Bodenschichten auszugleichen. Zudem sei gerade jetzt im Frühjahr der Regen extrem wichtig, damit die Saaten aufgehen und der ausgebrachte organische Dünger sich zersetzen kann und so erst den Pflanzen als Nahrung zur Verfügung steht. Wenn der Regen weiter ausbleibt, dann werde es schwierig, die Tiere zu ernähren und auch die Erträge bei den typischen Getreidesorten der Region würden sinken.

Die Daten der Wetterstation Bamberg bestätigen die Beobachtungen in Laibarös. Seit dem 10. März fiel kein nennenswerter Niederschlag mehr. Die trockene Phase hält mittlerweile schon fast 7 Wochen an und Regen ist weiterhin nicht in Sicht. Im Vergleich zur Periode von 1961 bis 1990 fielen in Bamberg im März mit 30 Litern nur 65% und im April bisher mit 7 Litern erst 15% des durchschnittlichen Niederschlags. Auch die Temperaturen der letzten Monate waren extrem. Im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990 war der Winter 2019/2020 in Bamberg um satte 3,6 Grad wärmer. Besonders sticht der Februar mit 5 Grad über dem Durchschnitt hervor. Nach Ansicht von Klimaforschern könnte die Ursache für die langen stabilen Wetterlagen ein schwächer werdender Jet-Stream sein. Dieser starke Höhenwind wird als Folge des Klimawandels abgeschwächt. Das könnte weniger Abwechslung beim Wettergeschehen bedeuten, das heißt Hoch- oder auch Tiefdruckgebiete verbleiben länger an einem Ort und ziehen nicht, wie sonst üblich, schnell weiter. Die Folgen können Wetterextreme sein, so zum Beispiel lang anhaltende Trockenheit, wie wir sie in Franken nun schon den dritten Frühling hintereinander erleben.

Otto Weiß versucht sich mit dem Anbau ungewohnter Feldfrüchte wie Hirse oder Linsen, die mit Trockenphasen recht gut klar kommen, auf die Klimaveränderungen einzustellen. Auch mit der Art der Bewirtschaftung lässt sich einiges erreichen, um der Trockenheit zu begegnen. Das wichtigste ist dabei der Humusaufbau und die Förderung des Bodenlebens. Ein humoser Boden kann viel mehr Wasser speichern und trägt außerdem direkt zum Klimaschutz bei, da er Kohlenstoff speichert.

Bei den langfristigen Maßnahmen und Strategien, um gegen die Klimakrise zu steuern, sind sich Erich Spranger, 2. Vorsitzender des BUND Naturschutz Bamberg und Otto Weiß einig.  Eine Abkehr der Landwirtschaft von der Produktion für den globalen Markt hin zur Stärkung regionaler Strukturen und Kreisläufe sei notwendig. Das würde Transportwege reduzieren, den energieintensiven Import von Futtermitteln überflüssig machen, Überproduktion und Lebensmittelverschwendung reduzieren. Dies sei aber nur zu erreichen, wenn Gesellschaft, Landwirtschaft und Politik gemeinsam in die gleiche Richtung gehen.

Für die politische Ebene bedeutet das laut Erich Spranger: "Die neue Förderperiode der EU Agrarpolitik muss jetzt genutzt werden, um eine klima-, boden- und wasserschützende Landbewirtschaftung voranzubringen, statt Milliarden Euro nur nach Flächenbesitz zu verteilen." Die Landwirtschaft müsse insgesamt klimaschonend werden. „Der ökologische Landbau zeigt den Weg zu einer klimafreundlichen Landwirtschaft bereits auf. Er verzichtet auf mineralische Düngemittel, die mit hohem Energieaufwand produziert werden. Die Anzahl der Tiere ist an die Fläche gebunden und durch den Humusaufbau wird Kohlenstoff im Boden gespeichert. Das leistet einen positiven Beitrag zum Schutz vor der Erderwärmung“, so Otto Weiß. Enttäuscht zeigten sich die Akteure in diesem Zusammenhang von der bayerischen Politik.  Obwohl durch das Volksbegehren „Artenvielfalt“ eine zügige Erhöhung der Bioanbaufläche beschlossen wurde, sei die Staatsregierung nicht willens oder fähig dieses Ziel auch umzusetzen.

Doch nicht nur die Landwirtschaft selbst, die bereits heute die Folgen der Klimakrise direkt spürt, muss klimafreundlicher werden. „Wir brauchen beim Klimaschutz ein ebenso entschiedenes Handeln wie bei der Corona-Krise. Wir müssen viel schneller aus der Kohle aussteigen wie derzeit vorgesehen. Energiesparen und Energieeffizienz muss auf allen Ebenen gesetzlich festgeschrieben werden. Die Erneuerbaren zur Stromerzeugung, insbesondere Windenergie und Photovoltaik, müssen massiv ausgebaut werden, in Bayern und auch in der Region Bamberg“ fasst Christine Hertrich, Geschäftsführerin des BUND Naturschutz Bamberg einige der wichtigsten Forderungen zusammen.

Damit die Rinder von Otto Weiß nun doch bald auf die Weide dürfen, braucht es rasch und kräftig Regen. Darauf haben wir Menschen leider keinen direkten Einfluss. „Doch damit langfristig die Landwirtschaft in der Region Bamberg eine Zukunft hat, müssen Gesellschaft und Politik jetzt zu einer klimafreundlichen Lebens- und Wirtschaftsweise umsteuern. Das haben wir in der Hand“  so Biobauer Otto Weiß.

 

Das Gras wächst einfach nicht auf und ist teils schon vertrocknet. Der Regenmessbecher ist leer. Kritische Blicke von Biobauer Otto Weiß und BN-Geschäftsführerin Christine Hertrich.
Naturlandbauer Ottto Weiß auf dem trockenen Getreideacker. Die Saat ist nur dünn aufgegangen, der Regenmesser über Wochen fast leer geblieben.

Drohende Krisen – Wo bleibt die Vorsorge der Politik?

Ein Diskussionbeitrag unseres 2. Vorsitzenden erich Spranger

Ehrlich gesagt hatte ich auch keine Pandemie auf dem Schirm. Ob die Bundesregierung und die Staatsregierung den Ernst der Lage zu spät erkannt haben, kann ich kaum beurteilen. Allerdings gibt es viele Bereiche, in denen zwingend eine Vorsorge nötig wäre, um zukünftige Krisen zu vermeiden oder gering zu halten, also sozusagen die Kurve flach zu halten. Teilweise bestehen hier auch Zusammenhänge zur Coronakrise. 

Im Bereich der Pflege fällt zunächst einmal auf, dass alle die Arbeit der Pflegekräfte anerkennend und lobend hervorheben. Aber die in den letzten Jahren immer wieder kehrenden Forderungen nach angemessener Bezahlung der pflegenden Menschen blieben weitgehend ungehört.

Risiko Antibiotikaeinsatz

Ebenfalls im Bereich der Medizin stellen Multiresistenzen von Bakterien gegen Antibiotika ein immer größer werdendes Problem dar. Als Ursachen gelten eine nicht sachgemäße Anwendung von Antibiotika in der Medizin und der tonnenweise Einsatz von Antibiotika in der Intensivtierhaltung. Vom BN fordern wir schon seit Jahrzehnten eine naturverträgliche Landwirtschaftspolitik ohne Massentierhaltung. Leider vergebens. Die durch die hohen Antibiotika-Gaben in der Tierhaltung entstehenden multiresistenten Bakterien können auf verschiedene Wege auf den Menschen übergehen. Die Zahl der Todesfälle durch antibiotikaresistente Bakterien wird übrigens alleine in Deutschland mit über 2000 pro Jahr angegeben. 

Das Paradebeispiel für mangelnde Vorsorge ist sicherlich der Klimawandel. Hierüber wurde in den letzten Tagen schon öfters geschrieben. Die Auswirkungen des Klimawandels wird die Menschheit an den Abgrund bringen. Sie werden alle bisher da gewesenen Krisen in den Schatten stellen. Doch die Regierungen der letzten Jahrzehnte haben weltweit bei diesem Problem leider versagt.

Artenschwund bedroht Netzwerk des Lebens

Ein weiteres Thema, das nun auch schon wiederholt öffentlich in Zusammenhang mit den Coronavirus gebracht wurde, ist die Artenvielfalt. Durch die Zerstörung der Natur, das Vordringen in unberührte Lebensräume, die Ausbeutung der Natur, die Verarmung unserer Artenvielfalt und durch eine industrialisierte, die Kontinente überschreitende Fleischproduktion steigt das Risiko von Infektionskrankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Die Artenvielfalt nimmt jedoch immer schneller in immer dramatischeren Ausmaßen ab, auch in Deutschland. Auch hier fehlt der politische Wille den Ursachen wirksam entgegen zu wirken. Bei den Ursachen für das Artensterben stehen an erster Stelle die eingesetzten Gifte in der Landwirtschaft, die Ausräumung der Landschaft, der Flächenfraß und auch der Klimawandel. Wir sind als Lebewesen nicht getrennt von dieser Welt und stehen ihr gegenüber, sondern wir sind Teil der Welt, Teil des großen Netzes des Lebens. So bedroht uns der Artenrückgang grundsätzlich. Auf welche Weise und wann sich zeigen wird, wie dramatisch dieses immer lückiger werdende Netz für uns ist, wissen wir nicht. Sicher ist jedoch, dass wir so wie bisher in puncto Artensterben nicht weiter machen können ohne unsere eigene Existenz in Frage zu stellen.

In Bayern haben wir Bürger*innen mit dem Volksbegehren Artenvielfalt selber die Initiative ergriffen, um der Landespolitik auf die Sprünge zu helfen. So wurde das gesetzlich vorgeschriebene Ziel von 20% Bioanbaufläche bis 2025 und 30% bis 2030 beschlossen. Momentan sind wir bei ca. 10%. Derzeit ist nicht zu erkennen, dass die Staatsregierung willens und in der Lage ist die neuen gesetzlichen Vorgaben auch umzusetzen.

Atomkraft und Vorsorgeprinzip unvereinbar

Auch bei der Atomkraft wären Gedanken zur Krisenprävention dringend angebracht. Wäre der Schutz der Gesellschaft ernst genommen, worden so hätten wir nie Atomkraftwerke bauen dürfen. Bis heute besteht die Gefahr von Unfällen in den Atomkraftwerken. Nach heutigen Maßstäben wäre keines der in Deutschland noch laufenden Atomkraftwerke genehmigungsfähig. Von Anfang an war unklar, wohin mit dem Atommüll. Eine verantwortungslose Politik!

Wo bleibt Gesundheitsschutz bei der Luftreinhaltung?

Ein Paradebeispiel für fehlende Gesundheitsvorsorge ist auch die Luftverschmutzung. Auch dieses Thema zieht sich durch die letzten Jahrzehnte. Laut einer aktuellen Studie können in Deutschland im Jahr 2018 80.000 vorzeitige Todesfälle auf die Ursache Luftverschmutzung u.a. durch Dieselruß und Kohleverbrennung zurückgeführt werden. In der EU sind es insgesamt 400.000 und weltweit jährlich 4,5 Millionen.

Eine Schwächung der Lungenfunktionen durch Luftverschmutzung macht auch anfälliger für das Covid 19-Virus. Auffällig ist, dass dort, wo die Corona-Epedemie besonders ausgeprägt war bzw. ist, auch die Luftverschmutzung besonders hoch ist. Das trifft für Wuhan, Oberitalien, Madrid und New York zu. Damit ist jedoch noch kein ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen.

Die Luftverschmutzung ist aber nicht die einzige krank machende Ursache, die aus unserer Art des Wirtschaftens entspringt: Trinkwasserverschmutzung, Bodenvergiftungen, Lärmbelastungen, Schadstoffe und Rückstände in Lebensmitteln (z.B. Pestizide, Antibiotika), radioaktive Belastungen, Mikroplastikverseuchung. Auch hier gibt es viele Bereiche, in denen die Politik nicht ihrer Vorsorgepflicht gegenüber den Bürger*innen nachkommt. Wir brauchen eine prinzipielle Änderung unseres Wirtschaftens hin zu Nachhaltigkeit. 

Fazit: Die Politik handelte in den letzten Jahrzehnten überwiegend fahrlässig, was die Vorsorge im Hinblick auf Krisen betrifft. Kein Weitblick, eher klein klein, eine auf bestimmte Klientel ausgerichtete und teils populistische Politik. 

Zum Schutz und Erhalt unserer Lebensgrundlagen brauchen wir einen Wandel in der Politik. Wir hoffen auf eine neue politische Dynamik. Das ist sicher eine der Chancen, die in der Coronkrise liegen.

In gewisser Weise erstaunlich ist, dass gerade CDU/CSU von der Corona-Krise bisher in den Umfragewerten so stark profitiert. Die Politik der letzten Jahrzehnte hat drohenden Krisen, insbesondere unsere Lebensgrundlagen betreffend, nicht erkannt. Sie beschäftigt sich nicht damit und ergreift allenfalls kosmetische Maßnahmen zur Lösug. Aber gerade die Union hat die Politik in den letzten Jahrzehnten maßgeblich gestaltet.  

Klimakrise, der Artenschwund und weitere ökologsiche Heruasforderungen erfordern ein ebenso entschiedenes Handeln wie bei der Corona-Pandemie. Deshalb fordert der BUND Naturschutz die Entscheidungsträger*innen in Politik und Wirtschaft dazu auf, jetzt die Weichen zu stellen für eine naturverträglichere, vorsorgende und gleichzeitig krisenfestere Wirtschaft und Gesellschaft. Konkrete Forderungen hierzu finden Sie unter anderem in folgender Mitteilung unseres Landesverbandes:  www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/bund-naturschutz-fordert-ein-konjunkturprogramm-nachhaltigkeit.html

 


Gedanken zur Corona-Pandemie und Klima-Krise

von Erich Spranger, 2. Vorsitzender BUND  Naturschutz Bamberg

Nichts ist mehr, wie es einmal war: Die Corona-Pandemie stellt unser Leben gerade grundlegend auf den Kopf. Geschäfte, Schulen, Kitas und Unis sind geschlossen. Es bestehen weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die Zahlen der Infizierten schnellen in die Höhe. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen.
Jetzt kommt es nicht nur auf ein entschlossenes Handeln der Politik, sondern auf jede und jeden Einzelnen von uns an. Wir können diese Krise nur überwinden, wenn wir zusammenhalten und mehr denn je Solidarität zeigen.
Jetzt heißt es erstmal: Zusammen allein sein. Um gesund zu bleiben und selbst nicht zur Ansteckungsgefahr für ältere und geschwächte Menschen zu werden. Was wir aber nicht vergessen dürfen: Die Klimakrise macht keine Pause. Wir müssen aus dem aktuellen Umgang mit dem Virus auch für diese Krise lernen.

Zunächst fällt auf, dass bei der Corona-Krise von Anfang an verschiedene Politiker das Primat der Wissenschaft betonten, soll heißen, in Zeiten der Corona-Krise sind die Einschätzungen der Wissenschaft vorrangig und die Politik ist gut beraten, sich an eben diesen Einschätzungen zu orientieren. Dem kann ich nur zustimmen.

Anfangs hat die Politik zu zögerlich Maßnahmen ergriffen. Dies ist erstaunlich, denn die Pandemie brach bereits im Januar in China aus und zeigte sich bereits Ende Februar in Italien mit stark steigenden Fallzahlen. Wir hätten uns besser abgrenzen und vorbereiten können. Aber im Nachhinein ist man immer klüger. Nach dem anfänglichen Zögern scheinen dann etwa ab dem 12. März die Gegenmaßnahmen angemessen gewesen zu sein.

In Bezug auf die Klimakrise ist nun meine Frage: Warum gilt der Vorrang der Wissenschaft um zu vernünftigen Entscheidungen zu kommen nicht bei der Klimakrise? Dies ist erstaunlich. Auch wenn man die schlimmen Folgen der Krisen nicht miteinander vergleichen sollte indem man die Toten gegeneinander aufrechnet, so werden die katastrophalen Folgen der Klimakrise sicherlich die Corona-Krise bei weitem übertreffen. Man denke nur an die Verödung ganzer Landstriche, an Wetterextreme, Mangel an Trinkwasser in vielen Regionen, das Untergehen der Küstenregionen mit vielen Metropolen, an Fluchtbewegungen ungeahnten Ausmaßes.

Warum werden hier die Erkenntnisse aus Natur- und Wirtschaftswissenschaften nicht umgesetzt? Warum schafft es Deutschland nicht seine selbst gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen, geschweige denn das Pariser Klimaschutzabkommen umzusetzen? Warum versagen wir mittlerweile bereits seit drei Jahrzehnten beim Klimaschutz? Warum nicht die gleiche Entschlossenheit beim Handeln wie bei der Corona-Krise?

Ein Grund ist sicherlich, dass die Klimakrise weniger greifbar ist und sich über einen längeren Zeitraum hin erstreckt. So haben zwar besonders die beiden letzten Jahre mit den Ernteeinbußen in der Landwirtschaft und den vertrocknenden Wäldern Eindruck hinterlassen. Aber die persönliche, existentielle Betroffenheit ist weniger stark und die warnenden Klimaextreme geraten auch wieder schnell in Vergessenheit.

Die Klimakrise wird aber auch verdrängt, weil sie grundlegende Korrekturen in unserem Leben und unserer Wirtschaftsweise verlangt. Ein "immer mehr" geht einfach nicht. Wir müssen nachhaltig wirtschaften. Dies passt aber nicht zur Ideologie des ewigen Wachstums, dem die Politik immer noch nachhängt. Vielen einflussreichen Politikern fehlt der Vorstellungshorizont für vernünftiges Handeln in Sachen Klimawandel. Die Politik ist getrieben von Lobbyinteressen und verhaftet in Entwicklungsvorstellungen, die uns schon nahe an den Abgrund gebracht haben.

Exemplarisch sei die rückwärtsgewandte Politik am Ausbau der regenerativen Stromerzeugung veranschaulicht. Der zunächst erfolgreiche Ausbau wurde durch verschiedene unionsgeführte Bundesregierungen abgewürgt. Zunächst die Photovoltaik und dann die Windkraft. Der einzige erkennbare Grund ist, dass man Kohle- und Atomkraftwerke vor Konkurrenz schützen möchte.

Auch auf kommunaler Ebene tut sich die Politik schwer, wirklich entscheidende Maßnahmen umzusetzen. Nicht einmal für die Ausrufung des Klimanotstands konnten sich Stadtrat und Kreistag erwärmen. Offensichtlich wird die Situation immer noch nicht ernst genommen.

Auch auf individueller Ebene sind es bisher nur wenige, die ihr Verhalten und ihre Konsumgewohnheiten überdenken und verändern.

Zurück zur Corona-Krise: diese hat unser gewohntes Leben kräftig durcheinander gewirbelt. Wir werden mit Tod und Krankheit konfrontiert, mit der Anfälligkeit unserer Gesellschaft und vor allem auch mit unserer eigenen Verletzbarkeit.

Vieles in unserer ansonsten sehr schnelllebigen Gesellschaft ist zum Erliegen gekommen. Und so ist es auch für die meisten von uns eine Zeit des Innehaltens und Nachdenkens. Darin liegt auch die Chance zur Neuorientierung.

Vielleicht fragen wir uns nach dem Wesentlichen.

Vielleicht entsteht daraus eine neue Art des Miteinanders.

Vielleicht ändern sich unsere Einstellungen, um im Einklang mit den Ressourcen zu leben, die uns die Erde schenkt.

Vielleicht können wir die zugesagten Hilfsmilliarden zumindest zum Teil zum Umbau der Energiewirtschaft und anderer Wirtschaftszweige hin in Richtung Nachhaltigkeit einsetzen.

Lasst uns die Krise als Chance begreifen!

 

 


Unternehmensverantwortung gesetzlich regeln

Bamberger Bündnis für ein Lieferkettengesetz gegründet

Ende Februar 2020 wurde in Bamberg ein lokales Bündnis gegründet, um die bundesweite Kampagne für ein Lieferkettengesetz zu unterstützen und bekannt zu machen. Der BUND Naturschutz Bamberg ist mit dabei. Das Bündnis tritt ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden – auch in entfernten Ländern. Sie fordern von der Bundesregierung, diese Verantwortung in einem Lieferkettengesetz zu verankern. Im Bamberger Bündnis sind folgende Gruppen vertreten: DGB, verdi, BUND Naturschutz, Greenpeace, Weltladen, change e.V., BDKJ (Bund der katholischen Jugend), Evangelische Jugend, KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung), Kolping und Katholischer Frauenbund (KDFB).

Bastian Sauer vom DGB Oberfranken erläutert zum Hintergrund der Kampagne: „Ob einstürzende Textilfabriken, Kinderarbeit in Plantagen oder zerstörte Regenwälder - aus reiner Profitgier billigen Unternehmen allzu oft Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung. Auch viele deutsche Unternehmen nutzen auf diese Weise die wirtschaftlichen Vorteile eines globalen Marktes schamlos aus, da sie bislang keine Konsequenzen fürchten müssen. Wenn es um den Schutz von Mensch und Umwelt geht, sind guter Wille und freiwillige Verpflichtungen allein jedoch nicht ausreichend. Hier braucht es endlich ein Gesetz, das Unternehmen zur Einhaltung aller relevanten Menschenrechte sowie Umwelt- und Sozialstandards verpflichtet und das bei Verstößen harte Sanktionen zur Folge hat.“

Klaus Achatzy vom Weltladen Bamberg macht deutlich, dass es auch jetzt schon anders geht: „Der Faire Handel zeigt seit Jahrzehnten, wie Waren, für die gerechte Preise bezahlt und bei deren Herstellung Kinderrechte sowie hohe Umweltstandards geachtet werden, produziert und vermarktet werden können. Die meisten Unternehmen ziehen sich jedoch aus der Verantwortung. Sie beziehen Vorprodukte und fertige Waren aus der ganzen Welt, ohne die Einhaltung von Arbeitsstandards, Menschenrechten und Umweltschutz an den Produktionsstätten im Ausland zu berücksichtigen. Ein Lieferkettengesetz könnte das ändern“

Christine Hertrich, Geschäftsführerin des BUND Naturschutz Bamberg ergänzt: „Vor einem Jahr war das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt erfolgreich und immer mehr Menschen gehen für den Klimaschutz auf die Straße. Das zeigt, es gibt eine große Sensibilität für diese Themen. Die Menschen wollen Produkte kaufen, die nicht zur Zerstörung von Natur und Klima beitragen. Es darf nicht alleinige Aufgabe der Konsumenten sein, sich bei jedem Produkt im Detail zu informieren wie klimafreundlich oder sozialverträglich die Herstellungsbedingungen sind. Die Unternehmen sollten in der Verantwortung stehen auf bessere Schutzniveaus bei ihren Lieferanten hinzuarbeiten. Die Bundesregierung muss dafür ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen. Wir machen hier vor Ort im Bündnis mit,  um Politik zum Handeln zu veranlassen.“

Ziel des Bamberger Bündnisses für ein Lieferkettengesetz ist, dem Thema in der Region möglichst viel Aufmerksamkeit zu verschaffen und eine große Zahl an Unterschiften für die Petition zu sammeln. Dazu sind zahlreiche Aktivitäten geplant. So werden die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten aufgefordert, die Petition für ein Lieferkettengesetz zu unterzeichnen und die Forderung in ihrem jeweiligen politischen Handlungsbereich zu unterstützen. Seit Ende Februar sind die Schaufenster ausgewählter Läden in der Innenstadt passend zum Thema gestaltet, um so auf die Kampagne aufmerksam zu machen. In diesen Läden kann auch die Petition unterschrieben werden. Bei diversen Großveranstaltungen wie dem Kunigundentag oder den Fridays for Future Demos wurden bzw. werden ebenfalls Unterschriften gesammelt. Höhepunkt der Kampagne ist eine Aktionswoche vom 18. bis 24. Mai. Während dieser Woche trägt das Bündnis mit einer Infoveranstaltung, einem Kinoabend und Infoständen das Thema Lieferkettengesetz in die Öffentlichkeit.

Das Bamberger Bündnis informiert darüber auf fb.me/LieferkettengesetzBamberg und instagram.com/lieferkette_bamberg über aktuelle Aktivitäten.


Natuschutzgebiet Flugplatz Bamberg-Breitenau wird kommen

Endlich mal eine Erfolgsmeldung aus dem Stadtrat. In seiner letzten Vollsitzung des Jahres hat er beschlossen, sich bei der Regierung von Oberfranken für die Ausweisung des Naturschutzgebietes einzusetzen. Das fordern wir seit über 20 Jahren. Dank eines Bürgerantrags, für den wir im Sommer 1.400 Unterschriften gesammelt hatten, wird dieser Hotspot der Artenvielfalt nun endlich unter Schutz gestellt. Das wird den Flugbetrieb auf dem Sonderlandeplatz, wie er bisher läuft und genehmigt ist, nicht einschränken, aber die ökologisch äußerst wertvollen Flächen für die Zukunft sichern.

Den Wortlaut des Beschlusses finden Sie hier.


Wegweiser für Nachhaltigen Konsum in und um Bamberg

Nachhaltiger Konsum, das bedeutet klimaschonend, ökologisch und fair zu konsumieren. Allerdings wird dies oft als zeitintensiv und aufwendig empfunden. Um diesem Gefühl entgegenzuwirken haben wir vom BUND Naturschutz Bamberg einen informativen Wegweiser zusammengestellt.

Denn tatsächlich, gibt es in Stadt und Landkreis Bamberg  inzwischen eine Vielzahl an Anbietern und Möglichkeiten, die es einfach macht, den eigenen Konsum nachhaltig auszurichten. Im Wegweiser sind Adressen und Anlaufstellen in Stadt und Landkreis Bamberg zusammen gestellt, ergänzt durch wichtige Informationen und Tipps zum fairen, ökologischen und regionalen Konsum. Bei der Auswahl der Anbieter wurde darauf geachtet, möglichst objektive Kriterien und unabhängige Siegel, wie zum Beispiel das Bio- oder das FAIRTRADE-Siegel zu Grunde zu legen. In den vier Rubriken „Bio- und Faire Kleidung“, „Essen und Trinken“, „Dies und Das“ sowie  „Mobilität“ sind Anbieter in den Kategorien Bio, Fair und Regional aufgelistet. Darüber hinaus gibt es Informationen zu Gruppen und Initiativen, die im Bereich Nachhaltigkeit aktiv sind.

Der Wegweiser  ist ab sofort bei uns im Büro des BUND Naturschutz Bamberg, Kapuzinerstraße 12, im Weltladen sowie bei vielen weiteren  Auslegestellen in Bamberg erhältlich. Die PDF zum Download finden Sie hier


Fahrrad-Sternfahrt & Demo vor der IAA am 14.09.

Unter dem Slogan „#Aussteigen: Raus aus dem Verbrennungsmotor – Verkehrswende jetzt!“ findet zum 14.09. (Sa.) eine Fahrrad-Sternfahrt zum Gelände der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) samt Demonstration statt.

Kernforderungen der Veranstaltung, zu deren Trägerkreis unter anderem auch der BUND Naturschutz gehört, sind beispielsweise der sofortige Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, ein starkes Klimaschutzgesetz bis Ende 2019, das das Erreichen des 1,5 Grad Zieles sicherstellt sowie Vorrang für Fuß- und Radverkehr samt massivem Ausbau von Bus und Bahn.

Die Veranstaltung ist als Fahrrad-Sternfahrt angelegt. In Aschaffenburg setzt man sich um 9:10 Uhr Richtung Frankfurt in Bewegung. Die Groß-Demo für alle zu Fuß beginnt um 11:30 Uhr an der Hauptwache in Frankfurt. Die Abschlusskundgebung, zu der die Radfahrer eintreffen werden, findet um 14:30 Uhr am Messegelände statt.

Geplant ist eine gemeinsame Anreise aus Bamberg. Nähere Informationen hierzu folgen. Weitere Informationen zur Demo finden Sie unter: www.iaa-demo.de.
Routen und Startzeiten zur Sternfahrt können noch Änderungen unterliegen!


Waldführung zum Thema Waldsterben 2.0

Die Hitze in diesem und vergangenen Sommer hat in unseren Wäldern seine Spuren hinterlassen. Auch als robust geltende Baumarten wie die Kiefer, fallen zunehmend den extremen Bedingungen mit Hitze und Trockenheit zum Opfer.

Sie zeigen sich, an den rot-braun gefärbten Kronen gut zu erkennen, mittlerweile in ganz Deutschland. Überwiegend sind es erst einzelne Bäume die abgestorben sind, doch auch in Franken lösen sich bereits ganze Bestände auf.

Wer sich ein eigenes Bild von den derzeitigen Waldschäden und zukünftigen Entwicklungen in und um Bamberg machen möchte, kann sich der öffentlichen Führung anschließen.

Sie findet am 18. Juli um 18 Uhr statt und wird von Forstbetriebsleiter Stephan Keilholz und dem zuständigen Revierförster Gerhard Rühling geleitet.
Fahrgemeinschaften werden um 17:45 Uhr am Parkplatz Volksparkstadion gebildet.
Treffpunkt vor Ort ist der Wanderparkplatz bei Kremmeldorf. Zum Parkplatz führt eine geschotterter Weg, der ungefähr nach 500m von der Straße zwischen Kremmeldorf nach Köttensdorf rechtsseitig abgeht.
Die Teilnahme ist kostenlos.


24 Stunden Messmarathon der Initiative Hauptsmoorwald

Über 5 Grad Temperaturunterschiede innerhalb des Inselgebiets

Am bis zum Messtag heißesten Tag des Jahres 2019 hat die Bürgerinitiative Hauptsmoorwald an 4 Orten in Bamberg Temperaturmessungen durchgeführt um auf die Bedeutung des Erhalts städtischer Grün- und Waldflächen hinzuweisen.

Dabei konnte sich die BI professionelle Temperaturmessgeräte, sogenannte Aßmann’sche Aspirationspsychrometer von der Uni Bayreuth ausleihen. Auch wurde die BI fachlich von den Klimatologen Dr. Lüers von der Uni Bayreuth und von Prof. Dr. Foken begleitet.

Gemessen wurde 24 h lang stündlich vom 26.6. um 12 Uhr bis zum 27.6. um 12 Uhr an folgenden Standorten: Am Maxplatz, im Hain (beim Bootshaus), bei der AOK (Pödeldorfer Straße) und im Hauptsmoorwald (200 m im Wald in der Verlängerung der Moosstraße). Als Referenz für offene ländliche Standorte diente die Wetterstation Bamberg in der Südflur. Diese gibt die Temperaturwerte an, die weitgehend unbeeinflusst von der Stadt sind.

Dabei zeigte sich, dass die Temperaturen auf dem Maxplatz und am Standort AOK sehr ähnlich sind, während an den anderen Messstellen die Werte im Schnitt etwa zwei Grad darunter lagen. An den Messtagen wehte immer etwas Wind, so dass die Differenzen bei windarmen Verhältnissen noch deutlich größer Ausfallen können.

Aus den Ergebnissen der Messung geht hervor, dass die Temperaturdifferenz innerhalb der Stadt zu bestimmten Tageszeiten über fünf Grad Celsius betragen kann.

Besonders deutlich ist der Unterschied in den Abendstunden bis Mitternacht. Sowohl am Maxplatz als auch am Standort AOK wurden um 22 Uhr noch satte 31 Grad gemessen und um 24 Uhr immer noch 27 Grad. In vielen Wohnungen ist bei diesen Temperaturen an Schlafen nicht mehr zu denken. Der Unterschied zu der Bamberger Wetterstation in der Südflur beträgt in den Abendstunden bis zu 7 Grad (!) und gegenüber dem Hauptsmoorwald oder dem Bootshaus 4 bis 5 Grad. Die Temperaturen der verschiedenen Messtellen gleichen sich erst wieder am Morgen gegen 7 Uhr an.

Im Hauptsmoorwald ist es ständig etwa 3-4 °C kühler als in der Innenstadt und damit am Tag auch noch kühler als an der Wetterstation Bamberg. Dies erklärt sich durch das besondere ausgeglichene Waldklima.

Der Klimaforscher Prof. Foken ergänzt: "Die Temperaturunterschiede an den einzelnen Standorten sind in der Messung gut nachzuvollziehen und zeigen die typische Bildung von Hitzeinseln in den Innenstädten. Hinzu kommt, dass die gemessene Lufttemperatur oft nicht dem Wärmeempfinden des Menschen entspricht. Wird die Sonneneinstrahlung von hellem Untergrund oder Hauswänden absorbiert, empfindet man die Situation, beispielsweise am Maxplatz, als noch heißer, als sie ohnehin schon ist." Am Maxplatz selbst wurde mit 36,8 Grad auch die Spitzentemperatur der 24-stündigen Messung registriert.

Die Daten zeigen darüber hinaus, dass kaum ein Unterschied zwischen den Temperaturen in der Innenstadt und dem relativ dicht bebauten Bamberger Osten besteht. Deshalb sei die Frischluftzufuhr des direkt angrenzenden und großflächigen Hauptsmoorwaldes so wichtig. Durch die Bebauung der Muna hätte sich nach einem Wetterdienst-Gutachten und den Einschätzungen von Prof. Foken der Kaltluftvolumenfluss des Bamberger Ostens um ca. ein Drittel reduziert. Die Initiative will mit der Messung auf die Wichtigkeit des Erhalts von Kältezonen in der Stadt hinweisen. Der Initiator der Aktion, Jonas Glüsenkamp, betont als Mitglied der BI: "In den letzten Tagen haben viele Menschen gespürt, welchen Unterschied Temperaturdifferenzen von fünf Grad Celsius in der Nacht im Hinblick auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität ausmachen. Wir müssen in Bamberg dafür kämpfen, die wenigen Grünflächen zu bewahren und durch zusätzliches Stadtgrün zu erweitern." 

Die Zahl der Hitzetage mit über 30 Grad stieg in den letzten Jahrzehnten in Bamberg kontinuierlich, von im Schnitt ca. 5 Hitzetagen in den 60er Jahren, auf durchschnittlich um die 20 Hitzetage in den letzten Jahren an, Tendenz stark steigend. Die absoluten Spitzenwerte dieser Statistik liegen bei 30 Hitzetagen im Jahr 2003, bei 31 Hitzetagen im Jahr 2015 und bei 34 Hitzetagen im Jahr 2018. Im Jahr 2019 gab es bereits bis zum 27.6. 9 Hitzetage. Eine so hohe Zahl ist für den Juni sehr ungewöhnlich.

Erich Spranger, 2. Vorsitzender des BN und auch in der BI aktiv, weist auf die dramatischen Folgen des Klimawandels nicht nur im Hinblick auf die stark steigende Zahl der Hitzetage hin: „Aufgrund von Trockenheit und Wärme beginnen im Landkreis die Kiefern abzusterben. Im Bamberger Hain sind sogar bereits eine ganze Reihe älterer Buchen verdörrt." Spranger ist verzweifelt: „Außer Ankündigungen für die ferne Zukunft passiert leider in der großen Politik in Sachen Klimaschutz nichts. Und in der Lokalpolitik trauern einzelne Stadträte immer noch der Gewerbegebietsplanung im Hauptsmoorwald nach, bei der über 50 ha Wald gerodet worden wären." Spranger appelliert: „Wir brauchen dringend einen Politikwechsel, global und lokal."

Jonas Glüsenkamp/Erich Spranger

 

Flugplatz Breitenau muss Naturschutzgebiet werden

Erneut fordert der BUND Naturschutz Bamberg bei der Regierung von Oberferanken die Ausweisung eines Naturschutzgebietes "Flugplatz Bamberg-Breitenau". Die Freifläche des Flugplatzes Bamberg-Breitenau ist einer der letzten großen Sandlebensräume in ganz Bayern. Die Fläche ist durch eine Vielzahl miteinander verzahnter Biotoptypen und durch sowohl trockene als auch feucht-nasse Standorte sehr vielfältig und äußerst artenreich. Es ist das artenreichste Biotop der Stadt Bamberg. Aus naturschutzfachlicher Sicht hat der Flugplatz bayernweite Bedeutung. Er ist ein Hot-Spot der Artenvielfalt.

Der Bund Naturschutz Bamberg fordert mittlerweile seit über 20 Jahren die Ausweisung eines Naturschutzgebietes. Bisher leider vergebens. In der Vergangenheit wurden die Biotopflächen des Flugplatzes immer kleiner und es kam immer wieder zu Beeinträchtigungen. Verlängerung und Verbreiterung der Landebahn sowie neue Gebäude führten zu Lebensraumzerstörungen. Der geplante Instrumentenflug und die geplante baulichen Eingriffe durch die Firma Brose würden zu weiteren Beeinträchtigungen und Zerstörungen führen. Nach so vielen Jahren der Beantragung als Naturschutzgebiet und nach bereits so vielen Zerstörungen und Beeinträchtigungen fehlt uns mittlerweile das Verständnis für die zögerliche Haltung der Regierung, gerade auch wegen des herausragenden naturschutzfachlichen Wertes des Flugplatzes. Es ist dringend geboten, dem Natur- und Artenschutz Rechnung zu tragen und die schrittweise Zerstörung und Beeinträchtigung dieser einmaligen Sandlebensräume durch Ausweisung eines Naturschutzgebietes zu stoppen.

Den Wortlaut des Antrags finden Sie hier und dazu die Karte mit der Abgrenzung des Gebiets. 

Tag der offenen Tür - Gelände der Solawi

Im Rahmen eines Tages der offenen Tür steht Interessierten das Gelände der Solidarischen Landwirtschaft vor Ort In der Südflur 8 (nahe des Kauflands) am 30.06.2019 von 14:30 – 18:00 Uhr in ganz besonderem Rahmen offen.

Vorgestellt werden einzelne Projekte und Gruppen. Dazu gehören die Solidarische Landwirtschaft Bamberg, der Selbsterntegarten „SEGA Süd“ und das gemeinsame Bildungsprojekt von Solawi und Bund Naturschutz „Vom Acker auf den Teller“.

Zur Übersicht über die Tätigkeiten und das Gelände gibt es nach der Begrüßung um 14:30 Uhr mehrere Feldführungen. Diese finden insgesamt drei Mal jeweils zur vollen Stunde zwischen 15-17 Uhr statt.

Ganz im Sinne des Projektnamens lassen sich somit vor Ort nicht nur viele Informationen, sondern auch neue Eindrücke aller Art gewinnen. Dazu gehört es natürlich auch, dass für Essen und Trinken bestens gesorgt ist – inklusive Erzeugnisse direkt vom Feld.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Bamberger Natuschutzpreis geht an die Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald"

Während beim Thema Flugplatz die Unterschriftensammlung gerade angelaufen ist, führte im vergangenen Jahr die Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald" mit der Sammlung von mehr als 13.000 Unterschriften den erfolgreichen Bürgerentscheid zur Zukunft des Hauptsmoorwaldes herbei. Der BUND Naturschutz Bamberg verlieh der Bürgerinitiative dafür den Bamberger Naturschutzpreis. Mit dem Preis, der mit 500 Euro dotiert ist, werden seit 1990 Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen gewürdigt, die in Stadt oder Landkreis Bamberg Herausragendes für den Naturschutz leisten.

Tom Konopka, Regionalreferent des BUND Naturschutz für Ober- und Mittelfranken, hob in seiner Laudatio die Leistungen der Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald" hervor: „Zum Glück gibt es Menschen wie Sie, die weiter denken als bis zur nächsten Wahl. Die sich ohne wirtschaftliche Interessen für das Allgemeinwohl einsetzen. Dass Sie sich für die Erhaltung des Hauptsmoorwaldes und gegen weiteren Flächenverbrauch ehrenamtlich einsetzten, dass Sie auf demokratische Entscheidungsfindung setzten und sich nicht beirren ließen, das ehrt Sie alle.“ Konopka verwies in der Rede auf den anhaltenden Flächenfraß in Bayern und den immensen Ressourcenverbrauch auf Kosten der kommenden Generationen. Für die Bürgerinitiative nahmen Karin Einwag, Stefan Kurz und Jonas Glüsenkamp den Preis entgegen. Dieser bedankte sich stellvertretend für die ganze Bürgerinitiative und verwies dabei darauf, dass die jahrelange Vorarbeit des BUND Naturschutz den Weg zum erfolgreichen Bürgerentscheid „Für den Hauptsmoorwald“ geebnet habe, als sich noch kaum jemand für das Thema interessierte. So wünschten sich zum Abschluss der feierlichen Preisverleihung, die musikalisch von Yildiz Aşar umrahmt wurde, alle Beteiligten weiter eine gute Zusammenarbeit, um gemeinsam für den Erhalt des Hauptsmoorwaldes, für Klimaschutz und Artenvielfalt einzustehen.

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Ehrung für langjährige Mitglieder

Im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung der Kreisgruppe Bamberg wurden fünf engagierte Mitglieder für ihre langjährige Unterstützung geehrt.

Bereits seit 25 Jahren sind Brigitte Weinbrecht, Volker Best und Tobias Sieling Mitglied. Brigitte Weinbrecht hat im BUND Naturschutz auch beruflich mitgearbeitet und unter anderem im Projekt Sandachse Franken der Besonderheit von Sandlebensräumen neue Aufmerksamkeit verschafft. der Natur- und Wanderfreund Volker Best unterstützt die Kreisgruppe Bamberg bei verschiedenen Aktionen und ist seit vielen Jahren ein treuer Helfer beim Versenden unserer Mitgliederzeitung "Dä Löömzoh". Mit Tobias Sieling kommt ursprünglich aus Thüringen und hat dort den Landesverband des BUND mit aufgebaut. Hier im Landkreis Bamberg ist er politisch bei der ödp aktiv und ist für sie im Kreistag. Er war einer Sprecher des Aktionskreises für das Volksbegehren Artenvielfalt in unserer Region, so dass es in den letzten Monaten eine intensive Zusammenarbeit gab.

Bereits seit 40 Jahren sind die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Heide Mattischek und Dr. Wolfgang Ismayr Mitglied des BUND Naturschutz. Ihnen wurde von unserem Vorsitzenden Martin Bücker und eine Urkunde des Landesvorsitzenden überreicht.

 

 

Volksbegehren "Rettet die Bienen": Eindrücke vom Erstunterzeichner-Event am 31. Januar auf dem Maxplatz

Werden Sie Rathauslotse

Damit wir bayernweit die Million Unterschriften schaffen, freuen wir uns über jede Unterstützung. Rathauslotsen weisen PassantInnen den Weg ins Rathaus. Sie verteilen Flyer, sprechen Leute auf das Volksbegehren an oder betreuuen einen Infostand. Ab dem 31.1. sollen in Bamberg während der Rathausöffnungszeiten möglichst durchgehend Rathauslotsen von uns unterwegs sein. Wenn Sie also zwischen dem 31.1. und 13.2. ein bisschen Zeit haben, dann machen Sie mit. Hier können Sie sich als Rathauslotse anmelden: volksbegehren-artenvielfalt.de/rathauslotse-werden. Auf der Seite der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de erfahren Sie alles, was für einen Einsatz in Bamberg wichtig ist.

Bienen und Artenvielfalt retten!

Tragen Sie sich im Rathaus ein! Vom 31. Januar bis 13. Februar läuft die Eintragungfrist.

Nehmen Sie volljährige Freunde und Familienangehörige mit aufs Rathaus! Und vergessen Sie den Personalausweis nicht.

Helfen Sie mit, dass das Volksbegehren erfolgreich wird! Dafür werden 1 Million Stimmen gebraucht.

TRAGEN SIE SICH EIN:

  • für eine Erhöhung der Ökolandwirtschaftauf auf mindestens 20% bis 2025
  • für Vorgaben gegen Lichtverschmutzung
  • für Gewässerrandstreifen
  • für 13% Biotopverbund
  • für ein Pestizidverbot in geschützten Biotopen und Schutzgebieten
  • für den Erhalt von Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft
  • für regelmäßige Statusberichte zurbiologischen Vielfalt
  • für eine Einbindung des Naturschutzesin Lehrpläne
  • gegen den Umbruch von Dauergrünland
  • für den Schutz von Wiesen und Weiden fürmehr Lebensraum für Insekten und Vögel

Sie können das Volksbegehren vor Ort unterstützen:

  • Indem Sie Ihren Freundes- und Bekanntenkreis im persönlichen Gespräch oder über E-Mail, WhatsApp, Facebook oder wo auch immer Sie im Netz aktiv sind, informieren.
  • indem Sie ein Plakate z.B. an Ihre Fensterscheiben, an den Gartenzaun, ans Fahrrad, ins Auto usw. hängen. Im Anhang sende ich Ihnen ein Plakat zum selbst Ausdrucken sowie den Flyer des BN
  • indem Sie für den Artenschutz auf das Konto des lokalen Aktionsbündnisses spenden: ÖDP-Kreisverband Bamberg IBAN: DE60 7609 0500 0000 0601 86 Spardabank Bamberg Verwendungszweck: Spende VB Bienen

Wenn Sie für das Volksbegehren aktiv werden möchten, zum Beispiel Flyer Verteilen, Rathauslotse werden usw., dann melden Sie sich einfach kurz unter bamberg@bund-naturschutz.de oder 0951/5190611.

Alle wichtigen Infos zum Volksbegehren gibt es unter: www.volksbegehren-artenvielfalt.de/

Wir haben Agrarindustrie satt!

Gemeinsam Reisen macht mehr Spaß und stimmt gut auf die Demo ein. Folgende Mitfahrgelegenheit im Bus gibt es:

  • 6 Uhr: Abfahrt Bahnhofsplatz Forchheim
  • 6.25 Uhr: Zwischenhalt in Bamberg, Brose Arena an der Forchheimer Straße
  • ca. 11.30 Uhr Ankunft Berlin Brandenburger Tor
  • ab 12.00 Uhr  Kundgebung und Demo
  • 14.30 Uhr Abschlußkundgebung am Brandenburger Tor
  • 16 Uhr Rückfahrt

Die Fahrtkosten pro Person betragen 25 Euro und können im Bus bezahlt werden. Verbindliche Anmeldung bitte bis spätestens 17.1. an bamberg@bund-naturschutz.de oder unter 0951/5190611.

 

 

 

Sensationeller Erfolg beim Bürgerentscheid für den Hauptsmoorwald

Die Wahllokale waren am Sonntag Abend bis 18 Uhr geöffnet und schon gut eine Stunde später war klar: Das Bürgerbegehren für den Hauptsmoorwald  wird erfolgreich sein. Um 20.30 Uhr waren alle Wahlkreise ausgezählt, die Zahlen sprechen für sich: Mit über 16.500 JA-Stimmen Für den Hauptsmoorwald haben sich mehr als Zweidrittel der Bürgerinnen und Bürger, die zur Abstimmung gegangen sind, gegen die Waldzerstörung ausgesprochen.

Von den insgesamt 57.700 Wahlberechtigten nahmen knapp 24.000 ihr Stimmrecht wahr. Die Wahlbeteiligung lag damit bei über 41%, das ist gelebte Demokratie. Die hohe Beteiligung und der Erfolg des Bürgerbegehrens zeigen, wie wichtig den Bambergern und Bambergerinnen ihre Natur und deren Erhalt ist. Auch das Ergebnis der Stichfrage spiegelt dies wider. Fast 70% entschieden sich für das Bürgerbegehren, falls beide Entscheide das Quorum von 15% der Stimmberechtigten erreichen sollten. Der Ratsentscheid hat dieses Quorum mit nur 8.256 JA-Stimmen aber ohnehin nicht erreicht.

Wir als BUND Naturschutz Bamberg können diesen Erfolg feiern. Bereits seit 2014 sind wir aktiv, um eine großflächige Bebauung im Hauptsmoorwald zu verhindern. Unzählige Informationsveranstaltungen, Exkursionen, Kreative Aktionen haben den Boden bereitet, damit wir jetzt gemeinsam mit der Bürgerinitiative den Bürgerentscheid gegen den Bebauungsplan 429 gewinnen konnten. Das überwältigende Ergebnis war jedoch nur durch die Mithilfe zahlreicher Unterstützer und Unterstützerinnen möglich. Herzlichen Dank an alle, die sich mit ihrem Eifer, ihrer Zeit, Überzeugungskraft, Kreativität und natürlich mit ihrer Stimme eingebracht haben!

Die Verhinderung der Waldrodung ist aber nicht nur ein voller Erfolg für Bamberg, sondern gilt gleichzeitig als bayernweites, politisches Signal gegen Flächenfraß und für den Artenschutz. Richard Mergner, Landesvorsitz des BUND Naturschutz in Bayern äußerte sich im Vorfeld dazu: „Der Umgang mit dem Hauptsmoorwald ist ein Testfall dafür, wie Ministerpräsident Söder und Hubert Aiwanger, der neue Minister für Wirtschaft und Landesentwicklung, die Koalitionsvereinbarung zur Reduzierung des Flächenverbrauchs konkret umsetzen können.“ Wir sind also gespannt, wie es bei uns in Bamberg, aber auch in Bayern weiter geht!

 

„Die Großen Vier – vom Umgang mit Bär, Wolf und Luchs“

Wie gestalten wir unsere gemeinsame Zukunft im Umgang mit Bär, Wolf und Luchs?

Gemeinsam mit der Ortsgruppe Hirschaid laden wir Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung "Die Großen Vier – vom Umgang mit Bär, Wolf und Luchs" ein!  Wir freuen uns, Sie am 22. November um 18:30 Uhr im Schloss Sassanfahrt in Hirschaid begrüßen zu dürfen.

Fräulein Marilotte Sofie Brehm stimmt mit einem kurzen Theaterstück auf das Thema ein. Danach haben alle die Möglichkeit, sich die Ausstellung anzusehen und sich gemeinsam auszutauschen.

Seit 2008 tourt die interaktive Wanderausstellung durch Bayern und will durch fundierte Information sowie diverse Bildungsangebote Interesse und Verständnis für diese faszinierenden Tierarten wecken. 

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung ist vom 22. November bis 20. Dezember in Sassanfahrt zu sehen.

Donnerstag: 16:00 – 19:00 Uhr

Freitag: 16:00 – 19:00 Uhr    

Sonntag: 13:00 - 18:00 Uhr

 

Führungen durch die Ausstellung

Auf Anfrage bieten wir für Schulklassen und Gruppen Führungen durch die Ausstellung an. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns unter 0951/51906 oder bamberg@bund-naturschutz.de.

Der neue Löömzoh ist da!

Die aktuelle Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift ist da!

Holen Sie sich Ihr Exemplar bei uns im Büro oder laden Sie es hier herunter.

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Die Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid sind da!

Es geht los - die Wahlbenachrichtigungen für den Bürgerentscheid trudeln ein. Die Abstimmung über die Zukunft des Bamberger Ostens hat begonnen.

Um eure Stimme für den Hauptsmoorwald abzugeben, habt ihr folgende Möglichkeiten:

 1. Ihr könnt eure Briefwahlunterlagen beantragen und euren Stimmzettel per Post ans Rathaus schicken oder persönlich abgeben.

oder

2. Eure Briefwahlunterlagen mit der Wahlbenachrichtigung direkt im Rathaus abholen, eure Kreuzchen machen und direkt wieder abgeben.

oder

3. Am 18.11.18 in euer Wahllokal gehen und am Tag des Bürgerentscheids selbst abstimmen.

Hauptsmoorwaldflimmern

Kurzfilmspezial: Natur - Umwelt - Klima
Passend zum geplanten Bürgerentscheid zeigt die Bürgerinitiative für den Hauptsmoorwald ein Kurzfilmspezial. In regionalen, nationalen und internationalen Kurzfilmen wird auf vielfältige Weise ein Bogen von den Ursachen zu den Lösungsmöglichkeiten des Klimawandels, vom Lokalen zum Globalen gespannt. Dabei immer wieder im Fokus: die Bäume und der Hauptsmoorwald.

Der Eintritt ist frei. Nach den Filmvorführungen gibt es noch Raum für Austausch in ungezwungener Atmosphäre. 
Weitere Infos hier

Neuer Vorschlag der Bürgerinitiative für den Hauptsmoorwald

Vergangenen Donnerstag wurde der Bürgerinitiative ein Angebot des Oberbürgermeisters unterbreitet, welches eine Verkleinerung der momentan geplanten Gewerbefläche um bis zu 50% vorsieht.
Nach langen, intensiven Diskussionen hat sich die Bürgerinitiative mit Mehrheit dazu entschlossen, auf dieses Angebot mit einem eigenen Kompromissvorschlag zu antworten. Dieser möchte einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens bezüglich ökonomischer und ökologischer Interessen in Sachen "Gewerbepark" / Bebauungsplan Nr. 429 erzielen. Einerseits soll dem Schutz von Natur und Klima als auch den Bedürfnissen der Bamberger Bevölkerung größtmögliche Bedeutung beigemessen, andererseits in einem gewissen Rahmen auch die Ansiedlung von Gewerbe ermöglicht werden.
Aus Gründen der Transparenz und Fairness ging der Vorschlag zeitgleich der Öffentlichkeit sowie Oberbürgermeister und Stadtrat zu.

 

Ob es letztlich zu einem Kompromiss kommt oder ob der Bürgerentscheid wie geplant stattfindet, wird sich heute Abend im Gespräch zwischen Bürgerinitiative und Oberbürgermeister zeigen.

 

Hier ist der ausführliche Vorschlag der Bürgerinitiative zu finden.

 

 

BN Flyer-Aktion zur Landtagswahl

„Lebensgrundlagen und Bayerns Schönheit Bewahren“

Umweltthemen finden in Politik und in den Regierungen immer noch nicht die notwendige Beachtung. Allzu oft lässt man uns mit unseren grundlegenden Forderung zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen abblitzen. Teilweise besteht von Seiten der Politik weder  Interesse noch Verständnis. Wir müssen noch viel politischer werden.

Aus diesem Hintergrund haben wir vom BN Bamberg einige grundlegende Umweltthemen mit einer Flyer-Aktion in den Landtagswahlkampf eingebracht. Der Flyer „Lebensgrundlagen und Bayerns Schönheit bewahren“ behandelt in aller Kürze die Themen Klimawandel, Flächenverbrauch, Insektensterben und Nationalpark Steigerwald. Das Versagen und unverantwortliche Handeln der Staatsregierung und der politisch Verantwortlichen wird sehr deutlich.

40.000 Flyer haben wir überwiegend in der Stadt, aber auch in einer ganzen Reihe von Orten im Landkreis an die Haushalte verteilt. Dies war nur möglich aufgrund der vielen helfenden Hände. Über 40 Leute haben beim Verteilen mitgemacht. Das war großartig! Vielen Dank! Ob nun die Flyer einen Einfluss auf die Wahlentscheidungen und das Wahlergebnis haben, wissen wir natürlich nicht. Auf jeden Fall haben wir die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen angesichts von Klimawandel, Flächenfraß und Artensterben wieder einmal ins Bewusstsein gerufen und auch etwas Werbung für den BN gemacht.   

Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Tatkräftig unterstützten uns beim Verteilen der Flyer unsere beiden Praktikantinnen Franzi und Benita

MIA HAM'S SATT! Demo am 06. Oktober in München

Die bayerische Regierung bestreitet den Wahlkampf mit populistischen Tönen, aber um die wahren Probleme kümmert sie sich nicht. Das haben wir satt! Wir fordern Bauernhöfe statt Agrarfabriken, Natur statt Flächenfraß, saubere Luft statt Verkehrskollaps. Keine Politik des Weiter so! Die nächste Regierung muss den Flächenfraß stoppen und die Agrar- und Verkehrswende einleiten – auch in Berlin und Brüssel. Start ist um 11 Uhr mit der Auftaktkundgebung am Königsplatz mit Live Musik!

Eine Woche vor der Landtagswahl geht auch der BUND Naturschutz Bamberg auf die Straße! Wir zeigen der bayerischen Regierung was wir wollen: eine ökologische, tiergerechte und bäuerlich Landwirtschaft, gesundes Essen, saubere Luft und Klimaschutz!

Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise mit dem Wochenendticket ist um 7.45 Uhr am Bamberger Bahnhof. Der Zug fährt um 8.04 Uhr ab und ist um 10.49 Uhr in München.

13.094 Unterschriften fürs Bürgebegehren Hauptsmoorwald

Wir sind überwältigt. 13.094 Unterschriften wurden innerhalb von knapp zwei Monaten in Bamberg für das Bürgerbegehren gegen die Bebauungspläne im Hauptsmoorwald gesammelt. Ein Riesen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben: an die Bürgerinitiative für den Hauptsmoorwald, an über 120 Sammelstellen in ganz Bamberg, an alle unterstützenden Organisationen und an die vielen, vielen Bürgerinnen und Bürger, die selber aktiv geworden sind und gesammelt haben. Jeder hat geholfen, gemeinsam haben wir das geschafft. Ohne die fantastische Unterstützung überall in Bamberg wären nie so viele Stimmen in so kurzer Zeit zusammen gekommen. jetzt geht’s ins Finale: BÜRGERENTSCHEID! Der BUND Naturschutz bleibt dran!

Ferienprogramm BN Aktuell - Aktivitäten in der Natur für Kinder, Jugendliche und Familien

Unser diesjähriges Ferienprogramm ist da! Abwechslungsreiche Veranstaltungen in den ersten Augustwochen in Kooperation mit der Solidarischen Landwirtschaft, u. a.: Bauernhof erkunden, Leckeres aus dem Gemüsebeet, Familienfahrradtour, Wolfsspuren und Klettern in der Fränkischen Schweiz!

Hier abrufbar!

Sonntagswaldspaziergang - Hände weg vom Hauptsmoorwald

Am Sonntag Nachmittag des 08.07 demonstrierte die Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald" gegen den geplanten Bebauungsplan 429 "Gewerbepark Geisfelder Straße" und die Errichtung eines Polizeistandorts an der Armeestraße aufgrund der damit einhergenden Rodung von Teilen des Hauptsmoorwaldes. Etwa 550 Gegner versammelten sich und hielten Schilder, wie Transparente in die Höhe. Das Bürgerbegehren gegen diese Pläne läuft noch bis Ende Juli und kann unter dem entsprechenden Reiter abgerufen werden. Dort finden Sie auch Informationen, wie Sie sich beteiligen können. Jede Stimme zählt!

Urban-Gardening-Fahrradtour

Urban-Gardening-Fahrradtour zu den verschiedenen Urban-Gardening-Projekten und der Gärtnerei Niedermaier.

Einladung zum Sonntagswaldspaziergang

Die Bürgerinitiative "Rettet den Hauptsmoorwald" lädt zu einer Spaziergangdemonstration ein um Protest gegen die geplanten Baumaßnahmen einzulegen.

1. Kidical Mass Bamberg - Kinderfahrraddemo für sichere Radwege

Bamberger Straßen gehören uns allen, auch unseren Kindern! Am Sonntag den 10.06.2018 sammeln wir uns deshalb am Schönleinsplatz/E.T.A.-Hoffmann-Platz am Spielplatz im Harmoniegarten (Cafè Luitpold) und starten gegen 15.30 abgeschirmt vom Verkehr durch die Bamberger Innenstadt. Die Aktion ist ausdrücklich für Kinder geeignet, also kommt zahlreich und mit einer Menge guter Laune!

Bürgerbegehren - Rettet den Hauptsmoorwald

Jetzt zählt's! Ihre Unterschrift und Stimme entscheidet! Aber warum brauchen wir Ihre Unterschrift noch einmal?

Ein erfolgreiches Bürgerbegehren ist ein Mittel der direkten Demokratie, was dazu führt, dass die Stadt Bamberg handeln muss. Das Begehren richtet sich direkt gegen den Bau eines Industrie- und Gewerbegebiets im Hauptsmoorwald. Die Petition gegen das Polizeigebäude hat sich gegen das Innenministerium Bayern gerichtet, da die Stadt Bamberg selbst keine Entscheidung treffen kann, ob ein Polizeigebäude im Hauptsmoorwald gebaut wird oder nicht. Mit circa 6.000 Stimmen war diese sehr erfolgreich, vielen Dank an dieser Stelle einmal für Ihre großartige Unterstützung! Sie wird demnächst übergeben und selbstverständlich erhalten Sie hier sofort Informationen dazu, wenn es Neuigkeiten gibt.

Die Petition allerdings kann - trotz aller Eindeutigkeit - ignoriert werden.

Hier kommt das Bürgerbegehren ins Spiel! Als ein Mittel der direkten Demokratie kann nach einem erfolgreichen Begehren und einem eventuellen Bürgerentscheid wie bei einer Wahl selbst in dieser wichtigen Sachfrage über die Zukunft des Hauptsmoorwaldes entschieden werden. Kommen genug gültige Unterschriften für das Bürgerbegehren zusammen, muss die Stadt Bamberg einen Bürgerentscheid durchführen.

Wir bitten Sie, laden Sie hierzu die Unterschriftenliste herunter und drucken Sie diese aus. Sobald fünf Unterstützer unterzeichnet haben, bitten wir Sie, diese an folgenden Orten abzugeben:

  • Gaststätte am Volkspark - Pödeldorferstraße 180;  96050 Bamberg            
  • Rainer Zahner - Max-Planck-Straße 35; 96050 Bamberg   
  • Unverpackt-Laden - Luitpoldstraße 36; 96052 Bamberg
  • Familie Braun - Josef-Manger-Straße 3; 96052 Bamberg
  • Bonanza Radmobil - Rüdelweg 3; 96050 Bamberg

Bitte achten Sie darauf, leserlich zu unterschreiben und Ihr Geburtsdatum anzugeben. Ansonsten wertet die Stadt die Unterschrift als ungültig. Sie können auch direkt beim Bund Naturschutz Bamberg unterschreiben. Zu den geschäftlichen Öffnungszeiten liegt immer eine Liste vor dem Büro aus.

Was können Sie sonst noch tun? Erzählen Sie Familien, Freunden und Bekannten von den Plänen und weisen Sie sie auf das Begehren hin. Spenden sind uns und der Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald" immer willkommen um unsere ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen. Nehmen Sie hierzu auch gerne Kontakt mit uns auf, wenn Sie selbst aktiv werden wollen.

"Vom Acker auf den Teller" - Radeln für nachhaltigen Konsum

Mit einer Radltour starten wir - der BUND Naturschutz und die Solidarische Landwirtschaft Bamberg - das gemeinsame Bildungsprojekt „Vom Acker auf den Teller – Werkstatt für nachhaltigen Konsum“.

Wir treffen uns am Freitag den 08.06 um 16 Uhr auf dem Gelände der SOLAWI an der Galgenfuhr, radeln zur  Bioland-Gärtnerei Niedermeier, machen Station am Selbsterntegarten und informieren uns über das Projekt  Essbare Stadt. Auf der Erbainsel genießen wir zum Abschluss bei einem gemütlichen Picknick Leckereien der Bamberger Gärtnerkultur. Picknickdecke bitte selbst mitbringen.

Die Radltour ist für Familien geeignet. Anmeldung bitte bis 5. Juni an bamberg@bund-naturschutz.de oder unter 0951/5190611. Die Teilnahme ist kostenlos, über Spenden freuen wir uns.

Martin Bücker setzt als neu gewählter Vorsitzender des BUND Naturschutz Bamberg das Engagement für den Hauptsmoorwald fort

Martin Bücker, der vielen Bambergern durch seine naturkundlichen Führungen und Vorträge bekannt ist, wurde am Mittwoch, 16. Mai zum neuen Vorsitzenden unserer Kreisgruppe gewählt. Der bisherige Vorsitzende Heinz Jung trat nicht mehr zur Wahl an. Er machte damit seine Ankündigung wahr, nur maximal für zwei Amtszeiten zur Verfügung zu stehen. Für ihn leben Verbände wie der BUND Naturschutz davon, dass immer wieder neue Personen Verantwortung übernehmen und damit die Arbeit weiter entwickeln. Diese Praxis würde er sich auch für die Politik wünschen. Er selbst möchte sich in Zukunft wieder stärker seinem Herzensthema Klimaschutz und Erneuerbare Energien widmen, unter anderem als Beisitzer im Vorstand der Kreisgruppe.

Der neue Vorsitzende Martin Bücker ist bereits seit vielen Jahren im BUND Naturschutz Bamberg aktiv. Mit seinem immensen Fachwissen bereicherte der 60-jährige Diplom-Biologe bisher insbesondere den Arbeitskreis Arten- und Biotopschutz. Er sieht den BUND Naturschutz Bamberg gut aufgestellt, um gemeinsam mit einem engagierten Vorstandsteam die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Dies betreffe insbesondere den Kampf gegen das geplante Industrie- und Gewerbegebiet im Hauptsmoorwald. Hier ist Bücker von Anfang an aktiv und kennt die Tier- und Pflanzenwelt des Gebiets bestens. Davon konnten sich auch die Teilnehmer der Mitgliederversammlung überzeugen. In seinem Eröffnungsvortrag zum Thema „Wald contra Industrie“ stellte er die aktuellen Pläne der Stadt ausführlich dar und rief dazu auf, sich mit einer Stellungnahme an der Planung zu beteiligen. Allerdings sei dies – sollte die Stadt die Frist nicht wie von vielen Bürgerinnen und Bürgern gewünscht, verlängern – nur bis einschließlich 18. Mai möglich. Stellungnahmen, können von jedem, den die Planung betrifft, abgegeben werden, auch von Landkreisbewohnern. Weitere Details und Argumente dazu sind unter dem Reiter Hauptsmoorwald zu finden. Für die Jugendorganisation des BUND Naturschutz (JBN) informierte Moritz Angstwurm, dass sie sich mit einer eigenen Eingabe aus der Sicht von Jugendlichen beteilige. Martin Bücker kündigte an, dass in Kürze ein Bürgerbegehren gegen das Industrie- und Gewerbegebiet starten werde. Der BUND Naturschutz werde dazu gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Für den Hauptsmoorwald“ und weiteren Organisationen mobilisieren.

Richard Mergner, seit Anfang Mai neuer Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern, bestärkte die Kreisgruppe Bamberg in ihrem Engagement für den Hauptsmoorwald. Er wies darauf hin, dass das geplante Gewerbegebiet neben einem ähnlichen Projekt in Weiden derzeit eines der größten Flächenversiegelungsvorhaben in Bayern sei. Das starke Engagement der Bürgerinnen und Bürger hier vor Ort stimme ihn optimistisch, dass auch das bayernweite Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ erfolgreich sein werde.

Zum Abschluss der Versammlung bedankte sich Mergner bei Heinz Jung für sein Engagement als Vorsitzender der Kreisgruppe. Zu den Highlights in dessen Amtszeit gehörten unter anderem die bewegende Installation des Tschernobyl-Denkmals - einer auf dem Rücken liegenden Schildkröte -, die Präsenz des BUND Naturschutz auf der Landesgartenschau, die Errichtung eines Nationalen Naturerbes im Hauptsmoorwald und die kreativen öffentlichen Aktionen zur Rettung des Hauptsmoorwaldes.

Auf der Mitgliederversammlung wurde neben dem Vorsitzenden auch der komplette Vorstand der Kreisgruppe Bamberg gewählt. Den stellvertretenden Vorsitz übernahm Erich Spranger. Schatzmeister Martin Knab und Schriftführerin Kirsten Wendl wurden im Amt bestätigt. Als Beisitzer wurden Walter Haderlein, Gerhard Spörlein, Johannes Först, Nina Westphal-Stein und Heinz Jung gewählt. Die Delegierten für die Landesversammlung Dagmar Raab, Roland König, Anette Jung und Alfred Scheidel gehören dem Vorstand ebenfalls an.

 

Martin Bücker stellt sich der Versammlung vor.
Dank für die langjährige Unterstützung des BUND Naturschutz: Prof. Krings und Marianne Ultsch sind seit 30 Jahren, Otto Schmitt seit 40 Jahren, Franca Christl seit 20 Jahren, Elke und Harald Pappenschaller, Dr. Jürgen Gerdes, Klothilde Schwenzer seit 30 Jahren, Dr. Horst Schödel seit 40 Jahren Mitglied, Richard Mergner (Landesvorsitzender) und Martin Bücker (Vorsitzender der Kreisgruppe Bamberg), Agnes und Johannes Otto Först sowie Kerstin John seit 40 Jahren Mitglied. Auf dem Bild fehlt Georg Lunz, der seit 20 Jahren Mitglied des BUND Naturschutz ist.
Der neue Landesvorsitzende Richard Mergner dankt Heinz Jung für sein erfolgreiches Engagement als Vorsitzender der Kreisgruppe Bamberg. Jung trat nach 8 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl an.
Heinz Jung, der nach seiner Zeit als Vorsitzender der Kreisgruppe weiter im Energiebereich für den BUND Naturschutz aktiv sein wird, mit seiner Frau Annette, die selbst viele Jahre im Energiereferat des BUND Naturschutz gearbeitet hat.

Stellungnahme Hauptsmoorwald

Das Bürgerbeteiligungsverfahren gegen den "Gewerbepark Geißfelder Straße" steht kurz vor dem Abschluss. Insgesamt 60 Hektar unseres schönen Hauptsmoorwaldes würden bebaut werden, wenn die Planung ohne Weiteres durchgeht. Darum sind jetzt Sie gefragt! Nur noch bis morgen, den 18.05 können Sie Einwand erheben. Machen Sie von Ihrem Recht gebrauch!

Unter Bürgerbeteiligungsverfahren finden Sie auf unserer Website eine Vorlage für eine Stellungnahme an das Stadtplanungsamt. Diese können Sie ganz einfach in eine Mail oder ein Dokument kopieren um diese dann abzuschicken/persönlich abzugeben. Anbei befinden sich ebenfalls einige Textbausteine, die Sie in Ihre Argumentation mit aufnehmen können. Diese sollten selbstverständlich auf Ihre Wünsche zugeschnitten werden, denn je personalisierter die Einwände, desto gewichtiger sind sie. Das ganze geht auch in einem Online-Formular. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website, der extra dafür gegründeten Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald".

Die Stellungnahme, welche der Bund Naturschutz Bamberg eingereicht hat finden Sie hier zum Download. Wenn Sie sich für weitere Informationen zu diesem Thema interessieren, so werden Sie hier mit Sicherheit fündig. Weiterhin können Sie natürlich an der Online-Petition teilnehmen, welche bereits an die 30.000 Unterschriften hat.

 

Nationalparktag - Tag der Umwelt

Das Naturerbe Steigerwald lädt anlässlich des Welterbejahres und dem Tag der Umwelt am 9. Juni zu einem großen Nationalparktag auf dem Maxplatz in Bamberg ein. Alle Bürger können sich rund um das Thema Nationalpark und regionale Umweltthemen informieren und mitmachen. Der Deutsche Umweltpreisträger 2017, Prof. Hubert Weiger, wird als Hauptredner auf der Veranstaltungsbühne erwartet. Für Essen und Trinken (auch im Schatten) ist selbstverständlich gesorgt. Hier finden Sie weitere Informationen dazu.

Stellungnahme Hauptsmoorwald

Das Bürgerbeteiligungsverfahren gegen den "Gewerbepark Geißfelder Straße" geht in die letzte Phase. Noch bis zum 18.05 haben wir Zeit. Was das bedeutet und was Sie tun können finden Sie hier

Die neue Ausgabe des Löömzoh ist da

Die neue Ausgabe des Löömzoh ist da!

Jetzt die neu erschienene Ausgabe herunterladen oder als gedrucktes Exemplar beim Bund Naturschutz im Büro direkt abholen.

Weitere Infos unter "Der Löömzoh - Unser Mitgliedermagazin"

Sparda macht's möglich

Worum geht's? "Sparda macht's möglich" ist ein Förderprojekt und soll den vielfältigen Projekten in Bildungseinrichtungen und außerschulischen Lernorten unserer Region eine Plattform für Ihr Engagement bieten. Wir nehmen dabei mit unserem Projekt "Vom Acker auf dem Teller - Werkstatt für nachhaltigen Konsum" teil. Hierbei arbeiten wir eng mit der neu gegründeten Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) zusammen um die Kluft zwischen Landwirtschaft und VerbraucherInnen zu überwinden. Dabei entsteht vor allem ein Lernort für Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Hintergründe um Respekt für Lebensmittel zu vermitteln, sowie zum Beispiel Wissen über Anbau und Verarbeitung. Praktisch umgesetzt wird das in sogenannten "Ackerwerkstätten", in denen ein ganzes Gartenjahr miterlebt und -gestaltet wird. Ergänzt wird dies durch Ausflüge und eine speziell für Erwachsene regionale Filmtour mit der Dokumentation "Ernten, was man sät".

Wie könnt ihr uns also helfen? Stimmt für uns! Ab heute bis zum 17.05 um 10 Uhr könnt ihr unter der Seite "Sparda macht's möglich" für unser Projekt voten! (Link: www.sparda-machts-moeglich.de/profile/bund-naturschutz-in-bayern-e-v-kreisgruppe-bamberg/) Die Spenden im Rahmen des Förderprojekts werden für die Finanzierung von Materialien und die Umsetzung genutzt. Konkret gibt es eine Grundförderung über 500 Euro ab Platz 41 bei 500 erreichten Stimmen und 250 Euro Förderung bei einer Anzahl von 250 bis 499 Stimmen. Die ersten 40 Projekte, die nach der Abstimmung die meisten Stimmen aufweisen, erhalten Preisgelder über insgesamt 70.000 Euro. Besonders außergewöhnliche Ideen werden im Anschluss noch, unabhängig von den Abstimmungsergebnissen, mit einem Jurypreis über 15.000 Euro gewürdigt.

Abstimmen ist aber nicht das einzige was ihr tun könnt. Informiert weitere Unterstützer, wie Mitschüler, Lehrer, Familie, Freunde und Bekannte und macht sie auf die Abstimmung aufmerksam. Je mehr Stimmen, desto besser!

Fragen rund um den Wettbewerb können per E-Mail an hilfe@sparda-machts-moeglich.de gesendet werden oder einfach anrufen unter 0221 677 746 83.

Viel Spaß beim Abstimmen!

Herdenschutzhunde erfolgreich im Einsatz

Herdenschutzhunde erfolgreich im Einsatz

Bamberg – Plankenfels.  Kann man in der Weidetierhaltung möglichen Angriffen sogenannter Großer Beutegreifer, wie etwa dem Wolf , wirksam begegnen? Mit dieser Thematik befassten sich 25 Teilnehmer einer Exkursion des BUND Naturschutz Bamberg zu dem anerkannt biologisch wirtschaftenden Bauernhof  von Norbert Böhmer.

Auf dem Weiler Schrenkersberg hält er seit zehn Jahren etwa hundert Simmentalrinder, einer robusten Fleckviehrasse, die sich augenscheinlich auf den kleinstrukturierten, lieblichen Jurahängen sichtlich wohlfühlt. Eingeteilt in fünf kleine Einzelherden beweiden die Rinder die verschiedenen Wiesen der umliegenden Areale im Fränkischen Jura und erhalten dadurch deren naturschutzfachliche Wertigkeit. Der Biolandwirt achtet auf die Qualität seines Weiderindfleisches und züchtet aus seinem eigenen Viehbestand von 40 Mütterkühen, 2 Bullen und 60 Rindern jedes Jahr etliche Kälber, die den gesunden Fortbestand der Herden sichern sollen.

So weit so gut, könnte man meinen. Doch einige mysteriöse Vorfälle brachten den Landwirt zum Nachdenken: Im Jahre 2009 wurde ein neugeborenes Kalb totgebissen, in den Folgejahren verschwanden zudem vier weitere nächtlich auf der Weide neugeborene Kälber, obwohl ein Elektrozaun vorhanden war. Erste Vermutungen lagen nahe, dass es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handeln könne, da es im Truppenübungsplatz von Grafenwöhr  bereits Wölfe gab, die eventuell dafür infrage kämen. Eine teure, aufwändige DNA-Probe war nicht möglich, so dass man nicht mehr sicher feststellen konnte, ob der Riss tatsächlich durch einen Wolf verursacht worden war.

Im Jahr 2016 lag ein angegriffenes Jungrind auf der Weide und musste getötet werden. Wieder konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden, ob ein Wolf das Tier attackiert hatte. Ein Schadenersatz von staatlicher Seite konnte deshalb nicht gewährt werden. Jedoch sagte das Bayerische Landesamt für Umwelt Unterstützung  für die Anschaffung und den Einsatz von Herdenschutzhunden im Rahmen eines Pilotprojektes zu. Der Rinderhalter befasste sich daraufhin ausführlich mit dieser Art des Herdenschutzes, reiste  unter anderem in die Schweiz und nach Spanien, wo man bereits seit Jahren gute Erfahrungen mit Herdenschutzhunden gesammelt hatte. Mittlerweile hat Norbert Böhmer sieben Pyrenäenberghunde erfolgreich im Einsatz. Die Verstärkung der Elektrozäune ist zwar wichtig, hätte aber alleine nicht ausgereicht, um Wölfe vor Angriffen abzuhalten. Aus Erfahrungen von Weiderinderhaltern in Brandenburg weiß man inzwischen, dass Wölfe sehr lernfähig sind und beispielsweise Zäune unterwühlen oder sogar überspringen können. Hüten jedoch Herdenschutzhunde die Nutztiere, sind diese vor Wolfsangriffen gut geschützt. Solche Hunde müssen natürlich speziell trainiert werden und sind  in der Anschaffung entsprechend teuer. „Ich habe zwei Pärchen gekauft und mit deren Welpen durch tagtägliches Üben inzwischen gute Fortschritte erzielt, so dass ich sogar in der Lage war, zum Schutz taugliche Hunde an andere Weidetierhalter zu verkaufen“  erläuterte Böhmer. Auf die Frage eines Teilnehmers, ob sich denn dieser hohe Aufwand überhaupt lohne, sagte Norbert Böhmer: „Ein totes Kalb kostet mich 200 €, ein Rind 2000 €, der Stress, den die Beutegreifer erzeugen, hat für die Weidetiere erhebliche Wachstumsverzögerungen zur Folge mit weiteren finanziellen Verlusten, auch durch geringere Fleischqualität. Die Investition in die Herdenschutzhunde macht sich auf jeden Fall bezahlt.“

Da es einige Hinweise auf das Vorhandensein des Wolfes in Oberfranken gibt, fragte Christine Hertrich, Geschäftsführerin der BN-Kreisgruppe Bamberg, nach, wie sich denn der Mensch bei möglicher Begegnung mit einem Wolf verhalten solle. Der Biolandwirt meinte: „Eine direkte Begegnung ist äußerst unwahrscheinlich. Kommt es trotzdem zu einer Begegnung, sollte man ruhig stehenbleiben, den Blickkontakt mit dem Wolf durchaus halten und dann langsam rückwärts weg gehen. Auf keinen Fall panikartig wegrennen, denn dies fordert einen Angriff geradezu heraus.“ Spaziergängern und Hundehaltern empfahl Böhmer, nicht zu nah an Weidetierhaltungen heranzugehen und ihre Haustiere stets anzuleinen, sonst könne es zu Unruhe und unnötigem Stress kommen. Die Herdenschutzhunde verteidigen natürlich ihre „Schützlinge“, was ihnen ja in ihrer Aufzucht bewusst beigebracht wurde. In der nachfolgenden Gesprächsrunde in einem Gasthof  beantwortete der Biolandwirt noch zahlreiche Fragen. An die vielen Naturliebhaber gewandt, hob er hervor: „Landwirtschaft und Natur gehören untrennbar zusammen. Wir leben  von der Natur und sollten mit der Natur im Einklang leben. Wenn es Probleme gibt, müssen Naturschützer und Bauern unbedingt miteinander im Gespräch bleiben!“

Anton Reinhardt

Einladung zum Neujahrsempfang 27.1.im Hauptsmoorwald

 

am 27.1. wollen wir gemeinsam ein Neujahrsempfang in und für den Hauptsmoorwald gestalten!
Ab 11.Uhr geht's los Veranstaltungsort wird wieder der Wanderparkplatz Ecke Moosstraße/Armeestraße sein.

Neben tollen Menschen erwarten euch Getränke (Bier+alkoholfreie) und leckere Bamberger Hörnla!
Wenn ihr von dem kühlen Nass kosten wollt, denkt bittte an ein eigenes Glas, um den Orga- Aufwand möglichst gering zu halten.

 

In dem Empfang und dem kleinen Rahmenprogramm soll der Wald bedacht und befeiert werden! 
Also bringt euch und alle, die ihr gern habt mit,

 

wir freuen uns auf einen bunten Tag!


Aktuelles

07.03.2017 - Die neue Broschüre "Bayern ist bunt. Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Geflüchteten" der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bayern e.V. (ANU Bayern) macht das vielfältige…

weiter

26.01.2017 - Kurzvortrag und Diskussion. Landwirtschafts- und Ernährungssystem in der Krise. Referent: Dr. Anton Hofreiter, MdB, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen weiter

09.01.2017 - Die bäuerliche Landwirtschaft und das regionale Lebensmittelhandwerk sind in Gefahr. Denn Agrarkonzerne und die Bundesregierung treiben die Industrialisierung der Land- und…

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Der "Löömzoh" Mai 2019 ist da!

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