Hornissen und Wespen: Kein Grund zur Panik!

Wer kennt es nicht? Sobald es im Sommer wärmer wird summt und brummt es im Garten und auf den Feldern. Bienen fliegen von Blüte zu Blüte und so manche Wespe taucht als ungebetener Gast beim Essen im Freien auf. Während die Biene einen relativ guten Ruf genießt - schließlich produziert sie Honig! - kommen ihre Verwandten die Wespe und die Hornisse eher schlecht davon. Hornissen und Wespen werden oft als aggressive Schädlinge gesehen und lösen auch einmal schnell eine kleine Panik aus. Dabei besteht kein Grund zur Sorge, Wespen und Hornissen sind meist harmlos!

 

 


Hornissen: friedliche Insektenjäger

Als eine der größten einheimischen Insektenarten löst die Hornisse zugegebenermaßen instinktiv bei manchen Unruhe aus. Trotz ihrer Größe sind Hornissen jedoch, ähnlich wie Hummeln, extrem tolerante und friedfertige Tiere. Sie greifen nicht ohne Grund an und ziehen es sogar vor zu flüchten anstatt sich zu verteidigen. Falls es doch einmal zu einem Stich kommen sollte, sind diese - entgegen aller Legenden - nicht problematischer als ein Wespen- oder Bienenstich. 

Hornissen besitzen wie Bienen und Wespen einen Giftstachel, den sie zum Töten ihrer Beute und wenn es nicht anders geht auch zur Verteidigung einsetzten. Hornissengift ist dabei jedoch nicht gefährlicher als Bienen- oder Wespengift! Nicht einmal die Giftmenge eines ganzen Hornissenvolkes, bestehend aus mehreren hundert Tieren, könnte einen Menschen töten. Ein Stich ist zwar lästig und schmerzhaft, aber kein ärztliches Problem. Es kommt zu einer Schwellung und Rötung die bald wieder abklingt, vor allem wenn sie gut gekühlt wird. Wie bei Bienen- und Wespenstichen gilt jedoch auch, dass Stiche im Hals oder Rachen sofort ärztliche Hilfe erfordern. Das ist jedoch im Gegensatz zu Wespen sehr unwahrscheinlich, da sich Hornissen nicht für kuchengedeckte Kaffeetische, süße Limonaden oder Speiseeis interessieren.

Wirklich gefährlich werden Hornissen nur für andere Insekten: Ein großes Volk fängt täglich bis zu einem halben Kilo Insekten! Unter die Beute fallen Mücken, Motten, Käfer und auch andere Wespen. Der Hornisse kommt also als Schädlingsbekämpfer eine bedeutende Rolle im Naturhaushalt zu. 

 

 


Hornissennest am Haus: Was tun?

Falls Sie ein Hornissennest an Ihrem Haus haben, zerstören Sie es bitte nicht! Die einheimische Hornisse zählt wegen ihrer akuten Bestandsgefährdung zu den besonders geschützten Arten. Sie wurde am 01.01.1987 in das Artenschutzgesetz aufgenommen und ist somit in Deutschland gesetzlich geschützt (BArtSchVo Anlg. 1 in Verbindung mit § 44 Bundesnaturschutzgesetz). Die Hornisse darf nicht getötet und ihr Nest darf nicht zerstört werden! Ausnahmen/Befreiungen von den Schutzbestimmungen dürfen nur von den zuständigen Behörden für Naturschutz und Landschaftspflege ausgesprochen werden. 

Für den Fall, dass sich ein ein Hornissenstaat bei Ihnen Zuhause eingenistet hat, ist hier ein einfacher Knigge für den friedlichen Umgang mit den geschützten Tieren.

Hornissen sind friedfertige Riesen, ohne vorangegangene Störung greifen sie niemanden an. Im Umkreis von drei bis vier Metern um ihr Nest sind sie jedoch durchaus dazu bereit ihren Staat bei Störung zu verteidigen. Deshalb gilt: Bitte nicht stören!

  • Keinesfalls das Nest erschüttern! Wie etwa durch Hämmern oder Klopfen.
  • Hektische Bewegungen vermeiden.
  • Flugbahn am Nest freihalten und den Landeplatz keinesfalls manipulieren.
  • Kleinkinder wegen ihrer oft ungestümen Bewegungen vom Nest fernhalten.
  • Kein Rauch von Motoren - wie etwa Rasenmäher - in die Nähe des Nests bringen oder gar mit dem Wasserschlauch auf das Nest spritzen!
  • Hängt das Nest an einer problematischen Stelle, hilft oft eine einfache Absicherung zur Wohnung hin (Fliegengitter, Perlenschnüre). 

Da Hornissen niemals ein Nest wiederbeziehen, ist nicht zu befürchten, dass im nächsten Jahr an der gleichen Stelle ein Nest entsteht. Falls Sie die oben genannten Tipps einhalten, wird Ihnen auffallen, dass Hornissen durchaus angenehme und friedfertige Tiere sind. Freuen Sie sich darüber, dass Sie den Tieren einen Nistplatz bieten können, in dem der Staat einen Sommer lang wohnen kann bis er im Herbst mit den ersten Nachtfrösten abstirbt. 

Weitere Informationen zu Hornissen finden Sie auf der Seite hornissenschutz.de

 

 


Wespen: gefräßige Plagegeister?

Von den vielen Wespenarten die in Deutschland vorkommen gerät der Mensch in der Regel nur mit zwei in Konflikt: Dabei handelt es sich um die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese Arten werden durch ein reichaltiges Nahrungsangebot, wie zum Beispiel bei einem Grillfest oder am Kaffeetisch, angezogen. Vor allem süße Speisen und Getränke aber auch Fleisch locken sie an. Verhält man sich richtig werden die Tiere erst gar nicht an den Essenstisch angelockt und auch die Gefahr eines Stichs kann auf ein Minimum begrenzt werden. 

Hier ein paar Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen:

  • Decken Sie offen liegende Nahrungsmittel immer ab. Insbesondere Fleisch und süße Sachen. 
  • Trinken Sie aus Flaschen mit Hilfe eines Strohalms. Eine Wespe die sich in eine Flasche verirrt hat ist schnell verschluckt - was unangenehme Folgen hat. Bei Stichen im Hals oder Rachen sollten Sie unverzüglich ärztliche Hilfe aufsuchen, da es zur Atemnot und im schlimmsten Fall Erstickung kommen kann. 
  • Süße Essensreste auf Mund und Fingern locken Wespen an. Ebenso wie Parfüms, Cremes und bunte Kleidung. 
  • Auch Fallobst zieht verschiedene Wespenarten an, entfernen Sie also ggf. herumliegendes Obst.
  • Sollte eine Wespe auf Ihrer Kleidung landen verhalten Sie sich ruhig! Sie wird sich nur kurz ausruhen und dann weiter fliegen. Seltener verirren sich die Tiere auch unter die Kleidung, dann gilt ebenfalls Ruhe bewahren und abwarten bis die Wespe aus der Kleidung gekrabbelt ist. Heftige Bewegungen oder das Schlagen nach den Tieren sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Grundsätzlich gilt: Wespen haben nicht die Absicht zu stechen. Sie wehren sich erst dann wenn sie sich bedroht fühlen. 

 

 

 


Wespennest am Haus: Was tun?

Wespen sind nützliche Schädlingsbekämpfer, wie die Hornissen jagen auch sie enorme Mengen an Insekten. Aber auch Wespennester sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems und dürfen laut Gesetzgeber nicht zerstört werden. Meist wird man auf ein Wespennest am Haus erst am Ende des Sommers aufmerksam, sozusagen zum "Höhepunkt des Wespenjahres". Die Nester der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe können sogar bis in den November hinein aktiv sein. Die Größe eines Nestes und die Anzahl der Individuuen variiert von Art zu Art. Die größten Nester baut die Deutsche und die Gemeine Wespe mit bis zu 7000 Individuen. 

Wie alle staatenbildenden Arten werden auch Wespen ihr Nest bei einem "Angriff" verteidigen, deshalb:

  • Beschädigen und Erschüttern Sie keinesfalls das Nest. 
  • Achten Sie darauf das Einflugloch nicht zu verstellen.
  • Auf direktes Anpusten können die Tiere aggressiv reagieren.
  • Heftige Bewegungen in der Umgebung des Nestes sollten vermieden werden, falls Sie unbedacht einen "Angriff" auslösen, ziehen Sie sich langsam und ruhig vom Nest zurück.

Falls Sie Probleme mit einem Wespennest haben, beachten Sie bitte: 

  • Wespennester werden nur für ein Jahr bewohnt. Im Winter sterben die Wespen und das Nest kann entfernt werden. Nach der Entfernung sollten sie die Stelle gründlich reinigen um eine Neubesiedelung zu vermeiden. Wespen orientieren sich am Geruch und können alte Nester "riechen". Aus ökologischer Sicht ist es jedoch sinnvoll, das Nest erst im Frühjahr zu entfernen, da andere Insekten wie etwa Florfliegen die Nester zum Überwintern nutzen.
  • Versuchen Sie nie ein besiedeltes Nest auf eigene Faust zu entfernen!
  • Decken oder Kleben Sie nicht das Einflugloch zu! Die Tiere werden einen neuen Ausgang finden, was bei Rolladenkästen oder anderen Gebäudeteilen zu einem Problem führen kann, wenn sich das neue Einflugsloch in einem Innenraum befindet.
  • Grundsätzlich ist es empfehlenswert einen Fachmann zu verständigen, den Zuständigen für Bamberg und Umgebung finden Sie hier.

Prävention ist der beste Weg um Nester am Haus zu vermeiden. Halten Sie Öffnungen z.B. an Rollkästen möglichst klein und versehen Sie mögliche Nistplätze mit Fliegengitter. Empfehlenswert sind Fliegengitter auch an Küchenfenstern und an den Fenstern im Kinderzimmer. 

 

Mit diesen einfachen Tipps können Sie sich den Umgang mit Wespen erleichtern und die Gefahr eines Stichs auf ein Minimum begrenzen. Auch ein Wespennest an Ihrem Haus dürfte kein Problem darstellen, im Notfall wenden Sie sich bitte an einen Fachmann der Ihnen bei der Entfernung oder Absicherung des Nestes behilflich sein kann.